WM-Finale DHB-Team unterliegt Kroatien

Das deutsche Handball-Nationalteam hat den WM-Titel knapp verpasst. Ohne die verletzten Stefan Kretzschmar und Volker Zerbe verloren die Schützlinge von Bundestrainer Heiner Brand gegen Kroatien mit drei Toren Unterschied, dürfen sich nach einem großartigen Turnier dennoch als Sieger fühlen.


Auch Pascal Hens konnte die knappe Niederlage nicht verhindern
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Auch Pascal Hens konnte die knappe Niederlage nicht verhindern

Lissabon - Der Traum vom dritten Titelgewinn nach 1938 und 1978 hat sich für die deutschen Handballer nicht erfüllt. Ohne die verletzten Kretzschmar und Zerbe verlor der EM-Zweite am Sonntag in Lissabon das Endspiel der Weltmeisterschaft gegen Kroatien mit 31:34 (18:20). Mit der Silbermedaille feierten die Schützlinge von Bundestrainer Heiner Brand dennoch den größten Erfolg für den deutschen Männer-Handball seit dem WM-Bronze der DDR 1986. Freuen konnten sich die deutschen Spieler über Platz zwei zunächst jedoch nicht und saßen nach der Schlusssirene geknickt auf ihrer Auswechselbank.

Auch acht Tore von Kapitän Markus Baur aus Lemgo hatten im Endspiel die sechste Niederlage im 18. Vergleich mit den Kroaten nicht verhindern können. Das mit drei Bundesliga-Legionären angetretene Team vom Balkan feierte nach dem Olympiasieg von 1996 den zweiten großen Erfolg seiner Handball-Geschichte.

"Trotz allem war die Leistung meiner Mannschaft sensationell. Ich bin stolz, sie trainieren zu dürfen. Jetzt wollen wir bei Olympia in Athen wieder auf Medaillenjagd gehen", sagte Bundestrainer Brand, der wie einige seiner Spieler im Kabinengang den Tränen freien Lauf ließ. DHB-Präsident Ulrich Strombach zollte den besten deutschen Handballern ein großes Lob: "Es ist zwar eine Niederlage im Finale, aber ein Sieg im Turnier."



Litt auf der Tribüne mit seinen Teamkollegen mit: Der verletzte Stefan Kretzschmar Auch Pascal Hens konnte die knappe Niederlage nicht verhindern Handball Deutschland-Kroatien / Hens CENTER/KLEIN

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Die Entscheidung in der spannenden Begegnung fiel in der 54. Minute. Nachdem die DHB-Auswahl binnen fünf Minuten einen Vier-Tore-Rückstand zum 29:29 ausgeglichen hatte, vergaben die Brand-Schützlinge zunächst eine Drei-zu-eins-Überzahl bei einem Tempogegenstoß und leisteten sich wenig später einen leichten Ballverlust. Die Kroaten zogen danach auf 31:29 davon und brachten die Führung über die Zeit. Überragende Akteure des neuen Weltmeisters waren Rechtsaußen Mirza Dzomba und Schlussmann Vlado Sola. "Unsere Mannschaft hat hervorragend gekämpft und wir können erhobenen Hauptes vom Feld gehen", kommentierte Routinier Zerbe.


Deutschland - Kroatien 31:34 (18:20)
Deutschland: Fritz (THW Kiel), Ramota (TBV Lemgo) - Hens (SG Wallau-Massenheim/5), Dragunski (SG Flensburg-Handewitt/1), Rose (SG Wallau-Massenheim/3), Immel (SG Wallau-Massenheim/1), Schwarzer (TBV Lemgo/2), Petersen (THW Kiel), Weber (SG Wallau-Massenheim), Zerbe (TBV Lemgo), Baur (TBV Lemgo/8/5), Zeitz (SG Kronau/Östringen/2), Grimm (TV Großwallstadt/2), Kehrmann (TBV Lemgo/7/2)
Kroatien: Kaleb (2), Sulic (4), Balic (4), Jovic (3), Lackovic (4), Dominikovic (1), Dzomba (8), Valcic (1), Goluza (3/2), Metlicic (4)
Schiedsrichter: Boye/Jensen (Dänemark)
Zuschauer: 12.000 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 10
Disqualifikation: Sulic (Kroatien/53.) wegen groben Foulspiels



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