Wildcard-Doppel Kyrgios/Kokkinakis gewinnt Australian Open »Hätten nicht gedacht, auch nur annähernd so weit zu kommen«

Überraschung Down Under: Im rein australischen Doppelfinale der Australian Open triumphierten Nick Kyrgios und Thanasi Kokkinakis. Die streitbaren Entertainer waren erst per Wildcard ins Feld gerutscht.
Thanasi Kokkinakis und Nick Kyrgios (v.l.)

Thanasi Kokkinakis und Nick Kyrgios (v.l.)

Foto: DEAN LEWINS / imago images/AAP

Nick Kyrgios und Thanasi Kokkinakis haben ihre Doppel-Show bei den Australian Open mit dem überraschenden Titelgewinn gekrönt. Die beiden australischen Wildcard-Starter, die dem Wettbewerb mit ihren emotionalen Auftritten eine ungeahnte Aufmerksamkeit beschert hatten, gewannen am Samstag das Finale gegen ihre Landsleute Matthew Ebden und Max Purcell 7:5, 6:4.

Erstmals seit 1980 hatten im Doppelfinale des Heim-Grand-Slams vier Australier den Titel unter sich ausgemacht. Die ersten Wildcard-Turniersieger der Profiära, die eigentlich vor allem in den Einzelkonkurrenzen zu Hause sind, überzeugten besonders bei eigenem Aufschlag und ließen nicht eine Breakchance zu.

Aus der Coronaisolation zum Titel

Eine »verrückte Kirsche auf der Torte« nannte Kokkinakis anschließend den Erfolg: »Wir hatten nicht erwartet, auch nur annähernd so weit zu kommen.« Kyrgios, dessen Teilnahme wegen einer Coronainfektion vor dem Turnierstart lange offen war, bedankte sich bei seinem Team: »Ich habe eine Woche vor den Open gegen Covid gekämpft, ohne euch wäre ich nicht hier.«

Für Kyrgios und Kokkinakis war es der jeweils erste Grand-Slam-Titel – und für Australien das zweite Tennis-Highlight binnen weniger Stunden. Vor dem Doppel-Finale in der Rod Laver Arena hatte Ashleigh Barty als erste Australierin seit 1978 den Einzel-Titel in Melbourne gewonnen. Auch Kyrgios und Kokkinakis beendeten eine lange Durststrecke: zwei australische Doppel-Sieger hatte es in Melbourne zuletzt 1997 gegeben.

Das Duo sorgte für hohe Einschaltquoten

Mit ihren unkonventionellen Auftritten hatten die beiden Freunde Kyrgios und Kokkinakis bei ihren Matches für grandiose Stimmung gesorgt. Auch der übertragende TV-Sender Nine berichtete von für Doppel-Verhältnisse außerordentlich hohen Einschaltquoten Down Under.

Auf ihrem Weg hatten die »Special Ks« vier gesetzte Teams ausgeschaltet, neben dem topgesetzten Duo Nikola Mektić/Mate Pavić aus Kroatien auch im Viertelfinale den deutschen Doppelspezialisten Tim Pütz und dessen neuseeländischen Partner Michael Venus. Die wilde und auch provokative Art vor allem von Kyrgios kam dabei nicht nur gut an.

Venus hatte nach dem Viertelfinale gesagt: »Es fühlte sich mehr an wie ein Zirkus da draußen und nicht wirklich wie ein Tennismatch.« Es habe ständig böse Kommentare von den Rängen gegeben, »über uns und unsere Familien«. Zudem beschwerte er sich darüber, dass sowohl Kokkinakis als auch Kyrgios die Menge zwischen erstem und zweitem Aufschlag extra anheizten. Kyrgios habe die Reife eines Zehnjährigen (lesen Sie hier mehr dazu ).

cev/ap/sid
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