Tennis Federer scheitert überraschend im Viertelfinale der US Open

Nach Novak Djokovic ist bei den US Open der nächste große Favorit ausgeschieden. Roger Federer hat gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow, die Nummer 78 der Welt, verloren. Das lag auch an einer Verletzung.

Roger Federer
AP/ Seth Wenig

Roger Federer


Roger Federer ist bei den US Open völlig unerwartet im Viertelfinale ausgeschieden. Der 38 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz verlor am Dienstag (Ortszeit) in New York gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow, Nummer 78 der Weltrangliste, mit 6:3, 4:6, 6:3, 4:6, 2:6. Federer musste sich beim letzten Grand-Slam-Turnier der Saison nach 3:12 Stunden geschlagen geben. Dimitrow, für den es im achten Duell mit Federer der erste Sieg war, trifft im Halbfinale am Freitag auf den Russen Daniil Medwedew, der Federers Landsmann Stan Wawrinka mit 7:6 (8:6), 6:3, 3:6, 6:1 besiegte.

Zuvor war Titelverteidiger Novak Djokovic im Achtelfinale ausgeschieden. Der Wimbledonsieger aus Serbien gab in der Neuauflage des Endspiels von 2016 gegen Wawrinka beim Stand von 4:6, 5:7, 1:2 auf - weil er Schmerzen an der Schulter hatte.

Und auch Federer beeinträchtigte diesmal eine Verletzung.

Grigor Dimitrow
AP

Grigor Dimitrow

Zunächst hatte er im Arthur Ashe Stadium alles im Griff. Dem Rekord-Grand-Slam-Turniersieger gelang ein schnelles Break, nach nur 29 Minuten holte er sich den ersten Satz mit 6:3. Alles schien so zu laufen, wie in den bisherigen Vergleichen zwischen Federer und Dimitrow, die der Schweizer allesamt gewonnen hatte.

Rückenprobleme beim Schweizer

Aber dieses Mal ließ sich der Bulgare nicht so einfach abschütteln. Mit mutiger Spielweise brachte er den großen Favoriten, der in New York von 2004 bis 2008 triumphiert hatte, in Bedrängnis und schaffte nach insgesamt 1:07 Stunden den Satzausgleich. Doch Federer schüttelte sich nur kurz und übernahm dann wieder die Kontrolle über das Spiel. Der 20-malige Grand-Slam-Turniersieger nahm seinem Gegner zwei Mal das Service ab und ging wieder mit 2:1-Sätzen in Führung.

Allerdings wirkte Federer insgesamt nicht so frisch wie in der Runde zuvor, als er den Belgier David Goffin im Schnelldurchgang besiegt hatte. Später sprach er von Rückenproblemen, ohne dies als Ausrede für die Niederlage zu nehmen: "Dies hier ist Grigors Moment und nicht der Moment meines Körpers", sagte Federer. Er habe zwar Schmerzen gehabt, "aber ich konnte spielen."

Gleich zu Beginn des vierten Satzes gab er seinen Aufschlag ab und lief diesem Rückstand fortan vergeblich hinterher. Beim Stand von 4:5 konnte er vier Breakbälle nicht nutzen, wenig später verwandelte Dimitrow seinen ersten Satzball.

Die Entscheidung musste so im fünften Durchgang fallen. Doch zuvor verschwand Federer für einige Minuten vom Center-Court und ließ sich behandeln. Deutlich war, dass ihn eine Verletzung behinderte, denn im fünften Satz war Federer völlig chancenlos. Dimitrow gelangen zwei schnelle Breaks, Federers Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes. Mit dem ersten Matchball machte Dimitrow die große Überraschung perfekt.

"Es ist eine Enttäuschung, das ist klar. Natürlich wäre die Chance größer gewesen, wenn ich mich besser gefühlt hätte", sagte Federer. Dimitrow, der nach seinem Sieg bei den ATP-Finals 2017 von Verletzungen und Formkrisen zurückgeworfen wurde, sagte: "Ich bin einfach nur glücklich. Ich habe mich physisch sehr gut gefühlt, am Ende war Roger aber auch nicht 100 Prozent er selbst."

Serena Williams schafft ihren 100. Sieg bei den US Open

Leichtes Spiel hatte Serena Williams. Die 37 Jahre alte Amerikanerin, die in New York ihren 24. Grand-Slam-Titel anstrebt, deklassierte die Chinesin Wang Qiang mit 6:1, 6:0. Für Williams war es der 100. Sieg bei den US Open. Nur ihre Landsfrau Chris Evert hat in Flushing Meadows mehr Partien gewonnen (101). Williams benötigte gerade einmal 44 Minuten für ihren Erfolg.

Serena Williams brauchte gegen die Chinesin Wang Qiang nur 44 Minuten zum Sieg
AFP

Serena Williams brauchte gegen die Chinesin Wang Qiang nur 44 Minuten zum Sieg

"Es ist unglaublich. Als ich hier mit 16 zum ersten Mal gespielt habe, hätte ich nie gedacht, dass ich die 100 einmal knacken würde", sagte Williams. Im Kampf um den Finaleinzug trifft sie nun am Donnerstag auf die Ukrainerin Jelina Switolina.

mey/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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karlo1952 04.09.2019
1. Roger Federer sollte wissen,
wann er aufhören muss. Marcel Hirscher hat es jetzt zur richtigen Zeit gemacht. Lindsay Vonn war bereits 2 Jahre zu spät dran. Irgendwann wird jeder für seinen Leistungssport zu alt.
Markus.Wohlers 04.09.2019
2. Jetz muss nur noch Nadal verlieren
und dann haben wir wirklich eine Überraschung. Ich hoffe, Medvedev holt sich den Titel - dem New Yorker Publikum zum Trotz.
Sibylle1969 04.09.2019
3.
Man muss auf jeden Fall hinzufügen, dass Dimitrov ja lange Zeit in den Top-10 war und nur wegen Verletzungen auf Platz 74 abgerutscht ist. Er gehört zu der Generation, denen die ganz großen Erfolge verwehrt geblieben sind, weil sie an Federer, Nadal und Djokovic nicht vorbei kamen. Mal sehen, ob er nach dem absehbaren Karriereende der Drei noch mal durchstarten kann (er ist jetzt 27), oder ob dann gleich die jüngeren Spieler, die jetzt Anfang 20 sind, die großen Erfolge absahnen. Dimitrovs spielerische Möglichkeiten sind ja hervorragend, er wurde ja früher oft mit Federer verglichen wegen seiner Spielweise.
takvor 04.09.2019
4. Ich sehe keine Überraschung
Natürlich holt Federer keine Titel mehr. Irgendwann ist Schluss. Dimitrov ist Ausnahmetalent und es ist eine Freude den ersten Sieg gegen Roger zu feiern. Jetzt bleibt nur den Titel!!!!
spadoni 04.09.2019
5. karlo1952
Im Prinzip haben Sie Recht, man sollte "lernen" rechtzeitig zurück zu treten. Wobei Federer mit seinen 38 Jahren noch erstaunlich fit ist, und so manchem Jungspund, wie z.B. dem unbeherrschten Alexander Zverev, noch etwas vormachen kann.
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