Medizinische Daten von US-Sportlern "Das ist nichts, wofür man sich schämen muss"

Hacker haben die Athletendatenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada geknackt und publik gemacht, welche Medikamente US-Sportler wie Simone Biles nehmen. Die reagiert empört - und rechtfertigt ihre Mittel.
Simone Biles

Simone Biles

Foto: Alex Livesey/ Getty Images

Russische Hacker haben bei einem Angriff auf die Athletendatenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Zugriff auf medizinische Daten mehrerer amerikanischer Athleten erhalten. Die Gruppe, die unter dem Namen "Fancy Bears" bekannt ist, veröffentlichte Informationen über die Medikamenteneinnahme der Sportler im Internet. Betroffen sind unter anderem die Turnerin Simone Biles, Tennisspielerin Venus Williams und die Basketballerin Elena Delle Donne.

So machte die Hacker-Gruppe mehrere medizinische Ausnahmegenehmigungen für Mittel der Athleten publik. Diese hätten es ihnen ermöglicht, eigentlich verbotene Substanzen einzunehmen. Bei den Spielen in Rio habe das US-Team "gut, aber nicht fair gespielt", hieß es auf der Webseite der Hacker. Medaillen würden mit "schmutzigen Methoden" gewonnen.

Die viermalige Olympiasiegerin Biles reagierte empört. Sie schrieb bei Twitter, dass sie "immer die Regeln befolgt habe". Sie habe eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und nehme dafür Medikamente. Dies sei "nichts, wofür man sich schämen muss", teilte die 19-Jährige mit.

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Auch Williams und Delle Donne wiesen Vorwürfe zurück. "Ich bin enttäuscht, dass meine privaten medizinischen Daten von Hackern ohne meine Erlaubnis veröffentlicht wurden", sagte Williams in einer Erklärung.

Die Wada hat das Datenleck bestätigt. "Die Wada verurteilt die laufenden Cyberattacken, die die Organisation und das weltweite Anti-Doping-System untergraben sollen", sagte Generaldirektor Olivier Niggli in einem Statement.

rae/dpa/sid
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