Leichtathletik Wada untersucht Doping-Enthüllungen

Wurde in der Spitzen-Leichtathletik flächendeckend gedopt? Dieser Frage will nun die Welt-Anti-Doping-Agentur nachgehen. Eine Untersuchungskommission soll sich mit den neuesten Enthüllungen befassen.

Doping-Spritze: Wada bekommt Unterstützung vom Leichtathletik-Weltverband
DPA

Doping-Spritze: Wada bekommt Unterstützung vom Leichtathletik-Weltverband


Die neuen Doping-Enthüllungen in der Leichtathletik werden nun auch offiziell von einer Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) "mit Dringlichkeit" untersucht. Das bestätigte Präsident Craig Reedie per Presseerklärung. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF begrüßte diesen Schritt und kündigte ebenfalls in einer Erklärung an, der Wada für ihre Untersuchung eine komplette Datenbank mit Blutproben bis zurück ins Jahr 2009 zur Verfügung zu stellen.

Die Untersuchungskommission unter Leitung des früheren Wada-Präsidenten Dick Pound war bereits im vergangenen Dezember zur Untersuchung weiterer ARD-Enthüllungen gegründet worden. Damals deckten die Recherchen systematisches Doping in der russischen Leichtathletik auf.

Die Weitergabe des Falls an die Kommission hatte Reedie am vergangenen Wochenende schon kurz nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik" angekündigt. Darin präsentierten die ARD und die "Sunday Times" die Auswertung von 12.000 Bluttests von rund 5000 Läufern in den Ausdauerdisziplinen 800 Meter bis Marathon. Ihr Ergebnis: Ein Drittel aller Medaillen bei den Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen von 2001 bis 2012 seien von Athleten mit dopingverdächtigen Werten gewonnen worden.

ham/dpa/sid



insgesamt 4 Beiträge
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hei-nun 07.08.2015
1. warum erst jetzt ?
Da fragt man sich doch, warum erst ein Journalist kommen muss, um den zuständigen Managern zu zeigen, was eigentlich ihre Aufgaben hätte sein müssen ! Im Klartext: Gut bezahlte Jobs ohne Interesse ! Im übrigen: Schon wieder "Russland-Bashing" ? Nein, Fakten !
lpino 07.08.2015
2. Der Vollständigkeit halber ...
Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass Carl Lewis, einer der größten Leichtathleten jemals, von der WADA des Dopings überführt wurde, allerdings wegen stimulierender Substanzen die versehentlich eingenommen worden waren. Immer wieder wurden von Medizinern und anderen Leichtathleten Vorwürfe laut, er hätte unter anderem mit Wachstumshormonen gedopt. Hierzu gibt es zahlreiche Pressestimmen, unter anderem in der SZ. Die damaligen Blutproben sind bei der WADA und auch dem amerikanischen Leichtathletikverband für weitere Überprüfungen nicht mehr verfügbar.
dherr 08.08.2015
3. Aber
Zitat von hei-nunDa fragt man sich doch, warum erst ein Journalist kommen muss, um den zuständigen Managern zu zeigen, was eigentlich ihre Aufgaben hätte sein müssen ! Im Klartext: Gut bezahlte Jobs ohne Interesse ! Im übrigen: Schon wieder "Russland-Bashing" ? Nein, Fakten !
interessant ist es chon, dass ausgerechnet vor der WM in CHINA diese Aufdeckung kommt. Hätte ja auch vor Olympia in LONDON kommen können, oder?
veni-vidi-vici 08.08.2015
4. Oh Gott...
Und die Tour de France führt hählrich durch Russland und China. Es wird ja jahrelang nur dort über Doping berichtet. Du grüne Neune, jetzt fliegt da eine komishce Wolke hinter mir her, jetzt haben SIE mich...gott, manche haben in Ihrem Verschwörungswahn echt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Der liebe Gott kann da auch nicht mehr helfen. Eine ARD-Doping Reportage als New-World-Order Verwschwörung...Weltklasse.
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