Rio 2016 US-Radprofi verzichtet wegen Zika-Virus auf Olympia-Start

Seine Frau ist schwanger: Der US-Radprofi Tejay van Garderen verzichtet auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro - wegen des Zika-Virus.

Tejay van Garderen
AP

Tejay van Garderen


Der US-amerikanische Radsportler Tejay van Garderen wird wegen möglicher Gefahren des Zika-Virus nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Da seine Frau schwanger sei, wolle er nicht das geringste Risiko eingehen, sagte der 27-Jährige. "Ich möchte es nicht riskieren, irgendetwas mitzubringen, was Folgen haben könnte", schrieb van Garderen in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP.

Das Zika-Virus birgt Gefahren für werdende Mütter: Stecken sich Schwangere damit an, können ihre Babys mit einem zu kleinen Schädel, einer genannten Mikrozephalie, auf die Welt kommen. Die Kinder sind oft geistig behindert.

"Wenn die Umstände anders wären, hätte ich sehr gerne die USA vertreten, aber meine Familie hat Priorität und ich fühle mich mit der Entscheidung absolut wohl." Van Gerderen hatte bei Olympia 2012 für die USA am Straßenrennen teilgenommen und war einer der Kandidaten für die zwei US-Plätze in diesem Jahr. 2014 war er mit dem US-Team Weltmeister im Mannschaftszeitfahren geworden.

"Kein Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit"

Van Garderen ist nicht der erste Sportler, der aufgrund des Zika-Virus auf einen Start bei den Olympischen Spielen verzichten wird. Auch der australische Golfprofi Marc Leishman hatte vor kurzem mitgeteilt, wegen Gesundheitsbedenken nicht nach Rio reisen zu wollen.

Zuletzt hatten mehr als 150 Gesundheitsexperten vor dem Zika-Virus gewarnt und die räumliche oder zeitliche Verschiebung der Olympischen Spiele gefordert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), aber auch andere Experten und Politiker, hatten dies zurückgewiesen.

Es gebe kein "Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit" während der Spiele, sagte der Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele, Carlos Nuzman, in Lausanne. "Das ist keine dramatische Sache, weil es Winter in Brasilien ist."

bka/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
perpetualis 03.06.2016
1. Paranoia?
Infektionskrankheiten kann man sich in jedweder Weltregion holen. Vielleicht helfen ja zwei Kondome ... die mit Noppen linksrum tragen, ist egoistisch aber geil ... Nebenbei, bei allem Dopingverdacht, kann der Zikavirus im Blut von Berufsradfahrern überleben? Nicht, daß Jan Ullrich mich noch verklagt, er ist nicht gemeint & wohl auch im Ruhestand.
Olaf 03.06.2016
2.
Ich kann ihn gut verstehen.
black-mamba 03.06.2016
3. Richtig so!
Und was die Olympia-Offiziellen angeht: Wenn die ja so sicher sind, dass da gar nix passieren kann, dann könntet ihr doch eine Haftungsregelung unterschreiben, in der jeder Sportler der sich mit dem Virus ansteckt 88 Millionen Euro Entschädigung zählt. Nach eurer Aussage geht ihr da ja kein Risiko ein ;-). Warum 88? Na egal=88 und den Olympia-Obermotzen ist die Gesundheit derjenigen auf deren Buckel die ihre Pfründe sichern total egal - sonst würden sie ja nicht solch einen Unfug verbreiten... von wegen kein Risiko weil Winter ist...
KurtT. 03.06.2016
4. Brot & Spiele ...
MIR - und ganz sicher vielen anderen - geht der von "Gewinnerwartungen" der potenziellen und euphorisierten "Sieger" und der Veranstalter (IOC, ...) gesteuerte Hype um die olympischen Spiele sowieso "am Ars... vorbei"! Warum? Die Akteure dürften fast alle mit - möglichst nicht nachweisbaren - chemischen Substanzen gedopt sein, sind durchweg Prototypen eines je nach Sportart hochgezüchteten und künstlich ankonditionierten "Ideals", die darauf hoffen, sich als angebliche "Vorbilder" so teuer wie möglich für die Werbewirtschaft prostituieren zu dürfen. Und vor allem: Auch in Brasilien werden für die "Spiele" soziale Primate vernachlässigt, zugunsten einiger weniger Nutznießer in diesem großkotzigen Geschäft! Dass es darüber hinaus auch noch viele andere Gründe (Zika-Virus, Kriminalität, Korruption, verseuchte Gewässer für die Segel- und sonstigen Wettbewerbe auf Wasser, ...) für mein Desinteresse gibt, könnte man da schon fast vernachlässigen > denn "nachhaltig, positive" Effekte auf die Entwicklung eines Landes haben solche "Spiele" sowieso nur selten, im Gegenteil: Die Erbauer oft überdimensionierter Sportanlagen verdienen sich "eine goldene Nase" - und danach zahlt der normale Steuerzahler die Kosten für überflüssige und schnell "alt" werdende Stadien usw. ...* * Es ist wie im "alten Rom": Während der "Spiele" machen Würstchen- und Getränkeverkäufer, Hoteliers und andere "Dienstleister" (Nutten, ...) vielleicht ihr Geschäft, ganz nach der Devise "Brot & Spiele" - und lügen sich selber vor, dass davon auch was übrigbleibt. Denn die wirklichen Profite machen immer nur sehr wenige ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.