Wasserball Meister Cannstatt bleibt doch erstklassig

Zunächst wollte Clubpräsident Dieter Junger sein Team in die Oberliga zurückziehen. Doch nun wird der deutsche Wasserball-Meister SV Cannstatt trotz seiner finanziellen Probleme weiter in der Bundesliga spielen - allerdings ohne seine Stars.


Stuttgart - "Wir ziehen uns nicht zurück", sagte Junger heute der dpa und bestätigte entsprechende Medienberichte. Mitte Juli hatte er noch erklärt, dem Verein würden 150.000 Euro Sponsorengelder fehlen, daher müsse man sich in die Oberliga Baden-Württemberg zurückziehen. Eine neuer Geldgeber ist aber noch immer nicht in Aussicht.

Nationalspieler Dierolf (r.): Keine Perspektive in Cannstatt
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Nationalspieler Dierolf (r.): Keine Perspektive in Cannstatt

Sieben Spieler haben den Verein inzwischen verlassen, nicht so Trainer Andras Feher. "Ich habe einen Vertrag bis Jahresende und bleibe erst mal. Wenn wir diese Saison überstehen, haben wir die Chance, etwas Besseres zu Stande zu bringen", sagte Feher, der ein Angebot von Bayer Uerdingen ausschlug.

Cannstatt hatte in diesem Jahr erstmals die Meisterschaft durch einen Finalsieg gegen die Wasserfreunde Spandau 04 gewonnen. Die Berliner waren zuvor seit 1994 ununterbrochen Meister geworden. Nach dem Triumph hatte der Cannstatter Club vergeblich versucht, Sponsoren zu gewinnen, um den Etat zu decken.

Das Budget für die neue Saison dürfte damit deutlich unter dem ursprünglichen Etat von 150.000 Euro liegen. Präsident Junger geht zudem weiter davon aus, dass alle Leistungsträger den Verein verlassen werden. Bereits gewechselt ist Nationalmannschaftskapitän Steffen Dierolf, er unterschrieb beim Ligakonkurrenten SSV Esslingen. Heiko Nossek spielt künftig in Griechenland für Ethnikos Piräus. Mit mehreren Nachwuchsspielern hofft Coach Feher auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte.

pav/dpa/sid



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