Boxen Weltmeister Joshua schlägt Klitsch k.o.

In einem hochklassigen Kampf hat Anthony Joshua seinen WM-Titel gegen Wladimir Klitschko verteidigt. 90.000 Fans im Wembley-Stadion sahen, wie beide Boxer nach Niederschlägen wieder aufstanden.

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Anthony Joshua hat seinen Schwergewichts-Weltmeisterschaftstitel der IBF verteidigt und dazu die Titel der Verbände WBA und IBO gewonnen. Der Brite besiegte in einem dramatischen Kampf vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion in London Wladimir Klitschko durch Technischen K.o. in der elften Runde. Für Klitschko scheiterte damit sein Comeback: Er stand erstmals seit November 2015 wieder im Ring. Damals hatte er seine Titel an Tyson Fury verloren.

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Joshuas Sieg gegen Klitschko: Elf Runden, vier Niederschläge, ein Weltmeister

Es war ein hochklassiger Kampf. Zu Beginn überließ Joshua seinem Gegner die Ringmitte und lauerte auf Konter. Das funktionierte gut: Die ersten Runden waren ausgeglichen, Joshua hatte allerdings leichte Vorteile. In der vierten Runde wurde der Kampf intensiver. Unmittelbar zu Beginn der Runde landete Klitschko seinen ersten guten Treffer, danach setzte aber wieder Joshua entscheidende Akzente.

Die fünfte Runde wurde spektakulär: Joshua begann mit mehreren starken Treffern, Klitschko trug einen schweren Cut am linken Auge davon und ging kurzzeitig zu Boden. Aber auch Joshua kassierte eine gute Kombination und geriet ins Wanken. Beide Boxer wirkten in dieser Phase schwer angeschlagen. In der sechsten Runde ging dann auch der Titelverteidiger zu Boden - erstmals in seiner Karriere. Klitschko hatte Joshua mit einer harten Rechten getroffen.

Aber auch Joshua fand zurück in den Kampf. Das Tempo wurde in der Folge etwas ruhiger, die Angriffe überlegter und seltener. In Runde elf drängte Joshua auf die Entscheidung - mit Erfolg. Zweimal schlug er Klitschko erneut zu Boden, beide Mal traf er mit einem linken Haken entscheidend. Als der Ukrainer bei den nächsten harten Attacken Joshuas wieder ins Wanken geriet, brach der Ringrichter den Kampf ab. Joshua gewann nach 2:25 Minuten in der elften Runde durch technischen K.o.

Hier können Sie den Liveticker mit einer Analyse des Kampfes nachlesen.

Zuvor hatte die Berliner Boxerin Nina Meinke ihren Profikampf im Vorprogramm trotz großer Gegenwehr verloren. Die 24-Jährige, die vom früheren Weltmeister Sven Ottke betreut wird, unterlag im Leichtgewicht der irischen Olympiasiegerin Katie Taylor nach Abbruch in der siebten Runde.

Die Junioren-Weltmeisterin hielt vor rund 25.000 Zuschauern lange mutig dagegen. Allerdings hatte Meinke den Schlagkombinationen der Irin mit zunehmender Kampfdauer immer weniger entgegenzusetzen.

aev



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wasnulos 30.04.2017
1. Schade
Wladimir, alles gegeben aber hat halt nicht gelangt. Ein sehr großer Sportler verlässt die Bühne, ich kann mir denken, dass tut weh. Aber egal, du warst nahe dran in Runde 6 und nun übernimmt die Jugend wie es halt so ist im Leben. Aber schön zu sehen, dass man auch mit 41 noch austrainiert sein kann. Genieß ab sofort dein Leben und lass es dir gut gehen!
joes.world 30.04.2017
2. Mutig von Wladimir, als 41-jähriger noch in den Ring zu steigern.
Aber Joshua dominierte von Beginn an. Er war kompakter, flexibler, beweglicher. Die wilde Jugend trat gegen den alten Taktiker an. Joshua war schnell und Körper und Geist bildeten eine geschlossene, undurchbrechbare, Einheit. Als Wladimir in der 5. Runde auf die Matte ging, glaubte man an einen klaren Sieg. Aber wie Wladimir sofort zurückkam, das war große Sportkunst. Dominant zu sein, so wie es sein Bruder fordern in den Ring rief, schaffte Wladimir nicht. In Runde 7, 8, 9 tänzelte er wie schon lange nicht mehr. Dominierte aber nicht. Wurde vorsichtiger, taktischer. Bis in der Runde 11 der junge Wilde die bessere Kondition hatte und sich aggressiv den Sieg holte. Wann, wenn überhaupt, gab es bei einem der Klitschko-Brüder schon mal so einen wilden, bewegten, abwechslungsreichen Kampf? Wladimir muss sich nun eingestehen, dass sein Alter ihm langsam gegen die Jungen keine Chance mehr lässt. Es war ein toller Kampf, Wladimir. Danke für deinen kämpferischen Abschied aus dem Ring.
Cardio84 30.04.2017
3.
Für mich war das der beste Schwergewichtskampf seit Vitali gegen Lennox Lewis. Klitschko sollte jetzt aber aufhören. Das er zu alt ist hat man in Runde 6 gesehen als er Josua am Boden hatte, dann aber nicht mehr nachsetzen und den Kampf beenden konnte. Josua gehören die nächsten 10 Jahre im Schwergewicht.
Nichtraucher 30.04.2017
4. Warum
warum hat Klitschko nicht aufgehört? Er hatte eine grosse, sogar grossartige Zeit. Aber man sollte erkennen, wenn sie vorbei ist. Sicher, 15 Mio sind auch ein Argument....
abdonvi 30.04.2017
5. Super Anthony we are the champion
Groß Respekt für Klitschko. Viel Glück und Erfolg für Anthony.
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