Panne bei Anreise zum Olympischen Dorf Athleten-Busse irren stundenlang durch London

Unfreiwillige Stadtrundfahrt: Bei der Anreise ins Olympische Dorf mussten zwei Athleten-Teams mehrere Stunden durch London kurven - Bürgermeister Boris Johnson nahm die Panne mit Humor. Immerhin, die restlichen Teilnehmer kamen planmäßig an.

Bus in London: "Die Athleten sind müde, hungrig und müssen pinkeln"
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Bus in London: "Die Athleten sind müde, hungrig und müssen pinkeln"


Hamburg - Bei der Fahrt ins Olympische Dorf haben sich zwei Busse mit australischen und US-amerikanischen Athleten mehrere Stunden lang in London verfahren. Der zweimalige 400-Meter-Hürden-Weltmeister Kerron Clement sagte nach der Irrfahrt: "Naja, wir haben uns vier Stunden lang verfahren. Kein guter erster Eindruck von London". Der US-Amerikaner twitterte während der Fahrt vom Flughafen Heathrow zum Olympiapark im Ostlondoner Stadtteil Stratford. "Die Athleten sind müde, hungrig und müssen pinkeln. Lass uns bitte endlich im Olympischen Dorf ankommen."

Londons Bürgermeister Boris Johnson reagierte mit Humor auf die kleine Organisationspanne: "Die Athleten hatten so die Möglichkeit, sogar noch mehr von der Stadt zu sehen", so Johnson.

Das Organisationskomitee LOCOG bestätigte die Angaben Clements. Ein Sprecher sagte: "Es ist ein Tag der Team-Ankünfte. Wir haben eine große Zahl von Bustouren gemeistert - vom Flughafen zum Dorf und zu den Trainingsstätten. Ein oder zwei Reisen mögen länger als geplant gedauert haben, aber die große Mehrheit wurde erfolgreich abgefertigt."

Rekordzahl von 237.000 Passagieren am Flughafen Heathrow

Am Montag hatte der große Einmarsch von Athleten, Trainern und Funktionären vor den Olympischen Spielen in London begonnen. Als Vorhut landeten rund 335 Athleten und 700 Betreuer aus 50 Ländern auf dem Flughafen Heathrow, der mit insgesamt 237.000 Passagieren eine Rekordzahl zu bewältigen hatte.

Als erste deutsche Sportler bezogen die Slalom-Kanuten das Olympische Dorf, während die Segler sofort in die 190 Kilometer entfernte Küstenstadt Weymouth aufbrachen. "Das Olympische Dorf ist sehr schön, aber kein Fünf-Sterne-Hotel. Dafür ist es sachgerecht", sagte Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Am Mittwoch werden dort auch die Schützen eintreffen. Sie dürfen zwei Tage lang die olympische Schießanlage testen, reisen dann aber noch einmal nach Deutschland zurück. Wasserspringer, Turner und die Hockey-Frauen folgen am Freitag. Zum DOSB-Team gehören insgesamt 391 Athleten.

Mit der Eröffnung des Olympischen Dorfes ist auch das größte Anti-Dopingprogramm in der Geschichte der Spiele gestartet. Bei den Sommerspielen und Paralympics soll es unter IOC-Hoheit rund 6250 Dopingtests geben.

Sorgen bereitet den Organisatoren derzeit das Wetter. Am Montag wurden die Olympia-Teilnehmer von heftigen Regengüssen und schwarzen Wolken empfangen. Da die Vorhersagen kaum Besserung versprechen, machen sich Sportverbände schon Gedanken, wie sie möglichem Unbill begegnen können. So droht das olympische Beachvolleyball-Turnier in Leggings stattzufinden.

jar/dpa/sid



insgesamt 7 Beiträge
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Peter4711 16.07.2012
1. Super.
war doch kostenloses Sightseeing. Ich durfte einmal Nachts eine Stunde über Paris kreisen. Der Pilot tat alles um es interessant zu machen. Es war ein sehr schönes Erlebnis.
vhe 16.07.2012
2. Zustimmung...
Zitat von Peter4711war doch kostenloses Sightseeing. Ich durfte einmal Nachts eine Stunde über Paris kreisen. Der Pilot tat alles um es interessant zu machen. Es war ein sehr schönes Erlebnis.
Sowas sollte man geniessen. Hatte mal 'ne Aktion am Kailash (Tibet), wo einer von uns hoehenkrank geworden war. Der Kumpel war natuerlicherweise ziemlich angefressen, aber fuer mich (hab ihn runterbegleitet) war der Flug mit dem Rettungshubschrauber quer durch's Himalaya runter nach Kathmandu das absolute Highlight der Tour.
kaiser-wilhelm 17.07.2012
3. Ich muss mal...
Die Athleten mussten mal pinkeln....Na ja, man kann auch mal im Stau stehen nach einem Unfall. Wie wäre es denn mal mit Bussen, in denen es eine Toilette und eine Kaffeemaschine gibt? Das ist doch sicher preisgünstiger als die Raketenabwehr auf dem Hausdach. Alternativ ein Navigationsgerät.
pirx64 17.07.2012
4. Super?
Zitat von Peter4711war doch kostenloses Sightseeing. Ich durfte einmal Nachts eine Stunde über Paris kreisen. Der Pilot tat alles um es interessant zu machen. Es war ein sehr schönes Erlebnis.
Naja, nach einem langen Transatlantikflug und Zeitverschiebung würde ich es bestimmt nicht super finden.
tiit 17.07.2012
5. Das größte Anti-Dopingprogramm
ist doch ein Witz. Es würde völlig reichen, einfach immer die 3 ersten Plätze von jedem Wettbewerb zu testen. Alles andere ist Augenwischerei!
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