Sportstimmen zur US-Wahl "Lasst uns niemals zurückblicken"

Donald Trump hatte mit vielen US-Sportlern ein angespanntes Verhältnis. Nicht nur LeBron James und Megan Rapinoe freuen sich nun über den Wahlerfolg von Joe Biden und Kamala Harris. Trumps Fans sind bisher ziemlich still.
US-Fußballnationalspielerin Megan Rapinoe (rechts): "Ich kann nicht untertreiben, wie historisch und unglaublich das für Kamala Harris ist"

US-Fußballnationalspielerin Megan Rapinoe (rechts): "Ich kann nicht untertreiben, wie historisch und unglaublich das für Kamala Harris ist"

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Abbie Parr/AFP

Nachdem Joe Biden und Vize Kamala Harris die Wahl zur 46. US-Präsidentschaft gewonnen hatten, meldeten sich auch zahlreiche US-Sportler zu Wort. Während Glückwünsche dabei an die Demokraten gingen, griffen einzelne Anhänger von Amtsinhaber Donald Trump dessen unbelegte These zu einem vermeintlichen Wahlbetrug auf. Insgesamt blieb es aber vergleichsweise still auf den Social-Media-Kanälen jener Sportler, die als Trump-Unterstützer gelten.

Als einer der Ersten postete Basketball-Superstar LeBron James von Meister Los Angeles Lakers eine Fotomontage: Auf dem Bild ist er noch im Trikot der Cleveland Cavaliers bei einem berühmten Block gegen Andre Iguodala im entscheidenden Spiel der Finalserie 2016 gegen die Golden State Warriors zu sehen. Anstelle seines Kopfes ist der des neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden zu sehen, anstelle von Iguodalas Kopf der des abgewählten Trump:

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Der 35-jährige James steht dabei auch stellvertretend für die zunehmende Politisierung des US-Sports. James hatte mit seiner Initiative "More than a vote" (Mehr als eine Stimme) vor allem Afroamerikaner aufgefordert, zu wählen.

Weltfußballerin Megan Rapinoe stellte die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris in den Mittelpunkt, die erste Frau und Person of Color in diesem Amt. "Ich kann nicht genug betonen, wie historisch und unglaublich das für Kamala Harris, für schwarze Frauen und südasiatische Frauen und für Amerika ist. Lasst uns niemals zurückblicken", schrieb die 35-jährige Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin bei Twitter.

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Kamala Harris ist die Tochter eines Jamaikaners und einer Inderin. NBA-Legende Earvin "Magic" Johnson schrieb, Harris werde eine "Vizepräsidentin für alle" sein.

"Dass JB mit den Trump-Anhängern Frieden schließen will, ist groß"

Die Aktiven der von Afroamerikanern geprägten Basketballligen NBA und WNBA sowie der Footballliga NFL protestierten in der abgelaufenen Saison immer wieder gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit, gedachten der bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommenen Afroamerikaner George Floyd und Breonna Taylor mit zahlreichen Botschaften und Schweigeminuten. Ende August lösten die Milwaukee Bucks einen kurzzeitigen Boykott in den großen Sportligen aus, nachdem der Afroamerikaner Jacob Blake von Polizisten erschossen worden war.

Auch in den Jahren zuvor gab es immer wieder Konflikte zwischen Trump und US-Athleten in verschiedenen Sportarten, weil diese während der Nationalhymne gekniet hatten, um gegen soziale Ungleichheit und Rassismus zu protestieren; für Trump eine Respektlosigkeit. Zahlreiche Sportler, darunter auch Rapinoe, hatten daraufhin Einladungen Trumps ins Weiße Haus ausgeschlagen, die traditionell bei wichtigen Titelgewinnen seitens des US-Präsidenten ausgesprochen werden.

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Aus der NFL, die Trump wegen der offenen Proteste regelmäßig besonders harsch kritisiert hatte, kamen ebenfalls positive Stimmen zum Wahlausgang: "Historisch. Vielen Dank, Mr President", schrieb Russell Wilson, Star-Quarterback der Seattle Seahawks. "Dass JB mit den Trump-Anhängern Frieden schließen will, ist groß", so Dez Bryant von den Baltimore Ravens über Joe Biden.

Noch nicht zu Wort gemeldet hat sich Colin Kaepernick. Der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers gilt als Ikone des modernen politischen US-Sports, seit er 2016 die Proteste initiierte – und danach bis heute keinen Job mehr in der NFL fand. 

Kaum Reaktionen von Trump-Unterstützern

Doch auch jene Sportler, die als Trump-Anhänger gelten, schweigen bisher zum Ausgang der US-Wahl. Golf-Star Jack Nicklaus und Football-Legende Brett Favre beispielsweise hatten in ihre Twitteraccounts lediglich vor der Wahl um Stimmen für Trump geworben.

Der ehemalige NFL-Spieler Jack Brewer beteiligte sich hingegen an dessen unbelegter These zu vermeintlichem Wahlbetrug, in dem er die US-Post diskreditierte. Der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Colby Covington, dessen Twitter-Profilbild ein Foto von ihm und Trump zeigt, schrieb im Zuge der Wahlauszählung "Zensur ist unamerikanisch", ohne zu belegen, worauf er sich bezieht.

NFL-Superstar Tom Brady, einst wohl Trumps bekanntester Sport-Unterstützer, hatte sich zuletzt bereits vom amtierenden Präsidenten distanziert.

ngo/dpa/sid
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