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05. Juli 2017, 21:07 Uhr

Wimbledon

Medwedew schmeißt Geld vor Schiedsrichterin

Daniil Medwedew hat in Wimbledon für einen Eklat gesorgt: Der Russe, der in der zweiten Runde trotz einer Führung noch ausschied, entlud seinen Frust an der Schiedsrichterin und warf ihr Münzgeld vor den Stuhl.

Am Vortag hatte er die Tenniswelt noch mit seinem sensationellen Sieg in der Auftaktrunde in Wimbledon gegen Stan Wawrinka überrascht, wenige Stunden später sorgte Daniil Medwedew für bizarre Szenen: Der 21-Jährige fragte während des fünften Satzes seiner Zweitrundenpartie gegen Ruben Bemelmans frustriert beim zuständigen Turnierdirektor nach, ob man die Stuhlschiedsrichterin Mariana Alves austauschen könne. Sein Wunsch wurde dem Russen, der mit einigen Entscheidungen des Referees nicht einverstanden gewesen war, allerdings abgeschlagen. Die Partie wurde auf Court Nr. 16 ausgetragen, auf dem das Hawk-Eye-Kamerasystem nicht installiert ist.

Nachdem Medwedew, der derzeit auf Platz 49 der Weltrangliste geführt wird, den entscheidenden fünften Durchgang trotz einer 2:0-Führung in Spielen noch aus der Hand gegeben und das Match gegen den 124. des ATP-Rankings schließlich 4:6, 2:6, 6:3, 6:2, 3:6 verloren hatte, verlor er endgültig die Nerven: Angekommen an seiner Spielerbank, griff Medwedew sich sein Portemonnaie aus der Tennistasche und suchte Münzgeld daraus. Anschließend warf er das Kleingeld vor den Arbeitsplatz der Stuhlschiedsrichterin.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel entschuldigte sich Medwedew zwar. "In der Hitze des Gefechts habe ich einen Fehler gemacht. Das tut mir leid. Ich werde mich bei der Schiedsrichterin entschuldigen, sobald ich sie sehe", sagte er: "Ich war enttäuscht und frustriert nach dem Spiel. Schiedsrichter machen Fehler, Spieler auch. Es war eine Dummheit, die ich getan habe."

Dennoch wird er wohl mit Sanktionen rechnen müssen. "Das muss jetzt beurteilt werden, und ich werde die Strafe akzeptieren", sagte Medwedew.

Bereits im vergangenen Jahr war der Rechtshänder durch skandalöses Verhalten aufgefallen. Im Rahmen des Challenger-Turniers in Savannah (Georgia) hatte Medwedew bei einer Niederlage gegen Donald Young einen rassistischen Kommentar über seinen schwarzen Kontrahenten und den schwarzen Referee losgelassen. Auch damals war er wegen Schiedsrichterentscheidungen gegen ihn verärgert gewesen. Seinerzeit wurde er umgehend vom Turnier ausgeschlossen.

lst

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