Sieg im Finale Ashleigh Barty gewinnt Australian Open – als erste Australierin seit 1978

Mehr als 40 Jahre wartete Australien auf eine australische Siegerin in Melbourne. Jetzt hat – mit lautstarker Unterstützung der heimischen Fans – Ashleigh Barty geliefert. Die Stadionkapazität war eigens erhöht worden.
Die australische Tennisspielerin Ashleigh Barty nach ihrem Sieg bei den Australian Open

Die australische Tennisspielerin Ashleigh Barty nach ihrem Sieg bei den Australian Open

Foto: PAUL CROCK / AFP

Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty hat sich mit ihrem ersten Titelgewinn bei den Australian Open zur ersten australischen Turniersiegerin seit 44 Jahren gekürt. Im Endspiel des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison gewann die 25-Jährige in Melbourne gegen die amerikanische Überraschungsfinalistin Danielle Collins 6:3, 7:6 (7:2). Sie triumphierte als erste australische Tennisspielerin seit Chris O'Neil 1978.

Den ersten Breakball der Partie erspielte sich Collins. Doch Barty wehrte diesen nervenstark ab und nahm ihrer Gegnerin gleich im Anschluss den Aufschlag ab. Auch nach dem verlorenen ersten Satz ließ die Nummer 30 der Welt nicht locker, ging begünstigt von einfachen Fehlern Bartys sogar 5:1 in Führung und schlug zum Satzgewinn auf. Danach drehte Barty mit großer Unterstützung des Publikums das Spiel zu ihren Gunsten.

Vor knapp 12.000 Fans, die ihre enorm populäre »Ash« lautstark anfeuerten, war Barty immer wieder Nervosität anzumerken, nachdem sie zuvor fulminant durchs Turnier gerauscht war. Sie verlor nur 21 Games auf dem Weg ins Finale und gab nur ein Aufschlagspiel ab. Die Turnierorganisatoren hatten für die Finalspiele die Kapazität der Rod Laver Arena von anfangs 50 auf 80 Prozent erhöht – inmitten einer der stärksten Covid-19-Wellen im australischen Bundesstaat Victoria.

Barty zeigte sich nach Triumph bescheiden

»Das ist einfach ein Traum, der wahr geworden ist. Ich bin so stolz, ein Aussie zu sein«, sagte Barty im Anschluss. So emotional wie nach dem Matchball hatte man die 25-Jährige aus Queensland bei keinem ihrer Grand-Slam-Titel erlebt – weder 2019 beim Premierensieg bei den French Open, noch im Vorjahr beim Klassiker in Wimbledon.

Bei der Siegerinnen-Rede auf dem Court zeigte Barty ihre Bescheidenheit, für die die australischen Fans ihre »Ash« verehren: Sie gratulierte Collins, dankte Organisatoren, Schiedsrichtern, Ballkindern sowie Fans, und richtete liebevolle Worte an ihre Eltern und Schwestern auf der Tribüne. »Ich habe solch ein Glück, dass so viele Leute hier sind, die mich lieben und unterstützen«, sagte Barty gerührt.

Für ihren dritten Grand-Slam-Titel nach den French Open 2019 und Wimbledon 2021 erhielt Barty ein Preisgeld von rund 1,8 Millionen Euro. Collins bestritt als Außenseiterin ihr erstes Finale bei einem der vier wichtigsten Turniere.

vgl/sid/dpa