Wimbledon Aus für deutsche Tennisfrauen - Görges scheitert an Serena Williams

Als letzte verbliebene deutsche Spielerin ist Julia Görges bereits in der dritten Runde ausgeschieden. Wie im Halbfinale des Vorjahres verlor sie gegen Serena Williams.

Julia Görges
Toby Melville / REUTERS

Julia Görges


Nach einer Niederlage gegen Serena Williams ist Julia Görges in Wimbledon in der dritten Runde gescheitert. Die 30-Jährige verlor ihr Match 3:6, 4:6. Für die Spielerinnen war es das erste Aufeinandertreffen seit ihrem Wimbledon-Halbfinal-Duell im Vorjahr. Damals siegte Williams ebenfalls, verlor jedoch das Finale gegen Angelique Kerber.

Görges tat sich von Beginn des Spiels an schwer. Ihr erstes Aufschlagspiel hielt sie nur mit Mühe, im dritten kassierte sie dann das erste Break zum 2:4. Die Ballwechsel blieben überwiegend kurz, was vor allem Williams in die Karten spielte, die sich nach exakt einer halben Stunde Satz eins sicherte.

Die Partie war selten fesselnd, doch beide Spielerinnen beeindruckten mit ihren wuchtigen Aufschlägen. Beide servierten im Schnitt mit über 170 Stundenkilometern, ließen der Gegnerin dadurch nur wenig Chancen auf offene Punkte. Allerdings kassierte Görges erneut beim Stand von 2:2 ein frühes Break. Dieses reichte Williams letztlich, um nach 72 Minuten zum 16. Mal in Wimbledon das Achtelfinale zu erreichen.

Schwache Wimbledon-Bilanz für deutsche Tennisspielerinnen

"Es war ein kompliziertes Jahr für mich, aber ich steigere mich von Match zu Match", sagte Williams anschließend. Die siebenmalige Wimbledonsiegerin trifft im Achtelfinale auf Carla Suárez Navarro. Die Spanierin hatte ihre Drittrundenpartie gegen Lauren Davis gewonnen, die zuvor Kerber in Runde zwei aus dem Turnier geworfen hatte.

Nicht nur für Vorjahressiegerin Kerber lief das Turnier 2019 enttäuschend. Überhaupt hatte Görges es als einzige deutsche Spielerin in Runde drei geschafft. Die diesjährige Wimbledon-Bilanz ist für die deutschen Teilnehmerinnen desolat: Neben Kerber und Görges hatte es nur Laura Siegemund über das erste Spiel geschafft. Tatjana Maria, Andrea Petkovic, Anna-Lena Friedsam und Mona Barthel hatten sich allesamt bereits in der ersten Runde aus dem Turnier verabschiedet.

tip/sid



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jean-baptiste-perrier 07.07.2019
1. Falsche taktische Einstellung - mal wieder!
Wozu braucht man einen Trainer im Tennis? Man könnte die Statistik nehmen und sagen: Serena Williams 72 Prozent erste Aufschläge - Julia Görges 53 Prozent erste Aufschläge. Und das als vordergründige Erklärung benutzen für die Niederlage. Eine genauere Analyse führt jedoch zu folgenden Erkenntnissen: - > Das Görges bei eigenem Aufschlag die Punkte möglichst schnell machen wollte sobald sie von Serena einen schwächeren Return bekam, mag ja noch Sinn ergeben. Was man hat, das hat man. Der Ansatz bei Serenas Aufschlagspielen bei jedem Schlag nahezu 110 Prozent Risiko zu gehen, um die Ballwechsel möglichst kurz zu halten, war jedoch ein taktischer Unsinn ohne gleichen. Jeder (auch Görges Trainer und sie selbst) sollte doch langsam mitbekommen haben, dass man Serena auf dem Platz bewegen muss, um sie müde zu machen. Geht der Ball 4, 5 mal hin und her fängt Serena mittlerweile schon zu pumpen an (schnappt nach Luft) und dann lässt ihre Präzision stark nach. Von daher spielte Görges Taktik bei den Return-Spielen Baseball-artig durchgängig sofort mit hohem Risiko auf den Winner zu gehen Serena voll in die Karten. Görges mag abseits des Platzes eine sehr reflektierte und eloquente Person sein. Auf dem Platz mangelt es ihr aber an der nötigen Spiel-Intelligenz auf die richtige Taktik in Abhängigkeit zur Gegnerin umzustellen. Görges Taktik des blinden Haudraufs war ein Geschenk an die bald 38-jährige Serena Williams. Man schaut Görges zu wie einem hyperaktiven Kind, dass sich durch seine Hektik eine Beule nach der anderen holt. Bleib doch mal ruhig Jule - möchte man ihr zurufen. Schau doch mal auf die Gegnerin! In einem Interview nach dem Match sprach Görges davon, dass sie aus der Niederlage lernen wird. Den Eindruck hatte man in der Vergangenheit nicht. Es ist doch meist so, dass Görges durch ihr blinden Haudrauf-Ansatz ihre Niederlagen selbst organisiert. Die Gegnerinnen müssen nur kurz (sehr kurz) darauf warten, dass Görges ihre Bälle ins Netz oder ins Aus ballert und selten aktiv den Punkt machen. Serena Williams hat nicht das Match (aktiv!) gewonnen, sondern Julia Görges hat es (mal wieder) aktiv verloren - verballert! Ein geschenkter Sieg an Serena Williams. Wann fangen Julia Görges und ihr Trainer endlich an aus ihren Niederlagen zu lernen? Ich hoffe weiter - befürchte jedoch auch zukünftig bei Görges spielen in die Tischkante beißen zu müssen. Please, in Zukunft weniger Harakiri Jule! Das wäre besser für dich und mich.
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