Zweites WM-Halbfinale Polen zwingt Dänemark in die Knie

Halbfinal-Krimi, Teil zwei: Auch die Partie zwischen Polen und Dänemark war erst nach zwei Verlängerungen entschieden. Die Polen setzten sich 36:33 durch und treffen nun im Endspiel auf Deutschland. In der Hauptrunde hatten sie das Team von Heiner Brand bezwungen.


Hamburg - Am Sonntag (16.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stehen sich im Finale der Handball-Weltmeisterschaft Deutschland un Polen gegenüber. Nachdem die Deutschen am Nachmittag die Franzosen bezwangen, feierte Polen am Abend einen Sieg gegen Dänemark. In der Hauptrunde hatte Polen den Deutschen beim 27:25 die einzige Turnier-Niederlage beigebracht. Polen steht erstmals in einem WM-Finale.

Polens Tkaczyk (r.): Erster Einzug in ein WM-Finale
DDP

Polens Tkaczyk (r.): Erster Einzug in ein WM-Finale

Dagegen endete für die Dänen der Traum vom ersten Finaleinzug seit 40 Jahren. Trotz der Unterstützung der mehr als 1000 Fans aus der Heimat musste sich der EM-Dritte einer insgesamt etwas glücklicheren polnischen Mannschaft geschlagen geben. Im Spiel um Platz drei treffen die Dänen ebenfalls am Sonntag in Köln auf Europameister Frankreich.

Neben dem überragenden Rückraumschützen Karol Bielecki vom Bundesligisten SC Magdeburg (8 Tore) war sein Clubkollege Grzegorz Tkaczyk (7) bester Werfer der Polen. Für Dänemark traf Spielmacher Lasse Boesen und der Flensburger Lars Christiansen (beide 7) am häufigsten. Die 13.050 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger ColorLine-Arena, die während der Aufwärmphase der Partie noch frenetisch den deutschen Finaleinzug gefeiert hatten, sahen ein temporeiches Spiel, in dem die Polen von Beginn an leichte Vorteile hatten.

Angeführt von Bielecki zeigten die Osteuropäer mehr Durchsetzungsvermögen im Angriff und hatten zudem in Keeper Adam Weiner einen sicheren Rückhalt. Der Wilhelmshavener Schlussmann war bereits nach wenigen Minuten für den etwas indisponierten Slawomir Szmal gekommen und avancierte mit seinen Paraden zum Matchwinner. Eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung im ersten Durchgang konnten die Polen allerdings zunächst nicht behaupten. Anfang der zweiten Halbzeit war der Gleichstand wieder hergestellt.

In der spannenden Schlussphase stand es 60 Sekunden vor dem Ende 26:25 für die Dänen, ehe Bielecki 15 Sekunden vor dem Ende mit einem seiner zahlreichen Gewaltwürfe der Ausgleich gelang. In der ersten Verlängerung verspielte Polen noch einen Zwei-Tore-Vorsprung, doch in der zweiten Verlängerung konnten die Dänen nicht mehr mithalten.

bri/sid



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