Wimbledon Lustloses Spiel - Tomic muss gesamte Prämie zurückzahlen

Bernard Tomic lief einfachen Bällen nicht hinterher und verlor sein Erstrundenspiel in Wimbledon schon nach 58 Minuten - das zweitkürzeste Match in der Geschichte des Turniers. Nun haben die Veranstalter ihn mit der maximalen Geldstrafe belegt.

Bernard Tomic verlor sein Match in nur 58 Minuten
Clive Brunskill / Getty Images

Bernard Tomic verlor sein Match in nur 58 Minuten


Der australische Tennisprofi Bernard Tomic ist in Wimbledon wegen eines lustlosen Auftritts in seiner Erstrundenbegegnung mit einer Geldstrafe belegt worden.

Der 26-Jährige muss die maximale Strafe von 45.000 Pfund (50.000 Euro) zahlen, teilte der Veranstalter des Grand-Slam-Turniers mit. Das entspricht exakt der Prämie für die Teilnahme an Runde eins.

Der Australier hatte seine Auftaktpartie in nur 58 Minuten 2:6, 1:6, 4:6 gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga verloren. Es war das zweitkürzeste Match der Wimbledon-Geschichte. Kürzer war nur das Match von Roger Federer gegen Alejandro Falla im Jahr 2004, der Schweizer hatte damals in 54 Minuten gewonnen.

Wimbledon fordert "professionelle Standards"

In den Statuten von Wimbledon ist festgelegt, dass Spieler mit ihrer Leistung "professionelle Standards" erfüllen müssen. Das sei bei Tomic nicht der Fall gewesen, hieß es in der Mitteilung.

Tomic hatte einfache Bälle ins Netz geschlagen oder war ihnen gar nicht entgegengelaufen. Nach der Partie war sich der 26-Jährige keiner Schuld bewusst gewesen. "Ich denke, ich habe so gut gespielt, wie ich konnte. Ich habe einfach schrecklich gespielt und er hat 24 Asse oder so serviert", sagte Tomic. Viele Fragen wollte er auf der Pressekonferenz aber nicht beantworten.

Schon in der Vergangenheit war Tomic öfter negativ aufgefallen. Etwa vor zwei Jahren, als er in Wimbledon schon einmal mit einer Geldstrafe belegt worden war, nachdem er nach einer Niederlage gegen Mischa Zverev zugegeben hatte, eine Verletzung vorgetäuscht zu haben. "Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich etwas gelangweilt", sagte er damals.

ptz/sid

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
spon_7302413 04.07.2019
1. Gute Maßnahme.
Es war mir nicht bekannt, dass es eine Antrittsprämie gibt. Ist schon vorhersehbar, dass die Auffüller Classements sich verführt sehen, und 50.000 Euro für eine Stunde lang einen Scheixxdreck spielen. Nach dem gewollten Erstrundenaus abzureisen scheint ein durchaus interessantes Geschäftsmodell zu sein. Wenig Arbeit und der Monat ist schon mit einem Turnier gerettet. Selbst nach Anzug der Kosten müsste der Bursche - wenn das üblich wäre - nur ein paar Turniere im Monat absolvieren und wäre quasi top-versorgt im Dauerurlaub. Gut, wenn das dann bei zu offensichtlichem Underperforming sanktioniert wird. Der Sinn einer Anrittsprämie für Hinz und Kunz bei hochdotierten Turnieren erschließt sich mir ohnehin nicht. Vllt. sollten die Veranstalter sich einmal grundsätzliche Gedanken über die normative Kraft des Faktischen und das Ursache-Wirkungs-Prinzip machen... ;-)
alternativlos 04.07.2019
2. Peanuts für das Spiel der Spiele
Die Buchmacher haben auch solche Strafen schon längst eingepreist. Weiterhin Alles Gute
stefanreuther 04.07.2019
3. Wow
Die normative Kraft des Faktischen und das Ursache-Wirkungs-Prinzip , Geil das muss ich mir merken :-)
Msc 04.07.2019
4.
Wie hat er im dritten Satz 4 Spiele gewonnen, wenn er nicht gelaufen ist? Das muss ich mir mal ansehen.
cs01 04.07.2019
5.
Zitat von spon_7302413Es war mir nicht bekannt, dass es eine Antrittsprämie gibt. Ist schon vorhersehbar, dass die Auffüller Classements sich verführt sehen, und 50.000 Euro für eine Stunde lang einen Scheixxdreck spielen. Nach dem gewollten Erstrundenaus abzureisen scheint ein durchaus interessantes Geschäftsmodell zu sein. Wenig Arbeit und der Monat ist schon mit einem Turnier gerettet. Selbst nach Anzug der Kosten müsste der Bursche - wenn das üblich wäre - nur ein paar Turniere im Monat absolvieren und wäre quasi top-versorgt im Dauerurlaub. Gut, wenn das dann bei zu offensichtlichem Underperforming sanktioniert wird. Der Sinn einer Anrittsprämie für Hinz und Kunz bei hochdotierten Turnieren erschließt sich mir ohnehin nicht. Vllt. sollten die Veranstalter sich einmal grundsätzliche Gedanken über die normative Kraft des Faktischen und das Ursache-Wirkungs-Prinzip machen... ;-)
Man kann nicht einfach für die Turniere melden, man muss sich über Rangliste und "niedere" Turniere etc. qualifizieren. Deshalb ist es eine Leistung, für die erste Runde eines Turnieres qualifiziert zu sein. Damit erhält man auch zurecht ein Preisgeld, auch wenn Wimbledon eine Ehre sein sollte. Wenn man ständig in Runde 1 verliert, rutscht man ab und ist nicht mehr qualifiziert.
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