Gerissene Bänder im rechten Sprunggelenk Zverev sagt für Davis Cup in Hamburg zu, US-Open-Teilnahme noch fraglich

Tennisprofi Alexander Zverev erlebte vor zwei Monaten die schwerste Verletzung seiner Karriere, bald will er wieder spielen. Über die schnelle Heilung zeigt er sich selbst überrascht.
Für die Pressekonferenz kam Alexander Zverev von seinem Wohnort Monaco in seine Heimatstadt Hamburg geflogen

Für die Pressekonferenz kam Alexander Zverev von seinem Wohnort Monaco in seine Heimatstadt Hamburg geflogen

Foto: Cathrin Mueller / REUTERS

Alexander Zverev will beim Davis Cup antreten. Das erklärte der Tennisprofi bei einer Pressekonferenz in Hamburg. »Ich habe schon angefangen, fleißig zu trainieren, für den Davis Cup«, sagte Zverev: »Es ist überhaupt keine Frage in meinem Kopf, dass ich beim Davis Cup dabei sein werde.«

Fraglich war seine Teilnahme wegen einer schweren Knöchelverletzung, die Zverev am 3. Juni erlitten hatte. Im Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal war der 25-Jährige umgeknickt und hatte sich dabei alle drei seitlichen Bänder im rechten Sprunggelenk gerissen. Nach der Operation sei er selbst überrascht gewesen über den schnellen Heilungsverlauf, sagte er in Hamburg.

Der Davis Cup ist der wichtigste Nationalmannschaftswettbewerb im Tennis. In diesem Jahr wird die Gruppenphase vom 13. bis zum 18. September am Hamburger Tennisstadion am Rothenbaum stattfinden.

Dabei trifft das deutsche Team auf Frankreich (14. September), Belgien (16. September) und Australien (18. September). Das Finalturnier ist für den 22. bis 27. November in Malaga angesetzt. In Hamburg wird auf einem Hartplatz statt auf dem am Rothenbaum üblichen Sandplatz gespielt. Zudem wird das Dach des Stadions geschlossen.

»Es wird etwas Besonderes sein«, sagte Zverev über das Turnier in seiner Heimatstadt, »Ich hoffe, dass wir das Stadion vollkriegen.«

U.S.-Open-Teilnahme wird »sehr, sehr knapp«

Ob Zverev, der vergangenes Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille  im Einzelturnier gewann, auch schon die US Open mitspielen kann, ließ er offen. Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt bereits am 29. August in New York City.

»Ich werde natürlich immer noch versuchen, die US Open zu schaffen, obwohl es sehr, sehr knapp wird«, sagte der Weltranglistenzweite. Er sei in seiner Genesung von der Bänderverletzung aber weiter, als die Ärzte es erwartet hätten. In etwa zehn Tagen werde er die Entscheidung für oder gegen eine US-Open-Teilnahme treffen.

Wäre es ein Turnier im Modus mit drei Gewinnsätzen, »könnte ich vielleicht sagen, ich wäre so weit. Best-of-Five ist schwierig«, sagte Zverev: »Jeden Tag wird es wirklich besser. Deswegen möchte ich jetzt noch nicht sagen, dass ich die US Open nicht spiele.«

Diabetes stört Zverev »manchmal, aber nicht oft«

In Hamburg beantwortete Zverev auch Fragen zu seiner Diabeteserkrankung. Während seiner Matches werde »manchmal, aber nicht oft von seiner Krankheit beeinflusst. »Manchmal gehe ich auf die Toilette und muss mich spritzen, manchmal muss ich die Gels nehmen«, sagte Zverev: »Ich habe das Glück, dass ich das Ganze im Griff habe.« Während der Partien habe er ein Gerät in der Tasche liegen, das seinen Zuckerwert anzeigt.

Am vergangenen Samstag hatte Zverev seine Erkrankung öffentlich gemacht und im Zuge dessen die Gründung einer Stiftung zur Unterstützung von Betroffenen der Stoffwechselkrankheit bekannt gegeben. Bei ihm selbst war Diabetes-Typ-1 im Alter von vier Jahren diagnostiziert worden.

Zverev berichtete, er wolle ein Vorbild dafür sein, dass man trotz einer Erkrankung alles erreichen könne. »Ich habe die Goldmedaille von Olympia, ich bin die Nummer zwei der Welt, habe zweimal die Weltmeisterschaft gewonnen und schon ein paar Erfolge hinter meinem Rücken«, sagte Zverev.

mrk/dpa/sid
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