French Open Kerber wehrt zwei Matchbälle ab und gewinnt doch noch

Angelique Kerber stand in ihrer Auftaktpartie schon kurz vor dem Aus, aber sie bewies Energie und beendete ihre Negativserie in Roland Garros. Titelverteidigerin Barbora Krejčíková ist ebenso ausgeschieden wie Naomi Osaka.
Angelique Kerber bei ihrem Erstrundenmatch in Roland Garros

Angelique Kerber bei ihrem Erstrundenmatch in Roland Garros

Foto:

Frank Molter / dpa

Angelique Kerber hat nach einem harten Stück Arbeit erstmals seit 2018 wieder den Sprung in die zweite Runde der French Open geschafft. Zwei Tage nach dem Gewinn ihres insgesamt 14. Tour-Titels in Straßburg setzte sich die einstige Nummer eins der Welt in ihrem Auftaktduell mit viel Mühe gegen die Polin Magdalena Frech 2:6, 6:3, 7:5 durch. Zuvor hatte die Deutsche zwei Matchbälle abgewehrt.

Der Beginn des Duells der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin verzögerte sich wegen Regenunterbrechungen, dann legte Kerber einen schwachen Start hin und leistete sich 13 unerzwungene Fehler im ersten Durchgang. Kerber steigerte sich und verdiente sich mit einem deutlich fokussierteren Auftritt den Entscheidungssatz, in dem sie nach einem Break Rückstand und mit einer beachtlichen Willenskraft zurückkam. Nächste Gegnerin ist die Französin Elsa Jacquemot.

Titelverteidigerin Barbora Krejčíková ist dagegen überraschend bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die 26 Jahre alte Tschechin verlor gegen die 19 Jahre alte Französin Diane Parry 6:1, 2:6, 3:6.

Frühes Aus für die Titelverteidigerin Barbora Krejčíková

Frühes Aus für die Titelverteidigerin Barbora Krejčíková

Foto: YOAN VALAT / EPA

Krejčíková hatte vor den French Open lange Zeit wegen einer Verletzung pausieren müssen, war aber rechtzeitig zum Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros fit geworden. Im vergangenen Jahr hatte die Tschechin in Paris überraschend ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert.

Osaka scheitert ebenfalls in Runde eins

Die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka aus Japan ist ebenfalls in der ersten Runde gescheitert. Die 24-Jährige, die im vergangenen Jahr mit ihrem Rückzug nach der ersten Runde für großes Aufsehen gesorgt hatte, unterlag der US-Amerikanerin Amanda Anisimova 5:7, 4:6.

Osaka ereilte dagegen das gleiche Schicksal wie in Melbourne. Auch bei den Australian Open im Januar hatte sie gegen Anisimova verloren, damals in der dritten Runde. Osaka, derzeit auf Weltranglistenplatz 38, kam in Paris noch nie über die dritte Runde hinaus.

Vor dem Start des Turniers hatte die einstige Weltranglistenerste berichtet, dass sie noch immer bewegt sei von den Ereignissen des Vorjahres. »Ich will nicht lügen. Vor meiner Rückkehr war ich besorgt«, sagte Osaka.

Sie hatte 2021 nicht an den obligatorischen Pressekonferenzen teilnehmen wollen und war nach öffentlichen Diskussionen schließlich nicht mehr zu ihrem Zweitrundenmatch angetreten. Osaka sprach in diesem Zug öffentlich ihre mentalen Probleme an und legte eine Spielpause bis zu den Olympischen Spielen in Tokio ein.

»Ich bin dankbar, in meinem Alter noch immer hier zu spielen«

Die Polin Iga Świątek setzte unterdessen ihre beeindruckende Serie fort und zog in die zweite Runde ein. Świątek hatte mit der ukrainischen Qualifikantin Lessja Zurenko beim 6:2, 6:0-Sieg in nur 54 Minuten keinerlei Mühe. Es war bereits ihr 29. Sieg in Serie, letztmals hat die Nummer eins der Welt im Februar in Dubai ein Spiel verloren.

Iga Świątek

Iga Świątek

Foto: GONZALO FUENTES / REUTERS

Auch Andrea Petković ist nach ihrem 6:4, 6:2 gegen Océane Dodin aus Frankreich weiter im Turnier dabei. Nächste Gegnerin der Weltranglisten-65. ist die frühere Nummer eins Wiktorya Asaranka aus Belarus oder Ana Bogdan aus Rumänien.

»Ich war sehr konzentriert von Beginn an und habe gut gespielt«, sagte die 34 Jahre alte Petkovic: »Und ich hatte eine kleine Spionin in Angelique Kerber, die in Straßburg gegen sie gespielt hat. Dies ist mein liebster Grand Slam und ich bin dankbar, in meinem Alter noch immer hier zu spielen.« Auch Kerber ist am Montag noch gefordert, sie trifft auf die Polin Magdalena Frech.

luk/mfu/aha/sid/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.