Zu früh gefreut Zabel verschenkt Sieg bei Mailand - San Remo

Nachdem er den weltbesten Sprinter Alessandro Petacchi im Endspurt distanziert hatte, nahm Erik Zabel jubelnd die Hände vom Lenker - und wurde auf der Ziellinie vom Spanier Oscar Freire überholt. So musste der Deutsche Meister beim ersten Weltcup-Rennen der Saison eine der bittersten Niederlagen seiner Laufbahn hinnehmen.


Foto-Finish: Zabel jubelt, Freire gewinnt (l.)
DPA

Foto-Finish: Zabel jubelt, Freire gewinnt (l.)

San Remo - Der zweimalige Weltmeister Freire (Rabobank) setzte sich im Finale des ersten von insgesamt zehn Weltcuprennen der Straßenrad-Saison nach 294 Kilometer im Schlussspurt vor Zabel durch, der kurz vor der Ziellinie seinen vermeintlichen Sieg bejubelt hatte. Der Spanier schlug den T-Mobile-Kapitän mit einigen Zentimetern Vorsprung. Platz drei sicherte sich der Australier Stuart O'Grady.

Am Massensprint im Ziel der 95. Auflage des ersten und längsten Frühjahrs-Klassiker waren fast 50 Fahrer beteiligt. Zabel, schon viermal Sieger beim Weltcup-Auftakt in San Remo, schien die gesamte Konkurrenz im Griff zu haben - auch den in dieser Saison bisher wieder überragenden Petacchi (Fassa Bortolo). Aber Freire, der seinen ersten Erfolg in San Remo feierte, hatte der T-Mobile-Kapitän nicht auf der Rechnung.

"Ich bin Erik nicht böse. Es war für ihn wie eine Befreiung, als er den Zielstrich sah, und er glaubte, gewonnen zu haben. So oft wurde geschrieben: 'Zabel wieder nur Zweiter'. Da ist es verständlich, dass er so außer sich vor Freude war. Hätte er nicht gejubelt, hätte er das Rennen gewonnen - ganz sicher", sagte T-Mobile-Team-Manager Walter Godefroot nach dem dramatischen Ende der "Primavera".

Auf der Abfahrt von der Cipressa waren die Mitfavoriten Michele Bartoli und der Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin (beide Italien) gestürzt. Rebellin fuhr weiter, wurde aber dann mit Verdacht auf eine Beckenverletzung ins Krankenhaus gebracht. Ab Poggio gab es verschiedene Attacken, aber wie so oft in den vergangenen Jahren erreichte eine größere Spitzengruppe die Ebene, auf der noch 2,5 Kilometer bis ins Ziel auf die Via Roma zu fahren waren.

Die Weltcupsaison wird am 4. April mit der Flandern-Rundfahrt in Belgien fortgesetzt.



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