Australian Open Spektakuläres Comeback gegen Medwedew – Nadal gewinnt historischen 21. Grand-Slam-Titel

Im Finale der Australian Open ist Rafael Nadal ein Meisterstück gelungen: Gegen Daniil Medwedew drehte der Spanier einen 0:2-Satzrückstand – und ist nun der erfolgreichste Spieler der Tennis-Geschichte.
Rafael Nadal

Rafael Nadal

Foto: DAVE HUNT / EPA

Rafael Nadal hat Tennisgeschichte geschrieben: Mit seinem Sieg über Daniil Medwedew im Finale der Australian Open, das der Spanier in einem Fünfsatzkrimi 2:6, 6:7, 6:4, 6:4, 7:5 für sich entschied, sicherte sich Nadal als erster Profi seinen 21. Grand-Slam-Titel. Der 35-Jährige setzte sich von Novak Djoković und Roger Federer ab, die bei jeweils 20 Major-Siegen stehen.

Im ersten Satz unterliefen Nadal noch ungewöhnlich viele Fehler (16). Medwedew, der bekannt für sein sicheres Grundlinienspiel ist, servierte stark und verwandelte nach 42 Minuten seinen ersten Satzball. Der zweite Durchgang war ausgeglichen, Nadal gelang ein frühes Break, beim Stand von 5:3 servierte er sogar zum Satzausgleich. Doch Medwedew schlug zurück und entschied auch einen dramatischen Tiebreak für sich (7:5).

Daniil Medwedew war zu Beginn der bessere Spieler

Daniil Medwedew war zu Beginn der bessere Spieler

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Im dritten Satz zeigte Nadal dann seine Qualität, lieferte sich mit Medwedew ein konzentriertes Duell auf Augenhöhe, in dem der russische Weltranglistenzweite die ersten größeren Fehler machte: Beim Stand von 4:4 legte Medwedew erst zu viel Kraft in einen Grundlinienschlag, traf dann den Ball mit dem Rahmen und gewährte Nadal so zwei Breakbälle. Den Zweiten nutzte der Mallorquiner, um anschließend ohne Gegenpunkt zum Satzgewinn auszuservieren.

Beflügelt vom australischen Publikum, das zu größeren Teilen zu Nadal statt zum zuletzt immer wieder aneckenden Medwedew hielt, zeigte Nadal nun sein bestes Tennis. Auch Medwedew glänzte mit genialen Momenten, schlug deutlich mehr Asse und bot Nadal in spektakulären Rallys Paroli.

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Rafael Nadal und die magische 21

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Doch zugleich unterliefen dem Gewinner der US Open 2021, der in Melbourne die Chance hatte, als erster Profi der Open Era nach seinem ersten Grand-Slam-Titel auch sofort das nächste Major-Turnier zu gewinnen, unerklärliche Fehler: Medwedew ließ leichte Punkte liegen und versuchte etliche Male vergeblich, Nadal mit Stoppbällen zu überraschen.

Nadal hat den längeren Atem

So kassierte Medwedew durch einen Doppelfehler erst das Break zum 1:2, schaffte direkt das Rebreak – und gab seinen nächsten Aufschlag gleich wieder ab. Erneut beendete Nadal den Satz mit einem Aufschlagspiel zu null und vertagte die Entscheidung in Satz Nummer fünf.

Der startete auf hohem Niveau: Medwedew besann sich auf die sicheren Schläge, Nadal spielte weiter auf dem Level der Sätze drei und vier. So war es kein Fehler Medwedews, sondern schlicht ein Weltklasse-Longlineball gegen die Laufrichtung des Gegners, der dem Spanier das Break zum 3:2 brachte. Den Vorteil musste Nadal im nächsten Spiel etwa eine Viertelstunde lang verteidigen, insgesamt dreimal erspielte sich Medwedew eine Breakchance – doch immer konterte Nadal.

Rafael Nadal behielt über mehr als fünf Stunden die Nerven

Rafael Nadal behielt über mehr als fünf Stunden die Nerven

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Die Nervosität holte den Routinier ein, als er beim Stand von 5:4 und 30:0 nur noch zwei Punkte vom Titel entfernt war, den Aufschlag gegen einen kämpferischen Medwedew aber noch abgab. Dem direkten Rebreak folgte ein diesmal nervenstärkerer Service, nach 5:24 Stunden konnte Nadal seinen zweiten Sieg bei den Australian Open nach 2009 einfahren.

Triumph trotz Coronainfektion und Fußverletzung

Nadal hatte im Vorfeld des Turniers mit Problemen zu kämpfen. Nach einer monatelangen Verletzungspause aufgrund von Schmerzen am linken Fuß sowie einer Coronainfektion war die Teilnahme in Australien lange ungewiss; dass er seinen 21. Grand-Slam-Titel gewinnen konnte, kommt durchaus überraschend. Die Chance auf Titel Nummer 22 bietet sich Nadal im Mai in Paris: Bei den French Open gilt der Sandplatzspezialist als Topfavorit.

bam/cev
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