Wimbledon Aus für Marathon-Mann Isner, Erfolg für Debütant Brands

Die Belastung war zu groß: Einen Tag nach Ende seines Rekordmatches ist der US-Amerikaner John Isner beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon ausgeschieden. Deutschlands Top-Tennisprofi Philipp Kohlschreiber scheiterte an Vorjahresfinalist Andy Roddick, Daniel Brands steht im Achtelfinale.
Tennisprofi Isner: Zweitrunden-Niederlage in 73 Minuten

Tennisprofi Isner: Zweitrunden-Niederlage in 73 Minuten

Foto: SUZANNE PLUNKETT/ REUTERS

Hamburg - John Isner musste der Anstrengung vom Marathon-Match gegen Nicolas Mahut Tribut zollen: Nur 19 Stunden nach dem Matchball zum 6:4, 3:6, 6:7, 7:6, 70:68 gegen den Franzosen musste der 2,06-Meter-Mann aus den USA am Freitag wieder auf den Rasen beim Grand-Slam-Turnier in Wimbelon. Er unterlag völlig entkräftet dem Niederländer Thiemo de Bakker 0:6, 3:6, 2:6. Isner bewegte sich schwerfällig, der Arm tat weh, nichts ging. Nur 73 Minuten dauerte das Spiel - bislang die kürzeste Partie im Herrenturnier 2010. Das Erstrundenmatch gegen Mahut, das erst am dritten Tag entschieden wurde, war mit 11:05 Stunden das längste Tennis-Match der Geschichte.

Wimbledon-Debütant Daniel Brands gelang eine Überraschung - und sein bislang größter Erfolg auf der Tennis-Tour. Der 22-Jährige zog bei den All England Championships ins Achtelfinale ein. Mit einer starken Leistung bog der Weltranglisten-98. die schon verloren geglaubte Partie gegen Victor Hanescu noch um. Letztlich profitierte er davon, dass der Rumäne wegen großer Probleme am linken Oberschenkel beim Stand von 6:7 (7:9), 6:7 (3:7), 7:6 (9:7), 6:3, 3:0 aufgab.

Philipp Kohlschreiber hatte im Match gegen Andy Roddick weniger Glück. Mit Ruhe, Spielwitz und großem Kampfgeist setzte Kohlschreiber den Vorjahres-Finalisten zwar unter Druck, am Ende kam für ihn aber wie für Angelique Kerber und Florian Mayer das Aus. Vor allem die harten Aufschläge des US-Amerikaners brachten den an Nummer 29 gesetzten Kohlschreiber beim 5:7, 7:6 (7:5), 3:6, 3:6 immer wieder aus dem Rhythmus.

Angelique Kerber machte zu viele Fehler und musste sich der der Australierin Jarmila Groth 3:6, 5:7 geschlagen geben. Für die Weltranglisten-54. war es trotz der Niederlage gegen die 38 Plätze schlechter eingestufte Groth der erfolgreichste Auftritt in Wimbledon, nachdem sie 2007 und 2008 jeweils in der ersten Runde gescheitert war. In diesem Jahr verabschiedete sich als letzte der sechs gestarteten deutschen Spielerinnen aus London.

Mayer gibt auf, Federer gewinnt

Auch Florian Mayer konnte an die bislang guten Ergebnisse nicht anknüpfen. Er wurde von einer Verletzung gestoppt. Allerdings hatte der 26-Jährige gegen Yen-Hsun Lu aus Taiwan von Beginn an einen schweren Stand und bekam die Partie nie in den Griff. Schon früh musste er sich am Rücken behandeln lassen. Als er nach den jeweils 4:6 verlorenen ersten beiden Sätzen auch im dritten Durchgang 1:2 in Rückstand geriet, gab der Weltranglisten-59. auf. "Ich habe eine Schmerztablette genommen und es ging auch kurzzeitig besser", sagte Mayer, "aber ab Ende des zweiten Satzes konnte ich mich gar nicht mehr bewegen."

Lleyton Hewitt aus Australien zog durch einen glatten Dreisatzsieg gegen den Franzosen Gael Monfils ins Achtelfinale gegen den Serben Novak Djokovic ein. Der an Nummer eins gesetzte Schweizer Roger Federer besiegte Arnaud Clement aus Frankreich 6:2, 6:4, 6:2.

Im Achtelfinale des Frauen-Wettbewerbs kommt es zum Duell der Rückkehrerinnen Kim Clijsters und Justine Henin. Die beiden Belgierinnen gewannen am Freitag fast zeitgleich ihre Drittrunden-Partien. Clijsters setzte sich 6:3, 6:3 gegen Maria Kirilenko aus Russland durch, Henin besiegte die Russin Nadja Petrowa 6:1, 6:4.

wit/dpa/sid
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