Umstrittener Schwimm-Olympiasieger Sun Yang wegen Dopingvergehen für acht Jahre gesperrt

Darf man eine Dopingprobe mit dem Hammer zerschmettern lassen? Mit dieser Frage hatte sich der Sportgerichtshof Cas beschäftigt - und ein hartes Urteil gegen Chinas Schwimmstar Sun Yang gefällt.
Foto: Maddie Meyer/ Getty Images

Olympiasieger Sun Yang ist vom Internationalen Sportgerichtshof Cas für acht Jahre gesperrt worden. Damit wird Chinas Schwimmstar unter anderem die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) verpassen.

Das dreiköpfige Cas-Panel habe einstimmig entschieden, dass der Sportler sich der "Manipulation einer Dopingkontrolle" schuldig gemacht habe, hieß es in einer Mitteilung . Der Cas folgt damit der Argumentation der Welt-Antidopingagentur Wada, die Einspruch gegen eine Entscheidung des Schwimm-Weltverbands Fina eingelegt hatte. Das Doping-Panel der Fina hatte Sun nach einer mittlerweile berüchtigten Nacht, die mit der Zerstörung einer Dopingprobe endete, vom Betrugsverdacht freigesprochen und lediglich verwarnt. Die Wada hatte eine Sperre von zwei bis acht Jahren gefordert.

Suns Seite hatte argumentiert, dass das Testpersonal keine gültige Autorisierung und keine ordnungsgemäße Vollmacht besessen habe und daher keine ordnungsgemäße Dopingkontrolle hätte stattfinden können.

Dem widersprach nun auch der Cas in seiner Begründung. Das mit der Dopingkontrolle beauftragte Personal habe alle Anforderungen des weltweit gültigen Regelwerks erfüllt. "Insbesondere konnte der Athlet nicht nachweisen, dass er eine zwingende Rechtfertigung dafür hatte, seine Probenbehälter zu zerstören und auf die Dopingkontrolle zu verzichten", hieß es weiter. Es sei eine Sache, Einwände gegen die Akkreditierung des Kontrollteams zu haben. "Es ist jedoch eine ganz andere Sache, nach langem Austausch und Warnungen über die Konsequenzen so zu handeln, dass die Probe vernichtet wird."

Sun, dessen Karriere mit der Sperre wohl beendet wäre, werde nun vor das Schweizer Bundesgericht ziehen, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. "Das ist ungerecht. Ich glaube fest an meine Unschuld. Ich werde definitiv Einspruch gegen das Urteil einlegen, um mehr Menschen die Wahrheit wissen zu lassen", wird der 28-Jährige zitiert.

Sun darf WM-Medaillen behalten

Sun hatte 2012 und 2016 insgesamt sechs olympische Medaillen gewonnen, darunter dreimal Gold. Bereits 2014 war der mehrfache Weltmeister wegen Dopings für drei Monate gesperrt gewesen. Bei der WM 2019 hatte er Gold über 200 und 400 Meter Freistil gewonnen. Dass er im südkoreanischen Gwangju überhaupt starten durfte, hatte zu Protesten geführt. Der Australier Mack Horton und später auch der Brite Duncan Scott hatten bei den Siegerehrungen ein Foto mit Sun verweigert.

Seine zwei Goldmedaillen darf Sun behalten, da die Fina Sun nicht vorher suspendiert hatte, heißt es weiter. Weil auch Dopingtests kurz vor und nach besagter Nacht negativ ausgefallen seien und es keine Beweise gebe, dass der Sportler sich seit jener Nacht Dopingvergehen schuldig gemacht habe, beginne die Sperre nicht rückwirkend, sondern mit Urteilszeitpunkt.

sak