Australian Open »Bist du dumm?« – Medwedew beschimpft Schiedsrichter und steht im Finale

Tennisstar Daniil Medwedew verlor im Halbfinale der Australian Open die Fassung und bezeichnete den Schiedsrichter als »kleine Katze« – offenbar Platzhalter für eine unflätige Beleidigung.
Daniil Medwedew

Daniil Medwedew

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Andy Brownbill / AP

Daniil Medwedew steht im Finale der Australian Open. Der Russe bezwang Stefanos Tsitsipas 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 6:1 und trifft im Endspiel am Sonntag auf Rafael Nadal. Doch es war vor allem ein Ausbruch des Siegers, der für Aufsehen sorgte.

Medwedew beschimpfte den Schiedsrichter im zweiten Satz wüst. In der Pause beim Stand von 4:5 aus seiner Sicht sprach Medwedew den Stuhlschiedsrichter von der Bank aus an und fragte ihn: »Bist du verrückt?«

Im Zuge des Gesprächs wurde Medwedew immer lauter und schrie mehr als eine Minute auf Jaume Campistol ein. »Sein Vater spricht bei jedem Punkt«, brüllte Medwedew mehrfach und »Bist du dumm? Du musst ihn verwarnen! Schau mich an, ich rede mit dir«.

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Medwedew sagte außerdem in Richtung Schiedsrichter: Wenn er Tsitsipas nicht verwarne, sei er »eine, wie soll ich es sagen, kleine Katze« (im Original sagte er: »small cat«) – offensichtlich eine Umschreibung der Beleidigung »Pussy«.

Hintergrund für den Ausbruch war, dass Tsitsipas' Vater auf der Tribüne offenbar mehrfach mit Zwischenrufen störte. Zudem hatte Medwedew nach seinem Re-Break zum 4:4 das Aufschlagspiel zum 4:5 verloren. Nach den rüden Worten positionierte sich der Oberschiedsrichter in der Nähe der Tsitsipas-Box, um das mutmaßliche Coachen des Vaters zu unterbinden.

»Großer Fehler«

Im vierten Satz wurde Tsitsipas verwarnt. Er war im Turnierverlauf bereits wegen Coachings bestraft worden. Er selbst hatte in der Vergangenheit gefordert, dass die Unterstützung von der Tribüne erlaubt werden solle.

»Ich glaube, schlechte Emotionen helfen mir nicht. Wenn ich das mache, dann verliere ich oft. Nachdem ich es gemacht habe, dachte ich, das ist ein großer Fehler«, sagte Medwedew nach dem Match. Er entschuldigte sich zudem direkt beim Schiedsrichter per Handschlag: »I'm sorry« (Es tut mir leid), sagte er.

ngo