Wimbledon-Viertelfinale Kerber zittert sich zum Sieg gegen Lisicki

Das hätte sie auch einfacher haben können: Angelique Kerber hat das Wimbledon-Viertelfinale gegen Sabine Lisicki gewonnen. Doch die deutsche Nummer eins vergab zunächst drei Matchbälle - und musste daher lange zittern. Ebenfalls im Halbfinale steht die viermalige Siegerin Serena Williams.

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Hamburg - Erstmals in ihrer Karriere steht Angelique Kerber im Halbfinale von Wimbledon. Die Weltranglistenachte besiegte im Viertelfinale ihre Landsfrau Sabine Lisicki, derzeit auf Platz 15, 6:3, 6:7 (9:7), 7:5. Es war der fünfte Erfolg im fünften Spiel gegen Lisicki. Kerber trifft nun auf die Polin Agnieszka Radwanska oder Marija Kirilenko aus Russland.

"Das ist unfassbar, es war ein unglaublich schwieriges Spiel", sagte Kerber.

Der erste Satz war eine klare Angelegenheit für Linkshänderin Kerber, die den Durchgang nach nur 32 Minuten für sich entschied. Auch im zweiten Satz lag die deutsche Nummer eins zügig mit einem Break vor, Lisicki kam aber zurück. Beim Stand von 4:5 musste Lisicki bei eigenem Aufschlag zwei Matchbälle abwehren, brachte ihr Service aber durch. Im Tiebreak hatte Kerber einen weiteren Matchball, verlor den Durchgang aber schließlich nach einer Fehleinschätzung. Die 24-Jährige vermutete einen Ball im Aus und spielte nicht mehr weiter. Das Hawk-Eye zeigte aber, dass der Schlag die Grundlinie noch berührt hatte.

Im letzten Satz hatten beide Spielerinnen weiterhin große Probleme, ihren Aufschlag zu halten. Dabei schien zunächst Lisicki die Partie für sich entscheiden zu können und schlug bei 5:3 schon zum Matchgewinn auf. Doch erneut konnte sie ihr Service nicht halten. Stattdessen holte Kerber auch noch die folgenden drei Spiele und verwertete schließlich ihren fünften Matchball.

Williams wirft die Titelverteidigerin raus

Zuvor hatte schon Serena Williams den Einzug ins Halbfinale geschafft. Die US-Amerikanerin bezwang Titelverteidigerin Petra Kvitova aus Tschechien 6:3, 7:5 und steht bereits zum achten Mal im All England Club unter den besten Vier. Die viermalige Wimbledon-Siegerin Williams trifft im Halbfinale entweder auf die weißrussische Weltranglistenzweite Wiktoryja Asarenka oder Tamira Paszek aus Österreich.

Während die Außenplätze im Londoner Nieselregen abgedeckt waren, spielten die 30-jährige Williams und ihre acht Jahre jüngere Kontrahentin unter dem geschlossenen Hallendach. Bereits auf dem Weg zu ihrem letzten Titelgewinn 2010 hatte Williams Kvitova bezwungen, damals allerdings im Halbfinale.

leh/dpa



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viduka 03.07.2012
1. Bis ins Finale, dann ist Schluß
Kerber hat gute Chancen gegen Kirilenko oder Radwanska, aber im Finale kommen dann die Hard-Hitter Williams oder Azarenka, dann ist schluß. Kerber schlägt zu wenige Winner um ein Grandslam zu gewinnen, man muss sich nur mal anschauen, wer im Damen Tennis in den vergangenen 10 Jahren die Titel gewonnen hat, alles Frauen, die viele Winner schlagen, Henin, Venus Serena Williams, Sharapova, Clijsters (in Topform), Mauresmo Kvitova und Azarenka. Wird sehr schwer für Kerber, denn mit Konstanten Tennis und auf Fehler der Gegner warten wie Wozniaki führt zwar zu vielen Weltranglisten Punkte, aber niemals zu einem Sieg in einem Grandslam.
viduka 03.07.2012
2. Im Finale ist Schluss
Kerber hat gute Chancen gegen Kirilenko oder Radwanska, aber im Finale kommen dann die Hard-Hitter Williams oder Azarenka, dann ist schluß. Kerber schlägt zu wenige Winner um ein Grandslam zu gewinnen, man muss sich nur mal anschauen, wer im Damen Tennis in den vergangenen 10 Jahren die Titel gewonnen hat, alles Frauen, die viele Winner schlagen, Henin, Venus Serena Williams, Sharapova, Clijsters (in Topform), Mauresmo Kvitova und Azarenka. Wird sehr schwer für Kerber, denn mit Konstanten Tennis und auf Fehler der Gegner warten wie Wozniaki führt zwar zu vielen Weltranglisten Punkte, aber niemals zu einem Sieg in einem Grandslam
Ostwestfale 03.07.2012
3. Kerber schlägt auch Winner
Zitat von vidukaKerber hat gute Chancen gegen Kirilenko oder Radwanska, aber im Finale kommen dann die Hard-Hitter Williams oder Azarenka, dann ist schluß. Kerber schlägt zu wenige Winner um ein Grandslam zu gewinnen, man muss sich nur mal anschauen, wer im Damen Tennis in den vergangenen 10 Jahren die Titel gewonnen hat, alles Frauen, die viele Winner schlagen, Henin, Venus Serena Williams, Sharapova, Clijsters (in Topform), Mauresmo Kvitova und Azarenka. Wird sehr schwer für Kerber, denn mit Konstanten Tennis und auf Fehler der Gegner warten wie Wozniaki führt zwar zu vielen Weltranglisten Punkte, aber niemals zu einem Sieg in einem Grandslam.
Es ist ja nicht so, dass Kerber keine Winner schlägt. Gegen Lisicki auf Rasen oder gegen S.Williams schlägt sie nicht viele, aber an guten Tagen schlägt sie die auch gegen eine Kvitova oder Asarenka. Zumindest auf Sand oder vor allem auf Hartplatz.Und man muss dazu sagen, dass das Tennis von Lisicki ist schon sehr extrem ist. Sie diktiert wirklich fast jeder Gegnerin ihr Tempo. Auf Grund dieses extrem aggressiven und athletischen Spielstils sehe ich sie am liebsten von allen Deutschen spielen. Sie überpowert nur leider hin und wieder und spielt manchmal zu wenig "mit Kopf", auch wenn sich das von Außen sehr leicht sagt. Kerber ist defensiv sehr stark und bringt extrem viel zurück.Wenn sie einen sehr starken Tag erwischt kann sie auch das Finale gewinnen. Ich hoffe Kerber spielt im Halbfinale gegen Kirilenko. Zum einen weil es für sie dann vermutlich einfacher wird und zum anderen ist Kirilenko halt ein echter "Hingucker".
schlabber2000 03.07.2012
4. Och, mal sehen ...
Hallo viduka, prinzipiell gebe ich Ihnen da recht (bis darauf, dass Justin Henin niemals Wimbledon gewonnen hat). Aber es muss auch erstmal gespielt werden. Damals bei Agassi, der nunmal auch nicht den Traumaufschlag oder -Volley schlagen konnte, hatte auch niemand damit gerechnet (OK, er konnte recht hart returnieren ;o) ). Von daher, "niemals" würde ich nicht sagen. Ich denke mal, die Chancen wären gegen die "etwas" bewegungsfaule Serena Williams sicher höher (wenn Kerber denn das Halbfinale gegen Kirilenko/Radwanska gewinnt, was mit Sicherheit schon schwer genug ist). Erstmal ist "Halbfinale und Viertelfinale (Lisicki)" für das dt. Tennis schon ein Superergebnis. Alles was jetzt dazu kommt, ist halt noch besser.
Ostwestfale 03.07.2012
5. Olympia-Vorfreude steigt
Zitat von schlabber2000Hallo viduka, prinzipiell gebe ich Ihnen da recht (bis darauf, dass Justin Henin niemals Wimbledon gewonnen hat). Aber es muss auch erstmal gespielt werden. Damals bei Agassi, der nunmal auch nicht den Traumaufschlag oder -Volley schlagen konnte, hatte auch niemand damit gerechnet (OK, er konnte recht hart returnieren ;o) ). Von daher, "niemals" würde ich nicht sagen. Ich denke mal, die Chancen wären gegen die "etwas" bewegungsfaule Serena Williams sicher höher (wenn Kerber denn das Halbfinale gegen Kirilenko/Radwanska gewinnt, was mit Sicherheit schon schwer genug ist). Erstmal ist "Halbfinale und Viertelfinale (Lisicki)" für das dt. Tennis schon ein Superergebnis. Alles was jetzt dazu kommt, ist halt noch besser.
Im Prinzip haben Sie recht, aber immer "nur" Viertelfinale und Halbfinale ist auch blöd, auch wenn ich die Leistungen der deutschen Frauen (die Männer sind in Wimblledon ja auch noch zu zweit) sehr zu schätzen weiß, denn es sind Weltklasseleitungen Auch wenn ich nicht so ein ganz großer Sommer-Olympia-Fan bin wächst meine Vorfreude auf Olympia schon ein wenig. Immerhin wird man dann hoffentlichauch das ein oder andere Tennis-Match im frei empfangbaren TV sehen können.Lisicki und Kerber werden übrigens zusammen im Doppel antreten.
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