Tennis Nadal und Federer schreien Zverev zum entscheidenden Sieg im Laver Cup

Alexander Zverev hat keine gute Saison hinter sich. Im Kreise der Topspieler wollte der Deutsche beim Laver Cup aber zeigen, was er eigentlich drauf hat. Das gelang ihm gegen Milos Raonic.

Alexander Zverev (v. l.): "Ohne Roger und Rafa hätte ich es nicht geschafft."
Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Alexander Zverev (v. l.): "Ohne Roger und Rafa hätte ich es nicht geschafft."


Alexander Zverev hat der Europa-Auswahl gegen eine Weltauswahl im Laver Cup erneut den Gesamtsieg gesichert. Der Hamburger gewann das entscheidende letzte Einzel 6:4, 3:6, 10:4 im Match-Tiebreak gegen den Kanadier Milos Raonic. Damit entschieden die Gastgeber das Showturnier 13:11 auch bei der dritten Auflage für sich. Zverev hatte bereits im Vorjahr in Chicago gegen den Südafrikaner Kevin Anderson für die entscheidenden Punkte gesorgt.

"Die haben mich vor dem Tiebreak alle angeschrien in der Kabine. So kann ich meine Saison retten, haben sie gesagt", sagte Zverev nach dem Spiel und bedankte sich bei den Topstars in seinem Team: "Ohne Roger und Rafa hätte ich es nicht geschafft." Am Vortag hatte er noch gegen John Isner verloren.

Dabei hatte der Schlusstag für das Team Europe nicht gut begonnen. Nachdem Spaniens US-Open-Sieger Rafael Nadal wegen einer Entzündung in der Hand nicht antreten konnte, verloren Roger Federer und Stefanos Tsitsipas hauchdünn ihr Doppel gegen das US-Duo John Isner und Jack Sock. Danach unterlag der Österreicher Dominic Thiem ebenfalls nach Match-Tiebreak 5:7, 7:6 (7:3), 5:10 dem US-Amerikaner Taylor Fritz.

Damit hätte dem Team World ein Erfolg aus den beiden letzten Einzeln genügt, doch erst setzte sich der Schweizer Altstar Roger Federer, der mit seinem Management das Show-Event initiierte, vor den heimischen Fans 6:4, 7:6 (7:3) gegen Isner durch.

Zverev musste danach gegen den aufschlagstarken Raonic ebenfalls gewinnen und erhielt an der Bank auch Tipps von Nadal. Acht Monate nach seinem bitteren Achtelfinal-Aus gegen den Weltranglisten-24. Raonic bei den Australian Open setzte sich der 22 Jahre alte Norddeutsche am Ende dank seiner größereren spielerischen Klasse durch. Nach dem verwandelten ersten Matchball ließ sich Zverev auf den Platz fallen, seine Teamkollegen begruben ihn unter sich.

ptz/dpa



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jean-baptiste-perrier 23.09.2019
1. Ganz unterhaltsam!
Aussage Alexander Zverev: "Die haben mich vor dem Tiebreak alle angeschrien in der Kabine. So kann ich meine Saison retten, haben sie gesagt" - - - - - Zitat Ende - - - - - Prüfung bestanden! Interessant wie Nadal überrascht zu Federer rüberblickte als Zverev im Match-Tiebreak klar in Führung ging. Ich war da ganz nah bei Nadal. Im Anbetracht von Raonics Aufschlagstärke und Zverevs Doppelfehler-Problemen hätte ich Raonic im Tiebreak auch eher vorne vermutet. Also für Zverev war das jetzt so sicherlich recht dankbar, dass er mit diesen positiven Emotionen aus dem Laver Cup raus gehen kann. Wobei ich jedoch nicht glaube, dass ihm dies viel weiterhelfen kann bei den Grand Slam Turnieren im nächsten Jahr. Denn im Vergleich mit den Longdistance Best-of-Five Matches sind die Matches beim Laver Cup ja eher Quickies. Insgesamt gefällt mir das Format aber recht gut. Es ist hat schon seinen besonderen Reiz, wenn ein Nadal einen Federer coacht, pusht und taktische Tips gibt. Oder wie im World Team ein Kyrgios als selbsternannter Mental-Coach auf seine Mitspieler einredet und John McEnroe glaubt er ist im falschen Film. Tennis mal als Teamsport und nicht als Einzelkämpfer macht offenkundig auch den Spielern sehr viel Spaß. Und dem gegenseitigen Respekt ist so etwas sicherlich auch förderlich, weil man sich im Team zwangsläufig auch menschlich näher kommt.
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