Als Reaktion auf Krieg in der Ukraine Wimbledon schließt russische Athleten aus

Beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon wird es ein Startverbot für russische Sportlerinnen und Sportler geben. Auch die Athleten aus Belarus sind betroffen. Ein Start unter neutraler Flagge soll nicht möglich sein.
Das Logo des Grand-Slam-Tennisturniers im englischen Wimbledon

Das Logo des Grand-Slam-Tennisturniers im englischen Wimbledon

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Steven Paston/ dpa

Beim diesjährigen Grand-Slam-Turnier in Wimbledon sollen nach Aussagen von Verantwortlichen keine russischen Athleten und Athletinnen teilnehmen dürfen. Das berichteten der Branchendienst Sportico und die »New York Times«  übereinstimmend.

Inzwischen bestätigte der Veranstalter den Vorgang in einer Presseerklärung  und ergänzte darin, dass auch Sportlerinnen und Sportler aus Belarus nicht an dem Turnier teilnehmen dürfen. Ein Start unter neutraler Flagge soll nicht möglich sein.

»Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies für die betroffenen Personen sehr hart ist, und es ist traurig, dass sie für die Handlungen der Führer des russischen Regimes leiden müssen«, sagte Ian Hewitt, Vorsitzender des All England Club. Das Turnier findet vom 27. Juni bis 10. Juli statt.

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Der Ausschluss betrifft Weltklassespieler wie die Russen Daniil Medwedew und Andrey Rublev, die auf Weltranglistenplatz zwei beziehungsweise acht geführt werden. Bei den Frauen ist die russische Weltranglisten-15. Anastassija Pawljutschenkowa betroffen.

Ausschluss von Russen einzigartig im Tennis

Mit der Entscheidung ist Wimbledon das erste große Tennisturnier, das individuelle Sportler aus Russland und Belarus aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine von einer Veranstaltung ausschließt. Bislang waren lediglich die russischen und belarussischen Verbände ausgeschlossen worden, Einzelsportler konnten jedoch weiterhin unter neutraler Flagge antreten.

Der britische Sportminister Nigel Huddleston sagte vergangenen Monat, dass ihm unwohl bei dem Gedanken sei, »ein russischer Athlet würde gewinnen und die russische Fahne hissen«.

Der Präsident des russischen Tennisverbands, Schamil Tarpischew, erklärte gegenüber der Zeitung »Sport Express«, dass der Verband nichts dagegen unternehmen könne. »Ich halte diese Entscheidung für falsch, aber wir können nichts daran ändern«, sagte Tarpischev.

Wimbledon hat seit dem Zweiten Weltkrieg, als Spielerinnen aus Deutschland und Japan nicht antreten durften, keine Sportler und Sportlerinnen aus anderen Ländern gesperrt.

vgl/jan/Reuters