Aktion für chinesische Tennisspielerin Australian Open lassen »Wo ist Peng Shuai?«-Shirts zu

Das Schicksal der Chinesin Peng Shuai bewegt die Tennis-Fans. In Melbourne darf nun doch mit T-Shirts demonstriert werden. Lautstarken Protest wollen die Veranstalter jedoch weiter unterbinden.
Bei den Australian Open dürfen nun doch Peng-Shuai-Shirts getragen werden

Bei den Australian Open dürfen nun doch Peng-Shuai-Shirts getragen werden

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PAUL CROCK / AFP

Bei den Australian Open dürfen die Zuschauenden nach einem zunächst ausgesprochenen Verbot nun doch mit T-Shirts auf das Schicksal der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai aufmerksam machen. Das sagte Turnierchef Craig Tiley der Nachrichtenagentur AFP, nachdem die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres wegen ihres Umgangs mit dem Fall in Erklärungsnot geraten waren.

Am Sonntag war im Internet ein Video aufgetaucht, in dem Sicherheitskräfte im Melbourne Park Fans daran hinderten, zur Unterstützung der chinesischen Tennisspielerin T-Shirts mit der Aufschrift »Wo ist Peng Shuai?« zu tragen. Dies hatte für große Aufregung gesorgt, Tennislegende Martina Navratilova bezeichnete das Vorgehen als »erbärmlich«.

Die Shirts seien nun erlaubt – solange deren Träger »nicht als Mob kommen, um zu stören, sondern friedlich sind«, wie Tiley einschränkend sagte: »Wenn sie kommen, um sich Tennis anzusehen, ist das in Ordnung. Aber wir können nicht zulassen, dass jemand am Ende des Tages eine Störung verursacht.« Noch am Montag hatte Tennis Australia seine Haltung bekräftigt, keine Banner, Schilder oder Kleidungsstücke zuzulassen, die kommerziell oder politisch sind.

Die Sorge um Peng Shuai ist weiter groß. Die frühere Doppel-Weltranglistenerste hatte im November in einem nur kurz zugänglichen Beitrag im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo über eine Beziehung mit Chinas Ex-Vizepremierminister Zhang Gaoli berichtet und ihm im gleichen Post sexuellen Missbrauch vorgeworfen.

Ihre anschließende Abwesenheit in der Öffentlichkeit führte zu Protesten und Forderungen zahlreicher prominenter Kollegen und Institutionen nach unabhängig überprüfbaren Sicherheitsgarantien für die Athletin. Zwischenzeitlich war Peng Shuai dann in Videos, unter anderem mit IOC-Präsident Thomas Bach, zu sehen. Ob sie sich frei äußern konnte, wurde von internationalen Beobachtern bezweifelt.

krä/sid