Vorwurf der sexualisierten Gewalt Ermittlungen gegen Ex-Schwimm-Bundestrainer eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den zurückgetretenen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Das Verfahren sei nach dem SPIEGEL-Bericht eingeleitet worden.
Stefan Lurz

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Daniel Naupold / picture alliance / dpa

Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen den zurückgetretenen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Das Verfahren sei nach dem SPIEGEL-Bericht von Amts wegen eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach, »für uns sind das neue Vorwürfe«. Zur möglichen Zahl der Betroffenen könne er noch nichts sagen. Es gehe um mögliche Vorfälle im Rahmen von Lurz' Arbeit als Trainer. Lurz war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der SPIEGEL hatte in seiner aktuellen Ausgabe über Vorwürfe der sexualisierten Gewalt gegen den Schwimmtrainer berichtet. Demnach soll er jahrelang Sportlerinnen genötigt und bedrängt haben. Bei den Anschuldigungen geht es um Übergriffe sexueller Natur, um psychische Manipulation und Mobbing. Lurz bestreitet die Vorwürfe (Lesen Sie mehr zu den Anschuldigungen im SPIEGEL).

Obwohl es viele Hinweise gab, hatte er lange weitermachen dürfen. Erst nach einer SPIEGEL-Anfrage zu den Vorwürfen war Lurz laut einer Stellungnahme vom Verband »bis auf Weiteres beurlaubt« worden. Am Freitag hatte der Bundestrainer dann den Rücktritt von seinem Amt erklärt, wie der Deutsche Schwimmverband (DSV) mitgeteilt hatte.

Bereits 2010 hatte die Staatsanwaltschaft gegen den heute 43-Jährigen wegen Verdachts der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ermittelt. Lurz bestritt die Vorwürfe. Das Verfahren sei damals aber gegen Geldauflage eingestellt worden, sagte Seebach, der selbst nur von Stefan L. sprach. Zuvor habe es einen privaten Täter-Opfer-Ausgleich gegeben.

Ein weiteres Verfahren gegen den beurlaubten Trainer wegen Beleidigung und sexueller Nötigung sei 2019 wegen Verjährung eingestellt worden.

Der »Main-Post« hatte er gesagt, er sei selbst von seinem Amt zurückgetreten, »um weiteren Imageschaden vom Deutschen Schwimm-Verband abzuwenden«. Bis zuletzt trainierte Lurz den Medaillennachwuchs am Bundesstützpunkt in Würzburg. Seine Schwimmerinnen und Schwimmer waren erfolgreich bei Welt- und Europameisterschaften, haben zwei Medaillen bei Olympia gewonnen.

ngo/dpa
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