Stabhochspringerin Ryzih beendet Karriere »Mein Körper lässt es nicht mehr zu«

Deutschlands langjährige Leistungsträgerin im Stabhochsprung hört auf: Es sei »der richtige Zeitpunkt«, sagte Lisa Ryzih in einem Interview. Zum Abschied richtete sie eine persönliche Empfehlung an andere Sportler.
Lisa Ryzih bei einem Wettkampf im Mai 2021

Lisa Ryzih bei einem Wettkampf im Mai 2021

Foto: Axel Kohring / Beautiful Sports / IMAGO

Die Leichtathletik-Europameisterschaften in München (15. bis 21. August) finden ohne Deutschlands langjährige Leistungsträgerin Lisa Ryzih statt. Stattdessen hat die ehemalige Vize-Europameisterin im Stabhochsprung nun ihr Karriereende verkündet. »Ich denke, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt«, sagte die 33-Jährige im Gespräch mit leichtathletik.de . »Natürlich fällt es mir nicht leicht, aber meine Entscheidung ist klar.«

Ryzih blickt auf eine erfolgreiche Stabhochsprung-Karriere zurück. Ihren ersten internationalen Erfolg feierte sie 2003 mit Gold bei den Jugendweltmeisterschaften im kanadischen Sherbrooke. Bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona sicherte sie sich die Bronzemedaille, sechs Jahre später gelang ihr in Amsterdam mit EM-Silber ihr größter Erfolg. Ryzih nahm außerdem 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro an Olympischen Spielen teil (Platz sechs und zehn) und erreichte drei Top-Acht-Plätze bei Weltmeisterschaften.

»Die Belastungen sind einfach zu hoch«

Ryzih hatte während ihrer Karriere immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr musste sie deswegen trotz erfolgreicher Qualifikation ihren Start bei den Olympischen Spielen in Tokio absagen. Auch für die jetzige EM in München reichte es nicht mehr.

»Natürlich habe ich auch noch gehofft, an der Heim-EM teilzunehmen, aber mein Körper lässt es nicht mehr zu, und die Belastungen sind einfach zu hoch, um erfolgreich zu sein«, sagte Ryzih. Und weiter: »Für München drücke ich der deutschen Mannschaft ganz fest die Daumen.«

Für andere Athleten und Athletinnen hatte Ryzih zum Abschied noch eine persönliche Botschaft: »Ich empfehle allen Sportlern neben dem Sport auch die schulische Laufbahn im Auge zu behalten, da ja irgendwann der Zeitpunkt kommt und der Spitzensport beendet ist«, sagte sie. Sie selbst hat in Landau Psychologie studiert und zuletzt erfolgreich promoviert.

ara/sid
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