Zabel-Interview "Ein Tour-Start wäre wunderschön"

Die Entscheidung, wer als Kapitän das Team T-Mobile bei der Tour anführt, ist gefallen. Jan Ullrich soll es richten, es wird keine Doppelspitze mit Alexander Winokurow geben. Offen ist aber, ob Erik Zabel seine zwölfte Frankreich-Rundfahrt bestreiten wird. Der Routinier sehnt eine Teilnahme herbei.


Teamkollegen Zabel (l.) und Ullrich: "Chance auf Ehrenplätze"
REUTERS

Teamkollegen Zabel (l.) und Ullrich: "Chance auf Ehrenplätze"

Frage:

Herr Zabel, sind Sie fit für die Tour?

Zabel: Seit der letzten Giro-Woche Ende Mai habe ich das Gefühl, dass es wieder gut läuft. Ob es für einen Platz für die Tour reicht, muss allein die Teamführung entscheiden.

Frage: Wollen Sie mit einem Etappensieg bei der Asturien-Rundfahrt noch Ihren Anspruch untermauern?

Zabel: Nein, ich glaube, das geht nicht, weil die Strecken wohl eher etwas für Bergfahrer sind. Ich habe Asturien der Tour de Suisse vorgezogen, weil ich nach dem Giro mein Programm im Hinblick auf einen möglichen Tour-Einsatz entschärfen wollte.

Frage: Rechnen Sie mit Ihrer Nominierung?

Zabel: Meine Einstellung war immer - blicke positiv nach vorn.

Frage: Aber Sie sind nicht sicher?

Zabel: Es gibt doch für beide Auffassungen gute Gründe. Auch dafür, die Mannschaft ganz auf Ullrich zu fokussieren, zumal Jan offensichtlich in sehr guter Form ist.

Frage: Würden Sie sich denn auch ohne geballte Team-Unterstützung einen Etappensieg bei der Tour zutrauen?

Zabel: Das würde sehr schwer gegen Leute wie Robbie McEwen, Tom Boonen, Stuart O'Grady oder Baden Cooke. Deren Teams können im Finale für sie arbeiten, weil sie nicht auf die Gesamtwertung fahren. Da bliebe für mich eher die Chance auf Ehrenplätze.

Frage: Würden Sie sich überhaupt einen Gefallen tun, wenn Sie als Einzelkämpfer mitfahren?

Zabel: Das ist ein schiefes Bild. Ich würde mich so nie sehen, sondern immer als Teil der Mannschaft.

Frage: Sie würden also in jedem Fall gern dazu gehören?

Zabel: Es wäre wunderschön. Die Tour ist eine sehr emotionale Geschichte, zumal sie diesmal durch Deutschland geht. Aber das ist natürlich eine sehr subjektive Sicht. Die Teamführung muss aus ihrer objektiven Warte entscheiden.

Frage: Und wenn Sie nicht nominiert werden?

Zabel: Dann werde ich das akzeptieren. Wir sind Profis.

Frage: Ihr Vertrag läuft zum Jahresende aus. Würden Sie auch in einem solchen Fall verlängern?

Zabel: Die Gespräche laufen noch, aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Das Interview führte Dieter Hennig, sid



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