Tennis »Miss« und »Mrs.« – Wimbledon schafft Anrede bei Turniergewinnerinnen ab

Chris Evert wird künftig nicht mehr als »Mrs. J.M. Lloyd«, also jemandes Ehefrau, auf der Ehrentafel der Wimbledon-Siegerinnen geführt. Die Veranstalter modernisieren die Anreden, auch mit »Fräulein« ist Schluss.
Wimbledonsiegerin 2021 Ashleigh Barty vor der Ehrentafel

Wimbledonsiegerin 2021 Ashleigh Barty vor der Ehrentafel

Foto: Thomas Lovelock / AELTC / Getty Images

Auf der Ehrentafel des Tennisturniers von Wimbledon wird zukünftig auf eine Anrede vor dem Namen der Siegerinnen verzichtet. Dies berichten unter anderem der »Guardian« und »The Times«.

Bislang waren vor den Namen der Siegerinnen die Worte »Miss« (Fräulein) oder »Mrs.« (Frau) zu sehen. Bei den Siegern der männlichen Konkurrenz hingegen standen nur der Vor- und der Nachname. Dies soll nach der Modernisierung der Tafeln künftig auch bei den Frauen der Fall sein.

Anrede auf dem Platz bereits 2019 geändert

Bereits seit 2019 verzichten die Schiedsrichter bei der Durchsage der Spielstände auf die altmodische Form der Anrede. Der Weltranglistenerste Novak Djoković hatte sich damals enttäuscht gezeigt: »Ich dachte, dass diese Tradition sehr einzigartig und sehr speziell ist; ich fand es schön«, sagte er.

Aus Mrs. Lloyd wird C.M. Evert

Weniger schön und eher anachronistisch dürften es die betroffenen Frauen gefunden haben: So wurde Chris Evert nach ihrer Heirat mit John Lloyd auf den Ehrentafeln für ihren Triumph im Dameneinzel 1981 als Mrs. J.M. Lloyd ausgewiesen.

Sowohl vor ihrer Heirat mit Lloyd als auch nach ihrer Scheidung im Jahr 1987 wurde ihr Name als Miss C.M. Evert eingraviert, während die ursprüngliche Version von 1981 nicht geändert wurde. Sie wird nun bei allen drei Siegen als C.M. Evert bezeichnet.

Auch die Siegerin von 1980 kommt nun endlich zu ihrem Namen: Evonne Goolagong Cawley wurde für ihren Triumph als Mrs. R. Cawley in die Ehrentafel des All England Clubs aufgenommen.

mfu/sid