Leichtathletik Wada untersucht Doping-Enthüllungen

Wurde in der Spitzen-Leichtathletik flächendeckend gedopt? Dieser Frage will nun die Welt-Anti-Doping-Agentur nachgehen. Eine Untersuchungskommission soll sich mit den neuesten Enthüllungen befassen.
Doping-Spritze: Wada bekommt Unterstützung vom Leichtathletik-Weltverband

Doping-Spritze: Wada bekommt Unterstützung vom Leichtathletik-Weltverband

Foto: DPA

Die neuen Doping-Enthüllungen in der Leichtathletik werden nun auch offiziell von einer Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) "mit Dringlichkeit" untersucht. Das bestätigte Präsident Craig Reedie per Presseerklärung. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF begrüßte diesen Schritt und kündigte ebenfalls in einer Erklärung an, der Wada für ihre Untersuchung eine komplette Datenbank mit Blutproben bis zurück ins Jahr 2009 zur Verfügung zu stellen.

Die Untersuchungskommission unter Leitung des früheren Wada-Präsidenten Dick Pound war bereits im vergangenen Dezember zur Untersuchung weiterer ARD-Enthüllungen gegründet worden. Damals deckten die Recherchen systematisches Doping in der russischen Leichtathletik auf.

Die Weitergabe des Falls an die Kommission hatte Reedie am vergangenen Wochenende schon kurz nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik" angekündigt. Darin präsentierten die ARD und die "Sunday Times" die Auswertung von 12.000 Bluttests von rund 5000 Läufern in den Ausdauerdisziplinen 800 Meter bis Marathon. Ihr Ergebnis: Ein Drittel aller Medaillen bei den Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen von 2001 bis 2012 seien von Athleten mit dopingverdächtigen Werten gewonnen worden.

ham/dpa/sid
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