Zika-Virus WHO prüft Empfehlung zu Olympia-Verlegung

Nun also doch: Die WHO prüft wegen des Zika-Virus eine Empfehlung zur Verlegung der Olympischen Spiele. Experten sollen die Situation vor Ort bewerten.
Das Zika-Virus (rot eingefärbt)

Das Zika-Virus (rot eingefärbt)

Foto: Georg Ismar/ dpa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO prüft wegen der starken Ausbreitung des Zika-Virus in Brasilien nun doch eine Empfehlung zur Verlegung der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Laut WHO wurden bereits Expertenteams nach Brasilien geschickt, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

"Angesichts des derzeitigen Grades der internationalen Besorgnis habe ich mich dazu entschlossen, die Mitglieder des Zika-Notfallkomitees zu beauftragen, die Risiken durch die planmäßige Abhaltung der Olympischen Spiele zu prüfen", sagte WHO-Chefin Margaret Chan. Die Wissenschaftler sollen das Risiko für eine große Zahl an Zuschauern und Athleten prüfen und in Kürze eine Empfehlung abgeben.

In der vergangenen Woche hatte eine Gruppe von 150 internationalen Ärzten und Wissenschaftlern auf eine Verschiebung des Großereignisses gedrängt. Die Spiele wie geplant auszutragen, wäre "unverantwortlich" und "unethisch", hatte es in einem offenen Brief der Mediziner an die WHO geheißen.

Die WHO hatte die Bedenken zunächst zurückgewiesen und gesagt, dass eine Verlegung oder Verschiebung der Spiele die Ausbreitung des Virus "nicht signifikant beeinflussen" würde. Bislang wird lediglich Schwangeren davon abgeraten, in die betroffenen Gebiete zu reisen.

Das Zika-Virus wird von einer bestimmten Stechmückenart übertragen und kann bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen beim ungeborenen Kind zur Folge haben.

Zuletzt verkündete US-Radprofi Tejay van Garderen, dass er aufgrund des Zika-Virus nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen wird.

mir/sid