Tennisstar Kyrgios startet Spendenaktion "Wir haben die giftigste Luft der Welt"

Australien leidet seit Wochen unter verheerenden Buschfeuern. Mit Nick Kyrgios hat einer der berühmtesten Sportler des Landes eine Hilfsaktion gestartet, die schnell Nachahmer fand.
Hat in seinem ersten Match nach der Spendenankündigung bereits 20 Asse geschlagen: Nick Kyrgios

Hat in seinem ersten Match nach der Spendenankündigung bereits 20 Asse geschlagen: Nick Kyrgios

Foto: Chris Hyde/ Getty Images

Australien kommt nicht zur Ruhe. Den besonders betroffenen Gebieten im Südosten des Landes steht eine neue Brandwelle bevor. Großstädte wie Sydney leiden seit Wochen unter dem giftigen Rauch der Brände. In der Hauptstadt Canberra erreichte die Luftqualität so gefährliche Werte, dass ein dort für kommende Woche geplantes Challenger-Tennisturnier, an dem auch der Deutsche Philipp Kohlschreiber teilnimmt, ins rund 600 Kilometer entfernte Bendigo verlegt wurde.

Unterstützung für die Opfer wie für die Helfer kommt aus vielen Richtungen. An Neujahr mischte sich Tennisspieler Nick Kyrgios, einer der berühmtesten Sportler des Landes, mit einem Aufruf in Richtung der Australian-Open-Veranstalter ein. "Kommt schon, Tennis Australia, wir können doch sicher ein Benefizspiel vor den Australian Open organisieren", schrieb der Tennisstar auf Twitter.

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Tags darauf meldete sich Craig Tiley, Geschäftsführer von Tennis Australia, zu Wort und kündigte "eine Reihe von Spendensammlungen und Unterstützungsinitiativen" beim ATP Cup, den Australian Open und anderen Veranstaltungen in den kommenden Wochen an, ohne diese aber zunächst genauer zu benennen.

Stattdessen war es Kyrgios, der mit einer konkreten Ansage den Anfang machte: Er werde pro Ass, dass er in den kommenden Woche schlagen werde, 200 Australische Dollar (rund 125 Euro) spenden. Kyrgios ist einer der stärksten Aufschläger mit durchschnittlich 16,6 Assen pro Match im Jahr 2019.

Bereits eine halbe Stunde später hatte Landsmann Alex de Minaur seinerseits auf 250 Dollar (155 Euro) erhöht, "einfach nur, weil ich glaube, dass ich nicht so viele Asse wie du schlagen werde", schrieb er. Grand-Slam-Siegerin Samantha Stosur aus Brisbane folgte ebenfalls mit 200 Dollar. Auch die australischen Top-50-Spieler John Peers und John Millman schlossen sich an.

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Wenig später gaben auch die Organisatoren des ATP Cup bekannt, sie werden für jedes geschlagene Ass 100 Dollar (62 Euro) spenden. Erwartet würden mehr als 1500 Asse in dem neuen Turnier für Männerteams, das am heutigen Freitag in Brisbane, Perth und Sydney gestartet ist.

Kyrgios kämpft mit den Tränen

Kyrgios, der in seinem ersten Match für Australien den Deutschen Jan-Lennard Struff 6:4, 7:6 besiegt und dabei 20 Asse geschlagen hatte, kämpfte anschließend mit den Tränen, als er zu seiner Spendenaktion befragt wurde. "Wir haben die Möglichkeit und die Plattform etwas zu tun. Meine Heimatstadt ist Canberra, wir haben die giftigste Luft der Welt, es ist einfach hart." In Canberra war der Rauch zuletzt so schlimm, dass einige Menschen sogar innerhalb von Gebäuden Schutzmasken trugen.

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Auch Tennis Australia hatte in der Zwischenzeit Pläne für ein wie von Kyrgios angeregtes Benefizmatch vor dem Start der Australian Open (20. Januar bis 2. Februar) am 15. Januar veröffentlicht. Namen wurden noch nicht bekannt gegeben, die meisten Topspieler sind für den ATP Cup allerdings ohnehin im Land. Es ist eine von zahlreichen Maßnahmen von Tennis Australia , darüber hinaus werde man auch Gemeinden bei Reparatur und Wiederaufbau von Tennisanlagen mit einer Million Dollar (623.00 Euro) unterstützen.

Die Aktion hat längst auch Unterstützer und Nachahmer aus anderen Sportarten im Land gefunden. So schlossen sich die Cricketspieler Glenn Maxwell, Chris Lynn, Fawad Ahmed und D'Arcy Short auf ihre Weise an . Cricket Australia werde unterschriebene Nationalspielertrikots versteigern, US-Basketballspieler LaMelo Ball kündigte an, ein Monatsgehalt von den Illawarra Hawks weiterreichen zu wollen. Hilfszusagen kamen auch von Fußballvereinen wie Melbourne Victory, Melbourne City and Western United.

sak
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