Unklarer Impfstatus Australien weist Tennisstar Djokovic ab

Trotz Corona-Ausnahmegenehmigung: Tennisprofi Novak Djokovic darf nach seiner Landung in Melbourne nicht nach Australien einreisen und muss das Land wieder verlassen. Zuvor hatte er am Flughafen festgesessen.
Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic

Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic

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MARCO BERTORELLO / AFP

Kurz nach der Landung in Melbourne wurde die ohnehin schon turbulente Geschichte um Tennis-Superstar Novak Djokovic und seinen Impfstatus bei den Australian Open  noch kurioser. Trotz seiner umstrittenen medizinischen Ausnahmegenehmigung für den Start beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres verweigerten die Grenzschützer dem mutmaßlich nicht geimpften Serben die Einreise, weil sein Visum wohl ungültig war.

Einige Stunden später strich die australische Regierung dem Tennisstar das Visum, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Mittwochabend. Der Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste wurde mitgeteilt, dass er Australien nun am Donnerstag verlassen muss.

Die Dokumente, die Djokovic vorlegte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. Die daher kontaktierten Behörden des australischen Bundesstaats Victoria verweigerten die Unterstützung für den Weltranglistenersten, der seinen Impfstatus bislang nicht öffentlich gemacht hat.

»Regeln sind Regeln«

Der australische Premierminister Scott Morrison die Einreise-Verweigerung Djokovic verteidigt und schrieb auf Twitter, dass niemand über den Regeln stehe: »Djokovics Visum wurde annulliert. Regeln sind Regeln, besonders wenn es um unsere Grenzen geht.«

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Bereits zuvor hatte Morrison ausreichende Belege für die medizinische Ausnahme gefordert: »Er muss das tun, denn wenn er nicht geimpft ist, muss er einen akzeptablen Nachweis erbringen, dass er aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, um Zugang zu den gleichen Reiseregeln wie vollständig geimpfte Reisende zu erhalten«, sagte Morrison. Sonst werde Djokovic »im ersten Flieger nach Hause« sitzen.

Die am Dienstag erteilte Ausnahmeerlaubnis sorgte schon vor der Ankunft des 34-Jährigen für Empörung: Der Sender ABC schrieb, sie löse »Zorn und Konfusion« aus. Andere Äußerungen reichten von »Ohrfeige für alle Australier« bis »Schlag ins Gesicht für Millionen von Australiern«. Turnierdirektor Craig Tiley verteidigte die umstrittene Entscheidung, bat den 20-maligen Grand-Slam-Sieger aber um Nennung seiner Gründe.

Das Turnier startet am 17. Januar in Melbourne. Nur Spieler und Spielerinnen, die gegen das Coronavirus doppelt geimpft sind oder eine medizinische Ausnahmegenehmigung erhalten haben, dürfen daran teilnehmen.

Djokovic gilt bei den Australian Open als Topfavorit

Djokovic gilt bei den Australian Open als Topfavorit

Foto: Cameron Spencer / Getty Images

Am Dienstag hatte Djokovic nach wochenlangem Schweigen mitgeteilt, dass er nun dank genau einer solchen Ausnahmegenehmigung nach Australien fliegen werde.

Turnierchef fordert Antworten von Djokovic

Vorwürfe, für den besten Tennisspieler der Welt würden andere Regeln gelten als für die Allgemeinheit, versuchte Turnierchef Tiley zu zerstreuen. Die Erlaubnis sei nach strenger Überprüfung durch zwei unabhängige Expertengremien erteilt worden. Djokovic habe einen »völlig legitimen Antrag« gestellt und den notwendigen Prozess durchlaufen. Zugleich forderte Tiley jedoch Djokovic auf, die Gründe bekannt zu geben.

»Ich würde mir wünschen, dass er zur Gemeinschaft redet. Ich würde es schätzen, Antworten zu erhalten«, sagte Tiley. 26 Profis oder Betreuer hätten eine Ausnahmegenehmigung beantragt, nur eine Handvoll diese auch tatsächlich erhalten.

Djokovic hat die Australian Open bereits neunmal gewonnen und will als Titelverteidiger antreten. Bei einem Sieg würde er seine Konkurrenten Roger Federer und Rafael Nadal mit Grand-Slam-Triumph Nummer 21 hinter sich lassen.

mey/kim/jok/sid/dpa/Reuters