Wasserball Zwei Tore pro Minute - Ungarn feiert 64:0-Sieg bei WM

Die ungarischen Wasserballerinnen haben bei der WM Gastgeber Südkorea demontiert. Der zweimalige Weltmeister ließ gegen das erst kürzlich formierte Team überhaupt nur einen Wurf aufs Tor zu.

Keine Chance für Südkoreas Wasserballerinnen
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Keine Chance für Südkoreas Wasserballerinnen


Die Wasserballerinnen aus Ungarn und Südkorea haben sich einen Platz in der WM-Historie gesichert. In der WM-Vorrunde gewannen die Ungarinnen gegen Gastgeber Südkorea 64:0 (16:0, 18:0, 16:0, 14:0). Es war der höchste Sieg in der Historie von Schwimm-Weltmeisterschaften.

Nach zwei Minuten stand es schon 0:5 für den zweimaligen Weltmeister (1994, 2005). Da ein Wasserball-Spiel viermal acht Minuten dauert, trafen die Ungarinnen im Schnitt zweimal pro Minute. Den bisher höchsten WM-Sieg hatte laut Schwimmweltverband Fina Ungarn 1994 gegen Neuseeland gefeiert (38:1).

"Wir haben uns nach dem Spiel gesagt, dass wir es beim nächsten Mal besser machen", sagte Südkorea-Spielerin Song Ye-Seo: "Wir sind ein Team, das noch erwachsen werden muss. Es war trotzdem eine Ehre, gegen eine Mannschaft zu spielen, die wir bisher nur auf YouTube gesehen haben."

Nur ein einziger Wurf auf das Tor

Es war ein ungleiches Duell: Während Wasserball in Ungarn ein Volkssport ist, hatte der WM-Gastgeber erst vor einem Monat ein Team für das Turnier zusammengestellt. Es besteht aus früheren Schwimmerinnen, die bis auf Kapitänin und Torhüterin Oh Hee-Ji, die 23 Jahre alt ist, alle 2000 oder später geboren wurden.

Körperlich waren die Koreanerinnen so unterlegen, dass sie kaum den Ball zur Mitspielerin brachten. Die 18-jährige Song gab im ersten Viertel den einzigen Wurf aufs ungarische Tor ab. Oh und ihr Ersatz Kim Min-Ju wehrten auf der anderen Seite im gesamten Spiel nur drei Würfe ab.

Es war nicht der erste hohe Sieg bei den Weltmeisterschaften in Südkorea. Am Sonntag hatten die Niederländerinnen Südafrika 33:0 besiegt. Die Spielerinnen aus den USA konnten sich gegen Neuseeland über einen 22:3-Erfolg freuen.

Anmerkung: Wir haben Ungarns Gegner bei der WM 1994 korrigiert. Nicht Kroatien hatte 1:38 verloren, sondern Neuseeland.

bka/sid/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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Laemat 15.07.2019
1. Leistungsgefälle
Kann man solche Spiele ernsthaft als Wettkampf bezeichnen?
derhahn 15.07.2019
2. Schwer zu beurteilen
Auf der einen Seite ist es für so ein junges Team natürlich alles andere als angenehm so zerfetzt zu werden. Andererseits glaube ich schon, dass es eine enorme Ehre für sie war, gegen solch eine erfolgreiche Mannschaft zu spielen. Aus sportlicher Sicht ist es definitiv ein Spiel zum Vergessen, aber für das südkoreanische Team selber wird es sicherlich etwas ganz Besonderes sein. Man wird sehen wie sie sich entwickeln.
whitewisent 15.07.2019
3.
Wurde nicht gerade die US-Fußballerinnen von SPON kritisiert, als sie 13:0 gegen Thailand spielten? Und nun gilt "Die Wasserballerinnen aus Ungarn und Südkorea haben sich einen Platz in der WM-Historie gesichert.", als ob es da um echten Sport und eine echte Weltmeisterschaft gegangen wäre? Bei Olympia zählt der Gedanke und die Teilnahme, trotzdem setzt man Mindeststandards, daß die Teilnehmer/innen die Sportart überhaupt beherschen. Oder es sind Kurzauftritte von Schwimmer, die nur 25 Meter am Stück können, oder Kugelstoßern, die einfach mal nen Diskus werfen. Momentaufnahmen, aber der Aufwand für dieses Spiel hier war einfach ne Schande für den Sport, und das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Denn statt der Koreanerinnen hätte wahrscheinlich ein anderes Team den Platz verdient gehabt, egal ob dies Belgien oder Kroatien gewesen sind. Auch das 0:33 von Südafrika gegen Holland fällt drunter. Merkwürdig nur, dass mit USA und Kanada Nordamerika komplett dabei ist. Wahrscheinlich haben sie die Giganten Jamaika und Belize in der Qualifikation bereits 100:0 ausgeschaltet.
duke_van_hudde 15.07.2019
4. Das ist leider ein Trend und gerade im Frauenbereich
wir haben das ja auch bei der Frauen WM im Fu´ßball gesehen das da Teams wie Thailand mitmachen durften. Im herrenbereihc ist es nicth ganz so shclimm, weil die Leistungsdichte besser ist, aber dadurch das man die Anzahl der Teams immer weiter erhöht sieht man halt so einen Unfug. Selbst als Gastgeber sollte man nicht bei sowas mitmachen wo man nur untergehen kann. Wenn überhaupt hätte man mindestens vor 4 Jahren ein Team aufbauen müssen. Es war auch gut das Ungarn das durchgezogen hat, damit es eine chance gibt das sowas nicht imer mehr gemacht wird.
mikko11 15.07.2019
5.
Hätten die Medien ohne dieses Rekordergebnis die Meisterschaft überhaupt erwähnt? Wahrscheinlich nicht - und das ist das wirklich Bedauernswerte.
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