Wimbledon-Finale 2019 Djokovic besiegt Federer in Fünf-Satz-Krimi

Es war das längste Wimbledon-Finale der Geschichte: Roger Federer hat zum dritten Mal auf dem Londoner Rasen gegen seinen Rivalen Novak Djokovic verloren. Zum ersten Mal musste der neue Match-Tiebreak entscheiden.
Novak Djokovic

Novak Djokovic

Foto: Ben Stansall/AFP

Novak Djokovic hat zum fünften Mal das Tennisturnier von Wimbledon gewonnen. Im Endspiel gegen Roger Federer setzte sich die Nummer eins der Weltrangliste in fünf Sätzen 7:6, 1:6, 7:6, 4:6 und 13:12 im neuen Match-Tiebreak durch. Es war insgesamt der 16. Grand-Slam-Titel für Djokovic, der damit nur noch vier Titel hinter dem fünf Jahre älteren Federer rangiert.

In einem spannenden Finale zeigte Federer über weite Strecken das bessere Tennis und gewann insgesamt mehr Ballwechsel. In den entscheidenden Momenten aber behielt Djokovic die Oberhand. Das Match dauerte fast fünf Stunden - länger als jedes Wimbledon-Endspiel zuvor.

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Schon der erste Satz dauerte mit 58 Minuten länger als das gesamte Frauenfinale am Vortag. Bis zum Tiebreak gab es in diesem Durchgang nur einen einzigen Breakball - Federer vergab ihn. Auch im Tiebreak führte der Schweizer bereits 5:3, ehe Djokovic mit vier Punkten in Folge den Satz für sich entschied.

Djokovic verliert den Rhythmus

Anstatt aber durch den knappen Satzgewinn beflügelt zu werden, verlor der Titelverteidiger anschließend seinen Rhythmus und vor allem seine nächsten beiden Aufschlagspiele. Schnell führte Federer so 4:0 im zweiten Satz und gewann ihn 6:1, bei nur zwölf Punkten Djokovics im ganzen Set.

Im dritten Satz hatte der Weltranglistenerste Djokovic immer noch Probleme, schaffte es aber zumindest, seinen Aufschlag zu halten - wenngleich er beim Stand von 4:5 einen Satzball Federers abwehren musste. Einen eigenen Breakball bekam Djokovic erneut nicht, aber im Tiebreak unterliefen Federer einige Unforced Errors mit der Rückhand, sodass der Serbe einmal mehr den Satz für sich entscheiden konnte.

Je länger das Match dauern würde, desto besser für den fünf Jahre jüngeren Djokovic, der dann seine überlegene Fitness würde ausspielen können, so die allgemeine Einschätzung vor dem Finale. Tatsächlich war aber von Erschöpfung bei Federer wenig zu sehen: Zwei weitere Breaks führten zu einer 5:2-Führung für den Schweizer im vierten Satz. Zwar musste Federer anschließend erstmals an diesem Tag seinen Aufschlag abgeben. Der Satzausgleich gelang ihm trotzdem.

Entscheidung im fünften Satz

Der fünfte Satz musste entscheiden, und die historische Erfahrung sprach gegen Federer: In acht Versuchen hatte er noch nie ein Grand-Slam-Finale nach 1:2-Satzrückstand gewonnen. Djokovic hingegen hatte zuvor alle sieben Endspiele gewonnen, in denen er 2:1 führte.

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Djokovic schien im Entscheidungssatz die Oberhand zu gewinnen, brachte seine eigenen Aufschlagspiele souveräner durch und schaffte ein Break zum 4:2. Aber Federer gelang das direkte Rebreak. Nun war jedes Aufschlagspiel prekär. Besonders Federer musste zittern, da ein weiteres Break seines Gegners sofort den Matchverlust bedeutet hätte.

Dennoch war es Federer, der nach einem Break zum 8:7 die ersten Matchbälle des Tages bekam. Djokovic konnte jedoch beide abwehren. Das Match wogte hin und her und musste schließlich im Match-Tiebreak entschieden werden. Diese neue Regelung war in Wimbledon eingeführt worden für den Fall, dass es im entscheidenden Satz 12:12 steht. Damit sollten Marathon-Matches wie das Duell John Isner gegen Nicolas Mahut von 2010 verhindert werden, das damals über elf Stunden dauerte.

Im Matchtiebreak ging Djokovic schnell 4:1 in Führung und gewann schließlich 7:3.

Hier können Sie das Finale im Liveticker nachlesen.

rae
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