WM-Silber Zabel unterliegt Freire im Sprint

Bei den Weltmeisterschaften der Radprofis im italienischen Verona holte sich der Spanier Oscar Freire den insgesamt dritten WM-Titel seiner Karriere. Der deutsche Mitfavorit Erik Zabel musste sich im Sprint geschlagen geben und gewann die Silbermedaille.


Dritter Triumph: Oscar Freire jubelt in Verona
AP

Dritter Triumph: Oscar Freire jubelt in Verona

Verona - Bereits 1999 und 2001 hatte Freire die Straßen-WM der Radprofis gewonnen, auf dem 265,5 Kilometer langen Rundkurs in Verona setzte sich der Spanier im Schlusssprint der 17-köpfigen Spitzengruppe nach 6:57:17 Stunden vor Zabel und dem Italiener Luca Paolini durch. Für den 34-jährigen Zabel war es die zweite WM-Medaille.

Vor geschätzten 250.000 Zuschauern stieg der große Top-Favorit Paolo Bettini bereits in der 15. von 18 Runden mit Knieproblemen aus. Der italienische Olympiasieger verletzte sich nach knapp 200 Kilometern, als er bei der Reparatur eines Defekts mit dem Knie gegen die Tür seines Mannschaftswagens gestoßen war. Gänzlich fehlten in Verona auch der erkrankte Jan Ullrich, der Weltcup-Spitzenreiter Davide Rebellin sowie Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong.

25 Fahrer nahmen auf der letzten Runde das Finale in die Hand, darunter mit Mathias Kessler, Steffen Wesemann, Danilo Hondo und Zabel auch vier deutsche Fahrer. Auf dem letzten Anstieg zum Torricelle setzten sich sechs Fahrer ab - kein deutscher Profi war mehr dabei, aber auf der Abfahrt rollte alles wieder zusammen. 17 Fahrer kristallisierten sich dann heraus und machten den Sieg unter sich aus.

Kummer attestiert tolle Mannschaftsleistung

T-Mobile-Teamchef Mario Kummer zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Wesemann hat die vorletzte Runde fast komplett alleine an der Spitze gefahren. Das Ergebnis zeigt, dass wir ein solches Rennen auch mit zwei Top-Sprintern, Hondo und Zabel, bestreiten können", sagte Kummer. Hondo zog auf der Zielgeraden den Spurt an, belegte letztendlich den 14. Platz. "Wir hatten vorher nichts festgelegt. Ich bin der bessere Anfahrer - da bin ich im Finale eben für Erik gefahren", erklärte Hondo.

Durch die Silbermedaille von Zabel gewann das deutsche Team die inoffizielle Nationenwertung mit insgesamt zwei Gold-, drei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille. Bei den Frauen konnte Judith Arndt aus Leipzig triumphieren, das Zeitfahren der Junioren gewann Patrick Gretsch aus Elxleben.



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