Wimbledon-Siegerin Muguruza Eine Frau im besten Alter

Die Erfahrung von Venus Williams hatte im Endspiel von Wimbledon nichts zu melden gegen die Klasse von Garbiñe Muguruza. Eine Frage ist aber so unklar wie zuvor: Wer ist die wahre Nummer eins? Alles Wichtige zum Match.
Garbiñe Muguruza

Garbiñe Muguruza

Foto: MATTHEW CHILDS/ REUTERS

Die Frage des Tages: Wer zum Teufel ist eigentlich die beste Tennisspielerin der Welt? Der Eindruck sagt Serena Williams, aber die macht Babypause. Die Weltrangliste sagt Angelique Kerber, aber die hat in diesem Jahr neun Matches gegen Spitzenspielerinnen gehabt und alle verloren, jetzt ist sie die Nummer eins endlich los. Die neue Weltrangliste sagt Karolina Pliskova, aber die ist in Wimbledon schon in der zweiten Runde gescheitert. Wer würde in diesem Interregnum die neue Tenniskönigin werden? Venus Williams oder Garbiñe Muguruza?

Das Ergebnis: Eine erst spannende, dann ultraeinseitige Krönungsmesse endete 7:5, 6:0 für Muguruza. Hier geht es zur Meldung.

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Wimbledon: Muguruzas Machtdemonstration

Foto: David Ramos/ Getty Images

"Ich könnte deine Mutter sein": Venus Williams spielte 1997 zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Finale. Im aktuellen Wimbledon-Turnier besiegte sie zwei Gegnerinnen, die damals noch gar nicht geboren waren. Gegnerin Muguruza war da auch noch nicht in der Grundschule, sie ist 14 Jahre jünger als Williams. Die Amerikanerin hätte mit einem Sieg den Altersrekord für eine Grand-Slam-Siegerin in der modernen Zeitrechnung des Tennis brechen können. Daraus wurde nichts.

Die heiligen Hallen: Erstmals in der Geschichte von Wimbledon wurde ein Finale komplett unter geschlossenem Dach ausgetragen. Damit wollte man dem Regen vorbeugen, der angekündigt war und das Spiel auf den Außenplätzen tatsächlich genau dann zum Erliegen brachte, als Williams und Muguruza auf den Centre-Court kamen.

Venus Williams und Garbiñe Muguruza unter dem geschlossenen Dach

Venus Williams und Garbiñe Muguruza unter dem geschlossenen Dach

Foto: David Ramos/ Getty Images

Der erste Satz: Williams eröffnete das Match mit einem Ass. Dass die nächsten beiden Punkte durch Unforced Errors beider Spielerinnen erzielt wurden, konnte man vielleicht noch mit der Anfangsnervosität erklären. Die Fehler blieben aber bei Williams prägend. Vor allem ihre Vorhand hatte große Probleme, die Länge stimmte oft nicht, und manch sorgfältig vorbereiteter Winner scheiterte daran, dass ein Vorhandschlag unbedrängt im Netz landete. Dennoch hatte Williams zwei Satzbälle beim Stand von 5:4. Muguruza wehrte einen davon in einem 19 Schläge langen Ballwechsel ab. Das war die Wende im Match. Anschließend gab die Spanierin kein Spiel mehr ab.

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Der zweite Satz: Niemand, der Tennis mag, und niemand, der Venus Williams mag, und vor allem niemand, auf den beides zutrifft, konnte entspannt zusehen, wie die Amerikanerin im zweiten Satz die Kontrolle über ihr Tennis verlor. Sie hatte erst einen Satz in sechs Matches bei diesem Turnier abgegeben. Aber alle Dominanz schien ihr Spiel verlassen zu haben, insgesamt unterliefen ihr fünf Doppelfehler. Nach ihrem zweiten Aufschlag machte Williams wesentlich weniger Punkte (33 Prozent) als Muguruza mit ihren Returns (47 Prozent). Um mit solchen Statistiken zu gewinnen, muss der erste Aufschlag überragend sein. Er war dem von Muguruza aber nur ebenbürtig. Am Ende stand so ein 0:6 aus Sicht von Williams - noch nie zuvor hatte sie bei diesem ihrem Lieblingsturnier einen Satz ohne eigenen Spielgewinn verloren.

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Wo Kerber einmalig gut ist: Angelique Kerber, das hat Peter Ahrens nach ihrem Ausscheiden zusammengefasst, war keine sehr erfolgreiche Nummer eins der Weltrangliste. In einem Punkt aber ist die Kielerin weiterhin Spitze. Sie hat es als einzige Spielerin geschafft, Muguruza in diesem Turnier einen Satz abzunehmen. Bei ihrem Achtelfinalaus gewann Kerber den ersten Satz 6:4, bevor sie die weiteren mit dem gleichen Resultat abgeben musste.

Und die neue Nummer eins? Karolina Pliskova hatte seit ihrem frühen Aus gegen Magdalena Rybarikova schon etwas Zeit. Neun Tage ist die Tschechin nun schon nicht mehr in der Einzelkonkurrenz vertreten. Seit Dienstag, seit nämlich Simona Halep an Johanna Konta scheiterte, weiß Pliskova aber sicher, dass sie in der am Montag veröffentlichten Weltrangliste ganz oben stehen wird. Anstatt sich in Ruhe das Endspiel zwischen Muguruza und Williams anzusehen, postete Pliskova lieber während des Finales das Ergebnis eines Fotoshootings auf Twitter. Respekt sieht anders aus, aber die Geschichte wird von Weltranglistenersten geschrieben. Zumindest bis zu den US Open.

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