Straßenrad-WM Van Vleuten gewinnt Gold trotz eines gebrochenen Ellbogens

»Es war die Hölle«, sagte Annemiek van Vleuten. Unter großer Schmerzen siegte die Niederländerin bei der Straßenrad-WM in Australien. Das Nachsehen hatte unter anderem die deutsche Starterin Liane Lippert.
Ausnahmefahrerin Annemiek van Vleuten: Sieg trotz eines gebrochenen und dick einbandagierten rechten Ellbogens

Ausnahmefahrerin Annemiek van Vleuten: Sieg trotz eines gebrochenen und dick einbandagierten rechten Ellbogens

Foto: William West / AFP

Sieg trotz großer Schmerzen: Die niederländische Olympiasiegerin Annemiek van Vleuten hat bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft im australischen Wollongong Gold geholt. Und das, obwohl sie nach einem Sturz im Mixed-Zeitfahren am Mittwoch mit einem gebrochenen Ellbogen gestartet war. van Vleuten überraschte die Konkurrenz mit einer Attacke auf der Zielgeraden. Sie siegte mit einer Sekunde Vorsprung auf Lotte Kopecky (Belgien) und Silvia Persico (Italien).

Van Vleuten im Ziel

Van Vleuten im Ziel

Foto: DIRK WAEM / AFP

Liane Lippert hat derweil den Lohn für ein beherztes Rennen hauchdünn verpasst. Die deutsche Meisterin sprintete im spannenden Finale des 164,3 km langen Straßenrennens am Samstag auf den undankbaren vierten Platz.

»Ich kann es nicht glauben«, sagte van Vleuten, die in diesem Jahr mit Tour de France, Giro d'Italia und der spanischen Vuelta alle großen Landesrundfahrten gewonnen hat: »Ich konnte wegen meines Ellbogens nicht richtig sprinten. Also dachte ich, dass ich von hinten attackieren muss. Es war die Hölle, ich konnte nicht wirklich aus dem Sattel und musste das Rennen im Sitzen fahren.«

Es war nicht das erste Mal, dass van Vleuten mit einer schweren Verletzung ein Rennen fuhr. 2018 brach sie sich bei der WM in Innsbruck 90 Kilometer vor dem Ziel die Kniescheibe und wurde dennoch Siebte.

Für die 39-jährige van Vleuten ist es der zweite Titel im Straßenrennen nach 2019. 2017 und 2018 gewann sie das berühmte Regenbogentrikot im Einzelzeitfahren.

Lippert wird abgefangen

Lippert hatte das Rennen mit einer offensiven Fahrweise geprägt. Im Finale initiierte die 24-Jährige immer wieder Attacken, die letztlich aber erfolglos blieben. Die Deutsche führte auch eine Fluchtgruppe ins Finale. An der Ein-Kilometer-Marke wurde diese von den Verfolgerinnen um van Vleuten gestellt. Die Niederländerin nutzte den Zusammenschluss für einen Angriff, den ihre Rivalinnen nicht mehr parieren konnten.

Zuvor hatten die deutschen Starterinnen im Rennen der Juniorinnen eine Medaille klar verpasst. Nach 67,2 km belegte Jette Simon (Kaiserslautern) als beste Deutsche mit 2:21 Minuten Rückstand den 14. Platz. Gold ging an die Britin Zoe Bäckstedt, die ihrer Favoritenstellung gerecht wurde und den Titel an ihrem 18. Geburtstag erfolgreich verteidigte. Das Podium komplettierten Eglantine Rayer (Frankreich) und Nienke Vinke (Niederlande).

Die Weltmeisterschaften in Australien enden am Sonntag mit dem Straßenrennen der Männer (ab 2.15 Uhr MESZ). Die deutschen Fahrer sind Außenseiter.

kjo/sid
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