Fünfsatz-Erfolg gegen Shapovalov Nadal fehlen noch zwei Siege bis zum Grand-Slam-Rekord

Rafael Nadal steht im Halbfinale der Australian Open. Der Spanier kämpfte gegen Denis Shapovalov mit körperlichen Problemen. Sein Gegner beschwerte sich über Nadals Verhalten auf dem Platz.
Rafael Nadal kämpft mit den Bedingungen im heißen Melbourne

Rafael Nadal kämpft mit den Bedingungen im heißen Melbourne

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ASANKA BRENDON RATNAYAKE / REUTERS

Der körperlich angeschlagene Rafael Nadal hat sich vom Zverev-Bezwinger nicht aufhalten lassen und ist dem Grand-Slam-Rekord einen Schritt nähergekommen. Der Spanier quälte sich gegen Denis Shapovalov zum Sieg und erreichte zum siebten Mal das Halbfinale der Australian Open – 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 6:3 hieß es am Ende im Generationenduell.

Zunächst hatte es nach einem klaren Erfolg von Nadal ausgesehen, doch nach einer 2:0-Satzführung bekam der 35-Jährige Magenprobleme und verlor die nächsten beiden Sätze. Shapovalov, 22, leistete sich im fünften Satz dann jedoch zu viele leichte Fehler und ermögliche Nadal das Comeback. Nun steht der zum 36. Mal im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers.

»Ich denke ich hatte Glück, dass ich gut aufgeschlagen habe im Fünften«, sagte Nadal im Siegerinterview auf dem Platz. Er habe angefangen, sich ein bisschen müde zu fühlen, erklärte er und berichtete von seinem Unwohlsein: »Ich hoffe und ich glaube, dass ich bereit sein werde für das Halbfinale.«

Shapovalov beschwert sich über Nadal

13 Jahre nach seinem bisher einzigen Melbourne-Triumph trennen Nadal nur noch zwei Siege von der nächsten Trophäe, es wäre der 21. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Damit wäre Nadal alleiniger Rekordhalter. Dieses Ziel hatte eigentlich Novak Djoković ins Visier genommen, doch dem Serben wurde von den australischen Behörden wegen seiner fehlenden Covid-19-Impfung das Visum entzogen.

Denis Shapovalov vergibt eine große Chance

Denis Shapovalov vergibt eine große Chance

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Graham Denholm / Getty Images

Im Halbfinale tritt Nadal am Freitag gegen den italienischen Wimbledonfinalisten Matteo Berrettini an. Berrettini besiegte in ebenfalls fünf Sätzen den Franzosen Gael Monfils 6:4, 6:4, 3:6, 3:6, 6:2 und steht somit als erster Italiener in einem Halbfinale der Australian Open.

Die Frage nach Nadals körperlichen Verfassung war vor dem Turnierbeginn ein diskutiertes Thema. Dennoch war er weitgehend sicher durch die frühen Runden marschiert. Monatelang hatte der Spanier wegen einer Fußverletzung pausieren müssen. Diesmal hatten die Probleme nichts damit zu tun. Kurz vor seiner Reise nach Australien hatte sich Nadal zudem mit Corona infiziert.

Shapovalov, der in der Runde zuvor Olympiasieger Alexander Zverev in drei Sätzen ausgeschaltet hatte, beschwerte sich, dass sich der Spanier zu viel Zeit zwischen den Ballwechseln ließe und sich so bevorteile. »Ihr seid alle korrupt«, schimpfte er in Richtung des Schiedsrichters zu Beginn des zweiten Satzes, als Nadal seiner Meinung nach nicht zeitig genug bereit für den Return war.

»Es ist einfach so frustrierend. Man hat das Gefühl, dass man nicht nur gegen seinen Gegner spielt, sondern auch gegen die Schiedsrichter«, sagte Shapovalov nach dem Match. »Es war definitiv emotional, aber ich stehe zu meiner Meinung. Ich denke, es ist unfair, mit wie viel Rafa davonkommt.« Auch eine Toilettenpause Nadals vor dem entscheidenden fünften Satz kritisierte er.

Siegesserie von Keys geht weiter

Für sportliche Schlagzeilen sorgt Madison Keys, die in Melbourne nach vielen Misserfolgen wieder an alte Zeiten anknüpft . Erstmals seit 2015 steht die US-Amerikanerin im Halbfinale der Australian Open. Im Viertelfinale gewann die US-Open-Finalistin von 2017 gegen die tschechische French-Open-Siegerin Barbora Krejčíková 6:3, 6:2. »Ich glaube, ich werde weinen. Es bedeutet mir so viel«, sagte die Weltranglisten-51. beim Siegerinterview.

In der Vorschlussrunde am Donnerstag tritt Keys gegen die Weltranglistenerste Ashleigh Barty aus Australien an, die gegen Jessica Pegula (USA) glatt gewann. Die Weltranglistenvierte Krejčíková sah bei Temperaturen um die 30 Grad mitgenommen aus. Beim Stand von 2:5 im ersten Satz ließ sie sich untersuchen und den Blutdruck messen.

krä/dpa/sid