WM-Boxkampf gegen Chambers Klitschko verteidigt Titel gegen "Fast Eddie"

Wladimir Klitschko dominierte den Kampf gegen Eddie Chambers aus den USA nach Belieben, doch er wollte den K.o.: Fünf Sekunden vor dem Ende der zwölften und letzten Runde war es dann soweit. Mit einem linken Haken beendete der Ukrainer die Titelverteidigung - gerade noch vorzeitig.

AP

Hamburg - Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko hat seine drei WM-Titel erfolgreich verteidigt. Der 33-jährige Champion der Verbände IBF, WBO und IBO besiegte am Samstagabend vor 50.000 Zuschauern im Düsseldorfer Stadion den US-Amerikaner Eddie Chambers durch K.o. nach 2:55 Minuten der zwölften Runde.

Für den knapp zwei Meter großen Ukrainer war es der 17. WM-Kampf und der 54. Sieg seiner Karriere bei nur drei Niederlagen. 48 seiner Fights gewann Klitschko vorzeitig. "Eddie war sauschnell, ich musste lange abwarten, um das richtige Tempo zu bekommen. Ab der sechsten Runde ist aber seine Strategie zusammengebrochen", sagte Klitschko.

Der 16 Kilogramm leichtere und 15 Zentimeter kleinere Herausforderer musste im 37. Kampf seiner Laufbahn hingegen die zweite Niederlage einstecken. Chambers, Weltranglistenerster der WBO, hatte sich durch einen überraschenden Punktsieg gegen den Ukrainer Alexander Dimitrenko am 4. Juli 2009 für den Titelkampf gegen Klitschko qualifiziert.

In den zwölf Runden war Klitschko stets der dominierende Boxer. Allerdings machte er über weite Strecken zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Nur selten erzielte er Wirkungstreffer gegen Chambers, der sich meist im Rückwärtsgang befand. Vor der zehnten Runde kam es zu einer etwas längeren Unterbrechung, weil Chambers seinen rechten Boxhandschuh wechseln musste. Klitschko konnte während der Pause Kraft schöpfen.

Erst in den letzten beiden Runden erhöhte Klitschko spürbar das Tempo und erzielte fünf Sekunden vor dem Kampfende mit einem linken Haken den Knockout.

Für Klitschko war es der erste Kampf nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung gegen Ruslan Tschagajew im Juni 2009 in Gelsenkirchen. Erstmals saß in Düsseldorf auch Klitschkos neue Freundin, der amerikanische TV-Serienstar Hayden Panettiere, am Ring.

luk/dpa/sid



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ichius 21.03.2010
1. Unsportlich
Das er nachgeschlagen hat, obwohl sein Gegner schon am Boden lag, fand ich einfach nur unsportlich und völlig unangebracht, er hatte ja sowieso schon gewonnen. Bei mir ist er jedenfalls unten durch.
Cortado#13, 21.03.2010
2. Klitschko, der Ukrainer!
Was für ein unsympathischer Typ, einen Bruchteil von Sekunden konnte man den Killerinstinkt in seinen Augen sehen, als sein Gegner zu Boden ging und er nachschlagen wollte. Aber der Tag ist nicht mehr fern, dann findet er endlich seinen Meister!!!
My2Cents 21.03.2010
3. Brot und Spiele
Das war sowas von einer abgekarteten Schauvorstellung... Pünktlich zur 12. Runde, wenn alle Werbeeinspielungen schön durch sind, geht Chambers nach einem harten Schlag auf seinen Handschuh unwiederbringlich in die Knie. Ja ja.... Man stelle sich nur vor, er wäre gleich in der zweiten Runde K.O. gegangen... Ich hätte ja sooo gern die Gesichter der Sponsoren gesehen... Normalerweise gucke ich so'n Schwachsinn wie Sportveranstaltungen nicht. War heute mal 'ne Ausnahme, weil auf 'ner Fete die anderen gerne das Boxen gucken wollten... Für mich war's eher zum Lachen, wie die anderen voll auf den "Hammerschlag" von Klitschko abgefahren sind.
systemfeind 21.03.2010
4. wieso Ukrainer ?
Zitat von sysopWladimir Klitschko dominierte den Kampf gegen Eddie Chambers aus den USA nach Belieben, doch er wollte den K.o.: Fünf Sekunden vor dem Ende der zwölften und letzten Runde war es dann soweit. Mit einem linken Haken beendete der Ukrainer die Titelverteidigung - gerade noch - vorzeitig. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,684813,00.html
ich dachte immer Glitschgo wäre ein hamburger Russe . Hauptsache der ami hat was aufs Maul bekommen ^^
Eppelein von Gailingen 21.03.2010
5. Mit Marlene Dietrich: Wo sind sie geblieben?
Zitat von sysopWladimir Klitschko dominierte den Kampf gegen Eddie Chambers aus den USA nach Belieben, doch er wollte den K.o.: Fünf Sekunden vor dem Ende der zwölften und letzten Runde war es dann soweit. Mit einem linken Haken beendete der Ukrainer die Titelverteidigung - gerade noch - vorzeitig. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,684813,00.html
Die Afro-Amerikaner dominieren nicht mehr im Boxsport. Neue nachdrängende Schlägertypen à la Iron Mike Tyson - mit Ohr anbeißen wie beim Hundekampf - gibt es auch nicht mehr. Typen wie Sonny Liston, Joe Frazier, George Foreman oder Ken Norton waren Dampfhämmer, die teilweise unsauber boxten - wie Liston, sind Unikate geblieben. Cassius Clay alias Muhammad Ali war ein eher sauberer Techniker, der schon mal einen gebrochenen Kiefer an seinem geschmierten Mundwerk riskierte. Was ist los im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Der Boxpromotor Don (Donald MacRonald) King und seine Starkstromfrisur, sind auch kein Markenzeichen mehr. Mittlerweile sind ihm vielleicht die störrischen Haare ausgefallen. Jetzt ist es halt die Aera der beiden Klitschkos.
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