Tennis-Ikone Billie Jean King "Männern wurde beigebracht, dem Geld zu folgen, Frauen nicht"

Seit 60 Jahren kämpft Billie Jean King für Gleichberechtigung, jetzt wurde der Fed Cup nach ihr benannt. Hier spricht sie über gleiche Bezahlung für Frauen und Männer - und über die junge Spielergeneration.
Ein Interview von Sabrina Knoll
Billie Jean King: "Wir senden eine wirklich starke Botschaft. Und die soll jeder hören."

Billie Jean King: "Wir senden eine wirklich starke Botschaft. Und die soll jeder hören."

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Srdjan Stevanovic / Srdjan Stevanovic/Starsportphoto

Zur Person
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Billie Jean King, 76, gewann im Tennis der Frauen 39 Grand-Slam-Titel, zwölf davon im Einzel. King kämpft seit jeher für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Sie war Teil der sogenannten Original 9, einer Gruppe von Frauen, die 1970 ihre eigene Tour gründeten, weil Frauen im Vergleich zu Männern immer schlechter bezahlt wurden. Sie gilt als treibende Kraft hinter der Gründung der WTA, der Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen, die aus dieser Virginia Slims Series entstanden ist.

SPIEGEL: Billie Jean King, 1970 unterzeichneten neun Frauen symbolische Ein-Dollar-Verträge, um eine eigene Tennis-Tour auf die Beine zu stellen. 50 Jahre später verkündet die International Tennis Federation (ITF), Fed-Cup-Spielerinnen die gleichen Preisgelder zu bezahlen wie den Männern beim Daviscup. Wie fühlt sich das an?

King: Einfach großartig. Vor 50 Jahren hatten wir Angst, wir hatten alles riskiert. Als Amateurinnen haben wir 14 Dollar am Tag verdient, aber als Profis gab es immer weniger Möglichkeiten für uns. Und die Männer wollten uns wirklich nicht dabeihaben. Es war eine fürchterliche Zeit, eine einsame, harte Zeit. Daher fühlt es sich jetzt fantastisch an. Geld ist wichtig, und Frauen müssen darauf achten. Männern wurde beigebracht, dem Geld zu folgen, Frauen nicht. Sie müssen Geld verstehen, müssen verstehen, wie es uns hilft, wie es uns ermächtigt, wie es uns erlaubt, so viele unterschiedliche Entscheidungen zu treffen, von denen wir nie zu träumen gewagt hätten. Heute sind neun der zehn bestverdienenden Frauen Tennisspielerinnen. Wir wollen führend im Frauensport bleiben, anderen den Weg zeigen und sie hoffentlich dazu inspirieren, ihren Sport in Ordnung zu bringen. Mit Gleichberechtigung bei den Preisgeldern senden wir eine wirklich starke Botschaft. Und die soll jeder hören.

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