ATP Finals Zverev revanchiert sich gegen Medwedew und steht im Halbfinale

In Shanghai hatte Alexander Zverev klar gegen Daniil Medwedew verloren. Beim erneuten Duell in London siegte der Titelverteidiger - und warf damit Rafael Nadal aus dem Turnier.

Alexander Zverev
Tony OBrien/REUTERS

Alexander Zverev


Bei den ATP-Finals in London hat Titelverteidiger Alexander Zverev das Halbfinale erreicht. Der 22-Jährige setzte sich im letzten Vorrundenspiel gegen den Russen Daniil Medwedew 6:4, 7:6 (7:4) durch und verdrängte damit in der Tabelle der Gruppe "Andre Agassi" den Weltranglistenersten Rafael Nadal vom zweiten Platz. Nadal hatte sich zuvor 6:7 (4:7), 6:4, 7:5 gegen Stefanos Tsitsipas durchgesetzt.

Im Halbfinale am Samstag (21 Uhr, TV: Sky) trifft Zverev auf den Österreicher Dominic Thiem. Das zweite Halbfinale bestreitet am Samstag Tsitsipas gegen Roger Federer (15 Uhr).

Zverev hatte gegen Medwedew zuvor vier von fünf Duellen gewonnen, bei der letzten Begegnung im Finale des ATP-Turniers in Shanghai Mitte Oktober aber deutlich verloren. Ein Break zum Auftakt bescherte dem Deutschen diesmal eine frühe Führung. Zverev servierte stark, ließ sich kaum auf offene Ballwechsel ein und entschied bereits nach 34 Minuten den ersten Satz für sich.

Der zweite Durchgang verlief ähnlich: Zverev ließ bei eigenem Aufschlag wenig zu, gewährte Medwedew keine einzige Breakchance und wartete geduldig auf seine Möglichkeiten. Diese bot sich erst im Tiebreak, wo Zverev nach 1:18 Stunden das Match mit einem Ass beendete.

mrk/sid



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jean-baptiste-perrier 16.11.2019
1. Keiner ohne Niederlage im Halbfinale!
Federer, Thiem, Tsitsipas als auch Zverev haben alle 2:1 Siege (genauso wie das fünfte Rad am Wagen Nadal). Das hängt alles sehr stark von der Tagesform ab. Vom Bauchgefühl sehe ich eher ein Finale Federer gegen Thiem. Darauf wetten würde ich aber nicht.
jean-baptiste-perrier 16.11.2019
2. Konkretes zu Zverev:
Also entweder hat er einen sehr guten Tag mit dem perfekten Touch, dann kann er mit präzisen Schlägen den Gegner schnell unter Druck setzen. Fehlt dieser Touch wie im Gruppenspiel gegen Tsitsipas, dann fällt auf, dass Zverev sich im Vergleich zu anderen Top Ten Spielern relativ schlecht auf dem Platz bewegt. Das ist immer noch zu staksig (gerade im Vergleich zu einem Tsitsipas). Also physisch muss da unbedingt noch eine Menge passieren bei Zverev - insbesondere Muskelaufbau. Im Moment fehlt mir noch die Phantasie ihn zum Beispiel bei den Australian Open im Halbfinale zu sehen. Er spielt mir zu sehr hop oder top. Wenn es sehr gut läuft, reicht es bei Best of Three zum Matchgewinn selbst gegen andere Top-Spieler. Wenn hingegen der Touch fehlt wie gegen Tsitsipas, dann gerät Zverev jedoch leicht in eine Negativ-Spirale. Ich sehe da einen Thiem wesentlich stärker und stabiler (unabhängig von dessen Niederlage gegen Berrettini). Ich glaube auch nicht dass eine Titelverteidigung Zverev gut täte. Er behielte dann zwar seine Punkte in der Weltrangliste, aber es würde seine Selbstgefälligkeit befeuern im Hinblick auf die Australian Open. Wie schon in anderen Beiträgen geschrieben: ATP Finals sind schön und gut. Im Vergleich zu den Grand Slam Turnieren, ist es jedoch eher Nebensache.
jean-baptiste-perrier 16.11.2019
3. Man sieht sich manchmal zweimal!
Eine Konstellation mit Neu-Auflagen aus der Gruppenphase im Finale hätte sicherlich einen besonderen Reiz. Also Federer gegen Thiem oder Tsitsipas gegen Zverev? Normalerweise ist ein Gegner aus dem Turnier, wenn man ihn besiegt. Nun könnte der einem plötzlich im Finale wieder gegenüber stehen. Das ist psychologisch eine besondere Herausforderung, weil so etwas eben nur bei den ATP Finals möglich ist und daher so ungewohnt ist. Das ist bei den Damen und ihren WTA Finals noch eklatanter. Man denke an 2016 als Kerber mit souveränen 2:0 Siegen in Serie im Finale plötzlich erneut auf Cibulkova traf (ist jetzt gerade in Rente gegangen - Angie Kerber macht drei Kreuze!). Cibulkova stand nur im Finale, weil Kerber auch ihr letztes Gruppenspiel glatt in zwei Sätzen gewann. Und dann spielte Cibulkova im Finale das Match ihres Lebens (vergleichbar Monica Puig im Olympischen Finale in Rio). Diese beiden Niederlagen 2016 hatten großen Anteil für die Unsicherheit bei Kerber 2017. Bei Zverev glaube ich eher, dass eine Titelverteidigung kontraproduktiv sein könnte im Hinblick auf die Konzentration und Ernsthaftigkeit im nächsten Jahr, weil er die Tendenz hat, sich selbst allzu gern auf die eigene Schulter zu klopfen (von der Zverev Family ganz zu schweigen).
jesse01 16.11.2019
4. danke Jean Baptiste
wieder einmal treffende Kommentare. dem ist nichts hinzuzufügen. Zverev ist zweifellos ein Hop oder top Spieler. bei Grand slams oft mit einer null Bock Einstellung gerade in den ersten Runden ist er in London als Titelverteidiger top motiviert. auch der Belag kommt seinem Spiel, insbesondere dem aufschlag, sehr entgegen. heuer gegen Thiem wird es aber sehr schwer. ich glaube nicht, dass er das packt. ich stimme aber nicht zu, dass ein erneuter Turniersieg ihn abheben lässt. zu lange ist er dafür schon dabei und wird das richtig einschätzen können. spätestens bei dem erneuten Ausscheiden bei den aussie Open wird er schnell wieder nüchtern werden. freuen wir uns auf packende Matches heute.
meresi 16.11.2019
5. Federer
Zitat von jean-baptiste-perrierFederer, Thiem, Tsitsipas als auch Zverev haben alle 2:1 Siege (genauso wie das fünfte Rad am Wagen Nadal). Das hängt alles sehr stark von der Tagesform ab. Vom Bauchgefühl sehe ich eher ein Finale Federer gegen Thiem. Darauf wetten würde ich aber nicht.
ist jetzt dort wo er hin wollte. Ich denke, er möchte unter allen Umständen dieses Turnier nochmals gewinnen. Was durchaus möglich ist, auf Grund seiner Erfahrung und Cleverness, speziel in solchen Spielen. Hat er eine gute Tagesverfassung ist mMn eine Finale durchaus möglich für ihn. Die 3 youngsters, nun, da trau ich mir keine Voraussagung machen. Thiem, weiß ich nicht, denke wenn Zverev so spielt wie gegen Med, hat Thiem, ohne guten Tag, wenig Chancen. Ob Tsitsi bereit ist für den Fed, werden wir bald wissen. Es wird wie auch immer von der Willenskraft jedes Einzelnen abhängen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.