World Cup of Hockey "Europas Best of the Rest" begeistert die Eishockey-Welt

Die deutschen Eishockeynationalspieler um Leon Draisaitl sorgen mit der Europa-Auswahl beim World Cup of Hockey für eine überraschende Erfolgsgeschichte. Jetzt stehen sie im Halbfinale.

Leon Draisaitl
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Leon Draisaitl


Der deutsche Eishockeyspieler Leon Draisaitl erlebt derzeit ein Abenteuer. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen aus acht Nationen sorgt der NHL-Profi mit der Europa-Auswahl beim World Cup of Hockey in Toronto für Furore. "Wir wollten der Welt zeigen, dass die kleinen Länder auch Eishockey spielen können", sagte Draisaitl. "Das ist uns ganz gut gelungen. Es macht eine Menge Spaß."

Beim World Cup of Hockey treten die besten Eishockeynationen der Welt gegeneinander an. Gastgeber Kanada, die USA, Schweden, Finnland, Tschechien und Russland rangieren in der Weltrangliste auf den Plätzen eins bis sechs - und sind deshalb gesetzt. Hinzu kommen erstmals eine U23-Auswahl der Jungstars aus Nordamerika sowie das Team Europa um Draisaitl.

Draisaitl hat großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft: Beim deutlichen 3:0-Auftaktsieg gegen die favorisierten US-Amerikaner bot der 20-Jährige eine starke Leistung und krönte seinen Auftritt mit einem Treffer. Im zweiten Spiel erzielte der Profi von den Edmonton Oilers in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 3:2-Erfolg gegen Tschechien. "Draisaitl hat die Sahne auf die Torte gepackt", sagte Europa-Trainer Ralph Krueger im Anschluss an die Partie.

Im dritten und letzten Gruppenspiel unterlag die Europa-Auswahl zwar 1:4 gegen Weltmeister und Olympiasieger Kanada, ins Halbfinale zog das Team trotzdem ein. Dort will Draisaitl am Sonntag (19 Uhr, TV: Sport1) mit seiner zusammengewürfelten Mannschaft das nächste Kapitel der überraschenden Erfolgsgeschichte schreiben - gegen den Olympiazweiten Schweden.

Die Europa-Auswahl ist die große Geschichte im eishockeyverrückten Toronto. Noch vor zwei Wochen hatte die Mannschaft in zwei Vorbereitungsspielen gegen unterschiedliche Nordamerika-Auswahlen insgesamt elf Gegentore kassiert und wirkte völlig überfordert. Jetzt sind Draisaitl und seine Teamkollegen nur noch einem Sieg vom Finale entfernt.

"Wir sind hierhergekommen, um zu beweisen, dass wir dazugehören", sagte Verteidiger Christian Ehrhoff, "ich denke, wir haben das ganz gut hingekriegt, aber wir sind noch nicht zufrieden." Mit einem Sieg gegen die Schweden könne man Geschichte schreiben, sagte der 34-Jährige, einer von sechs Deutschen in der Europa-Auswahl.

Was die Europa-Auswahl beim Turnier der Besten leistet, ist schon jetzt historisch - nicht nur wegen ihrer überraschenden Siege gegen die USA und Tschechien. Denn ob es in Zukunft beim World Cup of Hockey noch einmal eine Europa-Auswahl geben wird, ist offen. Die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA hatten dieses Modell gewählt, um möglichst viele Spieler aus der Liga bei ihrem Turnier aufs Eis zu bekommen.

In der Vergangenheit hatten die ersten acht Nationen der Weltrangliste das Turnier bestritten. Diesmal verzichteten die Veranstalter auf Mannschaften wie die Schweiz und die Slowakei, weil in ihnen nur wenige NHL-Stars mitgespielt hätten. Stattdessen schickten sie zwei zusammengewürfelte Teams ins Rennen, die den Zuschauern mehr Spektakel versprachen: Nordamerikas mit Top-Talenten gespickte U23-Auswahl und eben Draisaitl und Co. als "Europas Best of the Rest".

"Null Vergangenheit, null Zukunft, deshalb sind wir im Hier und Jetzt so stark", sagte Krueger. Und die Geschichte soll nicht am Sonntag enden: "Wir wollen ins Finale."

mru/sid



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sucramotto 23.09.2016
1. Tolle Sache!
Freut mich für das Team Europa. Schade, dass das andere zusammengewürfelte Team Nordamerika denkbar knapp gescheitert ist, denn das Team hat neben Team Canada bisher am stärksten aufgespielt. Ein Finale Europa gegen Canada wäre klasse. Dann halte ich allerdings auf Team Canada!;-) Aber erstmal müssen die Halbfinale gewonnen werden, was für beide Wunschfinalisten nicht leicht werden dürfte.
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