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aus DER SPIEGEL 35/1996

produziert der moderne Sport seine Helden. Früher hatten die Besten fast den Nimbus von Heiligen im Trainingsanzug. Seit das Fernsehen die Inszenierung des Sports übernommen hat, sind aus den entrückten Idolen populäre Kultfiguren geworden. Mit ihrer Selbstdarstellung bedienen sie jene Mythen, die Werbefirmen, Medienmacher und Zuschauer für das große Geschäft mit dem Sport benötigen. Weil die Nachfrage nach solchen Athleten größer ist als das Angebot, werden verbrauchte Helden schnellstmöglich recycelt. Am besten taugen dazu jene gefallenen Engel, die nach dem Absturz glanzvoll zurückkehren. Autor Gunter Gebauer, 52, lehrt an der Freien Universität Berlin Philosophie und Sportwissenschaften. Er veröffentlichte Bücher wie »Sport - Eros - Tod« (1986) und »Olympische Spiele - die andere Utopie der Moderne« (1996).

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