Wegen Ausschluss russischer Athleten ATP und WTA entziehen Wimbledon die Weltranglistenpunkte

Wegen des Ukrainekriegs sind Sportler aus Russland und Belarus in Wimbledon ausgeschlossen. ATP und WTA sehen die Integrität des Tennis verletzt – und vergeben für den Grand Slam keine Weltranglistenpunkte.
Daniil Medwedew 2021 in Wimbledon: Russische Sportler müssen dem Grand Slam in diesem Jahr fernbleiben

Daniil Medwedew 2021 in Wimbledon: Russische Sportler müssen dem Grand Slam in diesem Jahr fernbleiben

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BEN STANSALL / AFP

Beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon werden keine Weltranglistenpunkte vergeben. Diese Entscheidung gaben die Spielervereinigungen ATP und WTA Reaktion auf die Entscheidung der Veranstalter aus London bekannt, russische und belarussische Spieler vom Rasenevent (27. Juni bis 10. Juli) auszuschließen. Diese Maßnahme kostet etwa den russischen Weltklassespieler Daniil Medwedew und die Vorjahres-Halbfinalistin Aryna Sabalenka die Teilnahme.

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»Die Möglichkeit für Spieler jeder Nationalität, an Turnieren auf der Grundlage ihrer Leistung und ohne Diskriminierung teilzunehmen, ist für unsere Tour von grundlegender Bedeutung«, hieß es in einem am Freitagabend verbreiteten Statement der ATP: »Die Entscheidung Wimbledons, russischen und belarussischen Spielern in diesem Sommer die Teilnahme zu verbieten, untergräbt dieses Prinzip und die Integrität des ATP-Ranglistensystems.«

Die ATP wolle einen Präzedenzfall verhindern, nach dem einzelne Turniere durch eigene Entscheidung gewisse Spieler diskriminieren dürften. »Dies ist bei einer Tour, die in mehr als 30 Ländern stattfindet, nicht machbar«, hieß es. Bei den ATP-Turnieren im Queen's Club und in Eastbourne im Vorfeld von Wimbledon werden hingegen Punkte für das ATP-Ranking vergeben, dort sind Spieler aus Russland und Belarus zugelassen.

Das einzige von einer Privatorganisation veranstaltete Grand-Slam-Turnier in Wimbledon (für die anderen drei sind die nationalen Verbände verantwortlich) hatte im April festgelegt, dass Spieler und Spielerinnen aus Russland und Belarus aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine nicht bei dem prestigeträchtigen Turnier teilnehmen dürfen.

Die Maßnahme ging deutlich über den Kurs der ATP und WTA hinaus, bei deren Turnieren betreffende Profis unter neutraler Flagge zugelassen sind.

cev/sid
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