Zanardi-Unfall "Und dann - bang!"

Der kanadische Champ-Car-Fahrer Alex Tagliani äußert sich erstmals über die folgenschwere Kollision, bei der sein Kollege Alex Zanardi fast sein Leben verlor.


Alex Tagliani: "Ich wollte an ihm vorbei"
AP

Alex Tagliani: "Ich wollte an ihm vorbei"

Hamburg - "Ich wollte innen an ihm vorbei, als ich gemerkt habe, dass er auf die Strecke rollt. Und dann - bang!", sagte Tagliani fünf Tage nach dem Unfall auf dem Eurospeedway Lausitz.

Der Kanadier hatte Zanardi nicht mehr ausweichen können und war mit 320 Stundenkilometern seitlich in das Auto des Italieners gerast. Zanardi, ein ehemaliger Teamkollege von Ralf Schumacher, war zuvor bei der Ausfahrt aus der Boxengasse mit seinem Reynard-Honda ins Schleudern gekommen und quer auf der Strecke stehen geblieben. Bei dem Crash verlor er beide Beine.

Fahrfehler Zanardis führte zum Unfall

"Die Daten zeigen, dass ich hart nach links gelenkt und gebremst habe, als ich bemerkte, dass ich nicht mehr vorbeikomme", sagte Tagliani, der nur Prellungen erlitten hatte. Zanardis Ehefrau Daniela habe ihm noch im Krankenhaus gesagt, dass er nicht verantwortlich für den Unfall gewesen sei, so Tagliani. Experten gehen von einem Fahrfehler Zanardis aus.

Die Unfallbilder verfolgten ihn ständig, erklärte Tagliani, der dennoch am Samstag beim Cart-Rennen im englischen Rockingham starten will. "Ich putze mir die Zähne und muss an Alex denken. In der Dusche denke ich wieder an ihn. Ich sehe nicht den Unfall, ich sehe nur ihn, den Menschen." Erst wenn Zanardi wieder mit Prothesen laufen werde, würde die Last von seinen Schultern weichen, gestand Tagliani.



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