Nach Presseboykott Osaka steigt aus den French Open aus

Wegen eines Presseboykotts wurde die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka zu einer Geldstrafe von 15.000 US-Dollar verdonnert. Nun spricht die viermalige Grand-Slam-Siegerin von Depressionen – und beendet das Turnier.
Beendet die French Open vorzeitig: Naomi Osaka

Beendet die French Open vorzeitig: Naomi Osaka

Foto: Christophe Ena / dpa

Die Japanerin Naomi Osaka hat ihren Rückzug von den French Open angekündigt. Sie zieht damit die Konsequenzen aus dem Streit um ihren Presseboykott und wird zu ihrem Zweitrunden-Match offenbar nicht mehr antreten. Dies teilte die 23 Jahre alte Japanerin bei Twitter  mit. Zuvor hatten die Turnier-Verantwortlichen Osaka mit dem Ausschluss gedroht, sollte sie ihren Medienverpflichtungen nicht nachkommen.

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»Ich denke, nun ist es das Beste für das Turnier, die anderen Spieler und mein eigenes Wohlergehen, dass ich zurückziehe, sodass sich wieder jeder auf das derzeit laufende Tennis-Geschehen in Paris konzentrieren kann«, schrieb die Nummer zwei der Welt.

Sie habe in Roland-Garros nie »eine Ablenkung« sein wollen. »Ich akzeptiere, dass mein Timing nicht ideal war und meine Message klarer hätte sein können«, so Osaka. Sie leide seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen. In Paris habe sie sich verletzlich gefühlt und sich schließlich selbst schützen wollen.

Daher wolle sie zunächst einmal Abstand von den Tenniscourts gewinnen und dann nach ihrer Rückkehr mit der Tour an Verbesserungen für die Spieler, die Presse und Fans arbeiten.

Osaka hatte kurz vor Beginn der French Open via Instagram erklärt, dass sie in Paris nicht mit den Medien reden wolle. Als Grund hatte Osaka angegeben, dass die Journalistinnen und Journalisten keine Rücksicht auf die psychische Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern nehmen würden.

Veranstalter drohte mit Disqualifikation

Nach ihrem Erstrundensieg gegen die Rumänin Patricia Maria Țig war Osaka daher am Sonntag wie angekündigt nicht zur obligatorischen Pressekonferenz erschienen. Sie wurde daraufhin von den Veranstaltern der French Open mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Dollar belegt.

Für den Fall, dass die viermalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin auch im weiteren Verlauf des Sandplatz-Events die Medien boykottiert hätte, hatten die Veranstalter der vier Grand-Slam-Events mit weiteren, deutlich härteren Sanktionen gedroht. Sowohl ein Ausschluss von den French Open als auch eine Sperre für spätere Grand-Slam-Turniere waren in Aussicht gestellt worden. Diesen möglichen Strafen kam Osaka nun mit ihrem Rückzug zuvor.

Gilles Moretton, Präsident des französischen Tennisverbands FFT, äußerte sich am späten Montagabend zu ihrem Ausscheiden: »In allererster Linie tut es uns leid und wir fühlen mit Naomi Osaka«. Dass sich die viermalige Major-Siegerin aus dem Turnier zurückziehe, sei »unglücklich«, sagte Moretton: »Wir wünschen ihr das Beste und die schnellstmögliche Erholung. Wir freuen uns auf sie im nächsten Jahr.«

mjm/dpa
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