Dier folgt auf Schüttler Kerber tritt Asien-Reise mit neuem Trainer an

Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber steckt sportlich in der Krise. Mit Dirk Dier soll nach Rainer Schüttler ein weiterer Ex-Profi dabei helfen, die Negativserie zu stoppen.

Angelique Kerber hat einen neuen Coach
Al Bello/AFP

Angelique Kerber hat einen neuen Coach


Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge wird Angelique Kerber die anstehenden Tennisturniere in Asien mit einem neuen Trainer bestreiten. Der 47 Jahre alte Ex-Profi Dirk Dier wird die deutsche Nummer eins von nun an betreuen. Das Management der dreimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin bestätigte am Sonntag die Zusammenarbeit, die zunächst auf Interimsbasis geplant ist. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" über die Personalie berichtet.

Kerber hatte sich nach ihrem Zweitrunden-Aus in Wimbledon im Juli von ihrem Coach Rainer Schüttler getrennt. Zu den US Open war sie ohne Trainer gereist. Nachdem sie auch in New York bereits in der ersten Runde ausgeschieden war, war der Ruf nach einem neuen Trainer bei den Kritikern lauter geworden. Kerber hatte jedoch gesagt, sie wolle sich nicht unter Druck setzen lassen.

Dirk Dier (rechts) und Angelique Kerber kennen sich aus Fed-Cup-Zeiten
Daniel Karmann/DPA

Dirk Dier (rechts) und Angelique Kerber kennen sich aus Fed-Cup-Zeiten

Dier und Kerber kennen sich vom deutschen Fed-Cup-Team, der Nationalmannschaft des Damentennis. Dier arbeitet dort seit Jahren als Assistent, zunächst von Barbara Rittner und nun Jens Gerlach. Für die Arbeit mit Kerber wird Dier vorübergehend vom Deutschen Tennis Bund (DTB) freigestellt. "Es ist schön zu sehen, dass uns der DTB hier so entgegenkommt", erklärte Aljoscha Thron, Kerbers Manager. Erfahrungen mit der Betreuung von Topspielerinnen auf Einzel-Niveau hat Dier allerdings wenig. Eine Zeit lang betreute er Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld, für kurze Zeit war er auch mit Andrea Petkovic unterwegs.

Kerber wird in der kommenden Woche beim WTA-Turnier in Zhengzhou auf die Tour zurückkehren. Die 31-Jährige erhielt für das neue Event in China eine Wildcard. Dort ist sie an fünf gesetzt. "Es ist immer etwas Besonderes, Teil einer neuen Veranstaltung zu sein und eine neue Stadt zu sehen", sagte Kerber, die bei dem mit 1,5 Millionen Dollar dotierten Event in der ersten Runde am Dienstag auf die Amerikanerin Alison Riske trifft.

cev/dpa/sid



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jean-baptiste-perrier 08.09.2019
1. Zurück auf den Tennisplatz!
Gut, das ist jetzt erstmal eine Zwischenlösung. Man spricht wieder Deutsch. Ich hoffe, das war jetzt nicht wieder das Hauptkriterium für die Verpflichtung. Ihr größtes Problem sie stand zuletzt auf dem Platz ohne zu wissen wer sie ist. 2017 nach dem zwar verlorenen aber dennoch einem der wenigen guten Matche von Angie im Achtelfinale von Wimbledon gegen die spätere Turnier-Siegerin Muguruza, sagte Kerber sie wolle jetzt wieder auf den Platz gehen um Matche zu gewinnen und nicht mehr um bloß nicht zu verlieren. Genau, die beste Methode die grauen Tage auf der Tour zu vertreiben sind gewonnene Matches. Das ist bloß schwierig wenn man auf und neben dem Platz umherschleicht als wäre man Tennis-Hase88 und das Spiel passiv beobachtet anstatt es aktiv zu gestalten. In den letzten Jahren gab es drei vergleichbar erfolgreiche Spielerinnen bei Grand Slam Turnieren. Serena Williams, Garbine Muguruza und Naomi Osaka gewannen innerhalb der letzten vier Jahre jeweils zwei Grand Slam Turniere. Nur eine einzige Spielerin gewann in diesen vier Jahre drei Grand Slam Turniere. Ihr Name: Angelique Kerber! Wo ist diese Spielerin geblieben? Kurz vor Wimbledon auf Mallorca und in Eastbourne (Sieg gegen Halep) konnte man diese Spielerin mal wieder sehen. In Wimbledon spielte stattdessen dann wieder Tennis-Hase88. 31, 32, 33 oder 34 spielt im Fall von Kerber keine Rolle. Sie gehört mit dem richtigen intensiven Training noch länger zu den fittesten Spielerinnen auf der Tour. Natürlich müssen auch ständig Schrauben am Spiel gedreht werden (ihr Aufschlag war unter Fissette schon besser als jetzt). Das Allerwichtigste ist jedoch, dass am Vorabend eines Matches da jemand ist, der sie auf die Gegnerin taktisch optimal einstellt und dann mit Feuer in den Augen sagt: "Du gehst da morgen raus und spielst mit deinem Tennis die andere vom Platz!". Ob Dirk Dier dafür der richtige ist? Da habe ich meine Zweifel. Man kennt sich vom Fed-Cup bei dem die Spielerinnen sich gegenseitig mental puschen. Kerber braucht jetzt keine Rücksicht und Verständnis inklusive Händchen halten, sondern jemand der ihr klar die Richtung vorgibt. Und das macht dann vielleicht nicht immer auf Anhieb Spaß, doch am Ende wird Kerber mit dem Erfolg auf dem Platz entschädigt. Dirk Dier ist es ja nur eine Interims-Lösung quasi auf Probe. Sollte sich bei Asarenka jedoch abzeichnen, dass Wim Fissette wieder auf den Markt kommt, dann sollte Kerber all ihren Mut zusammen nehmen und ins belgische Canossa reisen!
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