Wimbledon Williams zieht ins Finale ein - und greift nach dem Titel-Rekord

Serena Williams und Simona Halep bestreiten das Wimbledon-Finale 2019. Williams hatte gegen Strýcová ebenso wenig Probleme wie Halep gegen Switolina. Die US-Amerikanerin kann mit dem Turniersieg einen Grand-Slam-Rekord einstellen.

Andy Rain/epa

Zum zehnten Mal steht Serena Williams im Endspiel von Wimbledon. Die siebenfache Turniersiegerin besiegte im Halbfinale Barbora Strýcová mit 6:1, 6:2. Im Finale trifft sie auf Simona Halep, die 6:1, 6:3 gegen Elina Switolina gewann.

Williams hatte in ihrem Match Anlaufschwierigkeiten, leistete sich zu Beginn der Partie ungewöhnlich viele Fehler. Da Strýcová sich aber zu passiv präsentierte, kaum mal ans Netz ging und ihr erster Aufschlag zu selten kam, gelang der Weltranglistenzehnten dennoch ein frühes Break zum 3:1. Auch in der Folge spielte die Tschechin zu brav, wirkte verunsichert in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale. Ihr erster direkter Gewinnschlag gelang ihr beim Stand von 1:5.

Im zweiten Durchgang kam die Nummer 54 der Welt zunächst besser in die Partie, suchte selbst den Punktgewinn und kam häufiger ans Netz vor. Beim Stand von 2:2 verlor Strýcová aber ihr Aufschlagspiel. Nach dem Break bestimmte die 37-jährige Williams die Partie wieder nach Belieben und spielt nun am Samstag im Finale um ihren 24. Grand-Slam-Titel und den zehnten Wimbledon-Erfolg.

Ein Rekord im Blick und einen aufgestellt

"Es ist toll, besonders nach dem Jahr, das ich hatte", sagte Williams: "Ich habe einfach ein paar Matches gebraucht, um mich gut zu fühlen. Und jetzt wo ich mich gut fühle, kann ich das tun, was ich liebe: gutes Tennis spielen."

Auch im Vorjahr stand die US-Amerikanerin im Endspiel, verlor aber gegen Angelique Kerber. Sollte sie dieses Jahr gewinnen, würde sie mit der Australierin Margaret Smith Court gleichziehen, die insgesamt 24 Grand-Slam-Turniere gewann. Zudem wäre es Williams erster Grand-Slam-Titel seit der Geburt ihrer Tochter 2017.

Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis'. Bislang wurde die Bestmarke von der Martina Navratilova gehalten, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

Halep souverän ins erste Wimbledon-Finale

Williams Finalgegnerin ist Halep, die früher am Tag Elina Switolina glatt mit 6:1 und 6:3 besiegt hatte und zum ersten Mal im Wimbledon-Finale steht.

Die Weltranglistensiebte nahm ihrer Kontrahentin gleich das erste Aufschlagspiel ab und dominierte in der Folge den ersten Satz. Switolina hatte dem druckvollen Grundlinienspiel Haleps nichts entgegenzusetzen und brachte bei ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale im ersten Satz kein einziges Aufschlagsspiel durch.

Den zweiten Satz konnte die Ukrainerin ausgeglichener gestalten, hatte jedoch immer noch Probleme beim eigenen Aufschlag, während Halep ihren Service meist glatt durchbrachte. Beim Stand von 3:3 gelang der ehemaligen Weltranglistenersten das vorentscheidende Break.

Simona Halep feiert ihr erstes Wimbledon-Finale
Ben Stansall / AP

Simona Halep feiert ihr erstes Wimbledon-Finale

"Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist einer der schönsten Momente meines Lebens", sagte Halep. "Es war nicht so einfach, wie das Ergebnis vermuten lässt. Ich musste in jedem Ballwechsel lange kämpfen. Aber ich denke, ich habe die richtige Taktik gewählt."

Für die French-Open-Siegerin von 2018 ist es das insgesamt fünfte Finale bei einem Grand-Slam-Turnier, aber ihr erstes Endspiel in Wimbledon. Ihr zuvor bestes Ergebnis in London war das Erreichen des Halbfinals im Jahr 2014.

Im direkten Vergleich der beiden Finalistinnen führt Williams mit 9:1. Auf Rasen spielten die beiden erst einmal gegeneinander. 2011 gewann Williams in Wimbledon in der zweiten Runde 3:6, 6:2, 6:1.

svs/sid



insgesamt 7 Beiträge
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jesse01 11.07.2019
1. Wettbewerbsverzerrung
ich habe einen Mann gegen eine Frau spielen sehen. diesen ganzen Muskelbergen von Williams kann keine Frau standhalten. der Vorteil durch die Muskelberge ist so immens, dass Williams gar nicht tennis spielen geschweige denn fit sein muss. es reicht der erste Kanonenaufschlag und Standtennis aus.. das hat nichts mit tennis spielen zu tun.. Williams erkennbar überhaupt nicht fit und nun wieder im Finale. echt traurig. Williams kann so noch mit 60 spielen und gewinnen. wichtig ist nur, die Muskelbergen zu hegen und zu pflegen. wie bei dieser afrikanischen Läuferin sollte man den Hormonhaushalt prüfen. ich Wette, der Testosteron Wert ist so hoch, dass Williams ihn künstlich senken müsste, um überhaupt Chancengleichheit zwischen den Frauen herzustellen ! und das Denken auch alle, nur spricht es keiner aus. ! die zierliche, schmale halep wird um im Finale um ihr Leben rennen müssen.. ich muss einmal an die wta schreiben, mit der Aufforderung, Williams Hormone zu checken. so kann es jedenfalls nicht weitergehen, im Damentennis.
Endlager 11.07.2019
2. Einfach nur lächerlich,
Williams spielt nur noch GS-Turniere, dank einer abstrusen Regel für Spielerinnen über 30, so hat sie wesentlich mehr Regenerationszeit, als normale Spielerinnen. Und sollte Williams den Rekord einstellen, so hätte sie Jahrzehnte dafür benötigt, Graf und Court-Smith gelang das in rund zehn Jahren, einem Bruchteil der Zeit. Zudem traf Williams diese Mal erneut auf Wundersame Weise bis zum Finale nicht auf eine einzige Topspielerin.
quincy1964 11.07.2019
3. Damentennnis ist tot
Herzlichen Glückwunsch zum kollektiven Versagen.Am besten gleich die Trophäe überreichen.Wie peinlich ist das Damentennnis. Und diese Farce wird auch noch von allen Kommentatoren in Wimbledon gewürdigt. Ich meine Becker und John Mc Enroe haben nicht alle Tassen im Schrank. Eine 37 jährige übergewichtige spielt im Stehen! die gesamte Damenwelt an die Wand. Kein Wunder wenn sich Mimosen wie Angelique Kerber gleich in der 2. Runde verabschieden.
_thrilled_ 11.07.2019
4. Keine Konkurrenz
Eine echte Konkurrentin hat S. Williams seit Jahren nicht. Die paar Damen (V. Williams, Henin, Clijsters), die ihr in den 00er-Jahren die Stirn bieten konnten, sind entweder lange "in Rente" oder komplett außer Form. Der ganze Rest (Sharapova, Kerber, Halep, Azarenka,...) ist zu inkonstant - da folgt auf ein Spitzenturnier dann i.d.R. eine herbe Enttäuschung. Im Prinzip ist es traurig. S. Williams ist Ende 30, offensichtlich gar nicht einmal richtig fit, aber trotzdem reicht dieses hüftsteife, eigentlich rein auf ihre Kraft basierende Spiel, um die Gegnerinnen von dicken Klatschen vom Platz zu fegen. Hoffentlich kann wenigstens Halep im Finale ihren 24. Grand Slam verhindern, auch wenn ich es ihr leider nicht zutraue.
deffnull 11.07.2019
5. Meine Herren Kommentatoren...
... Es ist halt so. Wenn es reicht, Muskeln zu haben und Kanonenaufschläge zu machen um GrandSlams zu gewinnen, dann mag man das doof finden, das heißt aber nur, dass die Konkurrenz zu schwach ist, ihr mit trickreichem Tennis Paroli zu bieten. Oder anders gesagt: seid froh, dass S. Williams nicht fit ist, sonst würde jede Begegnung ganz öde 6:0, 6:0 ausgehen. Wer hat, der kann. Viel Erfolg, Serena!
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