Kritik von Nadal und Djoković an Night Sessions »Die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird«

Der Viertelfinalkracher bei den French Open zwischen Nadal und Djoković ging bis weit nach Mitternacht – nicht zur Freude der Tennisprofis. Die Veranstalter sagen: »Die Night Sessions werden bleiben.«
In Kritik vereint: Tennisprofis Djoković (l.) und Nadal

In Kritik vereint: Tennisprofis Djoković (l.) und Nadal

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CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / AFP

Rafael Nadal und Novak Djoković haben nach ihrem spektakulären Viertelfinale am Dienstagabend bei den French Open einhellig Kritik am Startzeitpunkt der Night Sessions geübt.

»Ich finde, sie fangen zu spät an«, sagte Djoković am frühen Mittwochmorgen nach dem Aus gegen seinen großen Rivalen. Das Duell mit Nadal hatte am Dienstagabend erst gegen 21 Uhr begonnen und war um 1.15 Uhr am Mittwoch zu Ende.

»Aber die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird. Sie geben das Geld, sie bestimmen, wer in der Night Session spielt. Das ist die Welt, in der wir leben«, sagte der 35-jährige Serbe.

Unterstützung bekam er von seinem Gegner Nadal. Der Beginn gegen 21.00 Uhr sei »ohne Zweifel« zu spät gewesen, sagte der 13-malige Paris-Champion. Er wolle sich aber nicht beschweren, weil er bis zu seinem Halbfinale gegen Alexander Zverev am Freitag nun zwei freie Tage habe.

»Vernünftige Balance finden«

Nadal sagte zudem, dass er die Bedürfnisse der TV-Sender verstehe. »Die Fernsehsender zahlen viel Geld, um diese späten Spiele zu haben. So macht das Turnier Geld und so machen auch die Spieler Geld«, sagte der 35-Jährige, man müsse in Zukunft aber eine »vernünftige Balance« zwischen allen Interessen finden.

Turnierdirektorin Amélie Mauresmo kündigte am Mittwoch an, dass man das Thema nach dem diesjährigen Turnier genau analysieren werde. Allerdings stellte die frühere Weltklassespielerin trotz aller Kritik klar, dass es auch in Zukunft bei den French Open Abendspiele geben werde.

»Die Night Sessions werden bleiben«, sagte Mauresmo auf einer Pressekonferenz im Stade Roland Garros. Allerdings werde man sich anschauen, ob man den Start der Spiele in Zukunft nicht etwas vorziehen könne.

Zudem müsse eine Lösung für die Abreise der Besucher gefunden werden. Nach dem Match zwischen Nadal und Djoković hatten zahlreiche Zuschauer und Journalisten Probleme gehabt, in ihre Unterkünfte zu kommen, weil zu der späten Stunde nur noch wenige öffentliche Verkehrsmittel unterwegs waren. »Es wird Priorität haben, dieses Kernproblem zu lösen«, sagte Mauresmo.

bka/dpa
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